Beiträge von Mykololologe

    Hallo Panikpilz, und hier kommen noch die Farbanalysen alter Violetter Rötelritterlinge, die schon seit ca. drei Wochen im Garten bei den Nachbarn standen und die sich auch den Geruch ganz gut erhalten hatten: Die Violette Färbung ist weitestgehend ins Hell-Ockerfabliche übergegangen:

    Bild 1

    Bild 2

    Das Violette ist kaum noch zu erahnen.

    Anders würde es aussehen, wenn wir künstlich die Farbintensität erhöhen:

    Bild 3

    Bild 4

    Bild 5

    Bei manchen Anwendungen auch außerhalb der Pilzkunde kann dies hilfreich sein, wenn man auf ursprüngliche Farben schließen will. Hier waren rein optisch zum heutigen Tag allerdings Verhältnisse wie in den Bildern 1 und 2 relevant.

    Kurzum: Der Nebeltrichterling dürfte doch ausscheiden, einiges passt nicht. Den oft etwas keuligen Lilastieligen Rötelritterling würde ich aber nicht a priori ausschließen. Er hat auch hell-rosafarbene Sporen. Ein richtiges Hell-rosa sehe ich allerdings in Deinem Bild auf meinem Bildschirm nicht. Ein Widerspruch würde auch darin liegen, dass der Pilz nicht mehr Sporen abwerfen dürfte, wenn er schon so alt ist, dass die Lilalfarben nicht mehr erkennbar sind. Wahrscheinlich muss man doch in andere Richtung recherchieren. Gruß Henry

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    Hallo StephanW, den Gedanken hatte ich auch schon. Die sehen jetzt oft total verändert aus. Ich will auch noch mal in den Nachbargarten schauen. Da standen bis vor Kurzem noch zwei alte Rötelritterlinge, wie ich mich erinnere. Ich hatte die Nachbarn vor Wochen gebeten, einige stehen zu lassen, das sie sonst immer alle ernten. Wäre interessant. Beste Grüße Henry

    Hallo, ich freue mich über die Diskussion, die wie auch der Beitrag im Netz (Danke Myzelio) zeigt, wie schwierig es ist bei Zählingen & Co. Wir hatten hier, auch unter Beteiligung eines PSV, den Geschichteten Zähling Lentinellus ursinus von vornherein ausgeschlossen. Dabei hatte auch der Rosa-Farbton des Fundes sehr irritiert. Übrig geblieben waren der Gemeine Muschelkrempling Apinella panuoides und der Runzelhütige Zähling Lentinellus vulpinus, der wohl nicht so häufig gefunden wird. Ich kannte ihn noch nicht. Aber das Ergebnis scheint jetzt gut zu passen. Und das Bild 1a war sehr hilfreich (Danke Uwe).

    LG Henry


    PS: Habe vorhin noch eine App strapaziert. Die lieferte je nach Bild entweder den Geschichteten Zähling oder den Austernseitling als favorisiertes Bestimmungsergebnis. Kein Kommentar.

    Hallo Reike, das ist wirklich beeindruckend, wenn es so nachweisbar ist, auch wenn der allgemeine Entwicklungsweg natürlich bekannt ist. Es gab da auch schon interessante TV-Beiträge zur Rolle der Pilze in der biologischen Erschließung der Landmasse.

    Eine Bemerkung noch: Wenn hier Bilder aus dem Netz verwendet werden, so ist das idR nicht durch das Publikationsrecht gedeckt. Man kann dann schnell abgemahnt werden. Fette Beute für Anwälte. Kenne selbst konkrete Fälle. LG Henry

    Hallo Uwe,

    -sicher gibt es bessere Bilder für den Tintenstrichpilz (so ist es richtig, Freudscher Fehler), mit schärzeren Strukturen auf der Oberfläche die mit Hilfsmitteln feiner (antennata ?) sichtbar sind. Es heißt aber, dass das Schwarze Konidien eines imperfekten Pilzes sein sollen (D. Gewalt). Bispora im Namen weist m.E. auf zwei Formen von Sporen in der Vermehrung des Pilzes hin. Bei anderen Pilzen heißt es auch Bisporella. Alles spannend zum Nachlesen in der pilzärmeren Zeit.

    -Zum Blauenden Saftporling habe ich bei Wiki gelesen: " Eine neuere Studie (2018) identifizierte 24 blauende Arten (darunter 12 europäische) aus der nahen Verwandtschaft des Blauen Saftporlings. Sie unterscheiden sich durch makro- und mikroskopische Merkmale sowie die Verbreitung und das Habitat."

    Leider habe ich keinen Zugang zu dieser Studie herstellen können : O. Miettinen, J. Vlasák, B. Rivoire, V. Spirin: Postia caesia complex (Polyporales, Basidiomycota) in temperate Northern Hemisphere. In: Fungal Systematics and Evolution. Band 1, Nr. 1, 1. Juni 2018, S. 101–129, doi:10.3114/fuse.2018.01.05, PMID 32490363, PMC 7259241 (freier Volltext) – (ingentaconnect.com [abgerufen am 3. Oktober 2023]).

    - Vielen Dank für den Hinweis zum Geschichteten Zähling, der auch gesägte (grob-gesägte) Lamellen hat, aber etwas anders aussieht, ocker-bräunlich. Anbei noch das Bild mit der Hutoberseite.

    Bild 1a

    Beste Grüße Henry

    Nachtfröste hatten wir bis gestern am Fundort in der Nähe Münchens nicht, ab heute soll es die ersten geben.

    Das ist die beste Zeit, um in den Wald zu gehen. Dann ist dort herrliche Ruhe! Alle Pilze gehören dir. Ganz im ernst jetzt, ich habe bei den ersten leichten Nachtfrösten die schönsten Maronen und Butterpilze gesammelt. Man braucht nur einen Kiefernwald mit dickem Moos! Da ist es noch warm genug.

    Hallo, genau so ist es. Leider war bei uns fast schon alles vorbei. War heute noch einmal bei den Grünlingen um die letzte Zählung zu vervollständigen (11). Die sahen auch noch gut aus, aber Maronen, Butterpilze und Edelreizker waren nach der letzten Nacht hin. Schade. Gruß Henry

    Hallo miteinander, die Saison geht ja langsam wetterbedingt zu Ende. Zum vermeintlichen Schluss gab es hier (wie meistens) noch sehr viele Nebelgraue Trichterlinge, Erd- und Edelreizker, Butterpilze und Violette Rötelritterlinge, Butterrüblinge etc. sowie relativ viele Safranschirmlinge, viele Narzissengelbe Wulstlinge, Rotbraune Milchlinge und andere Milchlinge, derzeit überständige Austernseitlinge an mehreren Stellen, andere Baumpilze wie Mürblinge, Herbstlorcheln, wenige Exoten. Die ersten Judasohren wurden allerdings schon gesichtet. Hier noch einige Eindrücke in loser Folge, einfach so …:

    1. Ein großer Becherling und ein Runzelhütiger Zähling - Diskussion Vgl.unten. Die erste Bestimmung lautete Gemeiner Muschelkrempling mit auch gezähnten Lamellen (Die Muschelkremplinge soll es zudem in diesem Jahr häufig gegeben haben).

    Bild 1

    2. Später Birkenpilz

    Bild 2

    3. Rötender Blätterwirrling (Unterseite passt auch)

    Bild 3

    4. Riesenmengen in der Aue an Totholz– schöne Exemplare des Gezonten Ohrlappenpilzes

    Bild 4

    5.Große Mengen an Violetten Knorpelschichtpilzen an bemoosten, liegenden Tothölzern und an Baum-Schnittflächen

    Bild 5

    6. An vielen Stellen in diesem Herbst – Korallen

    Bild 6

    7. Häufig, aber wenig beachtet – Lederartiger Fältling

    Bild 7

    8. Grubiges Polsterkissen mit Falschfarben an einigen Stellen

    Bild 8

    Offenbar funktioniert bei den jetzt häufigen, schwachen Lichtverhältnissen der Weißabgleich nicht mehr komplett. Daher die blauen Farbtöne; hatte ich schon manchmal in der Spätherbstzeit. Kein Photoshop o.ä.

    9. Falscher Pfifferling auf einer Buchecker, die auf einem Stubben lag.

    Bild 9

    10. Blauender Saftporling

    Bild 10

    11. An Buchenstubben häufig, aber ebenfalls wenig (als Pilz) beachtet – der Tintenstrahlpilz Bispora antennata

    Bild 11

    12. Selten in unserer Gegend – Grünlinge im sandigen Kiefernwäldchen (es waren etliche, aber keinen mitgenommen).

    Bild 12

    13. Keine Pilze, sondern Spuren von Minierfliegen. Sollen unseren relevanten Bäumen im Wald noch nicht schaden.

    Bild 13

    Beste Grüße aus Anhalt Henry

    PS: Wie immer: Ergänzungen/Kommentare/Korrekturen/Kritiken gern gesehen.

    Hallo noch einmal, solange kein Gegenbeweis erbracht, hat Uwe recht. Zumindest auf der Hutoberseite kann das Violett komplett bräunlichen Tönen weichen. Von der Lamellenseite kann man noch lange violette Farbtöne erkennen. Dann sind sie aber auch nicht mehr verwendbar. Uns narrt regelmäßig im Garten der Lilastielige Rötelritterling, wenn sämtliches Lila vom Stiel verschwindet. Gruß Henry

    Hallo Austria, das müssten sie sein. Bei uns kommen sie jedes Jahr zeitlich etwas eher z.B. an einem Fahrradweg vor einer Mauer, hinter der etliche Meter entfernt Birken stehen; das Mycel hat also das Mauerfundament unterwandert. Die Lamellenfarbe ist oft Creme geht aber bis ins Rosa. Das Bild zeigt junge Exemplare. Die gut unterscheidbaren Zottigen Milchlinge sind schon seit Wochen durch. Beste Grüße aus Anhalt Henry

    Hallo Ihr Lieben und vielen Dank für die schnelle Rückantwort. Es ist schon verrückt, manchmal ist man auf der richtigen Spur und entscheidet dann doch falsch. Man muss halt besser recherchieren. Bei Bild 1 und 2 war ich zuerst beim Schleimigen Schüppling, aber Jörg hat recht: Er wuchs aus einem sehr alten Stamm im ziemlich reinen Buchenwald und kann deshalb nicht der Goldfellschüppling sein.

    Andy liegt auch richtig. 3 und 4 wuchsen im selben lichten Habitat (Kiefer+diverse Laubbäume). Pholiota gummosa (offenbar an vergrabenenem Holz gewachsen) war bisher für mich keine Bestimmungsoption, ist aber sehr wahrscheinlich. Die Stiele wirkten irritierend (Alter und Witterung).

    Bei 5 hatte ich auch Pholiota lenta kurz auf dem Schirm und die Flocken im Schleim schienen auf einen Schüppling hinzuweisen. Leider sahen viele gefundene Bilder sehr verschieden aus, was ja nichts Neues ist. Mit Eurem doppelten Hinweis konnte ich jetzt eine gute Darstellung bei WINKLER/Keller sowie aus Baden finden: https://www.pilz-baden.ch/galerie/deutsc…_sch_ppling-283 wie auch bei bei einem Bild unter 123Pilzsuche.

    Das ist sehr überzeugend. Mit bestem Dank noch einmal Henry

    Hallo miteinander, das Wetter kippt gerade, aber in der KW 46 gab es hier noch neugewachsene Maronen, Rotfußröhrlinge, Edelreizker, Butterpilze, Riesen-Schirmlinge und wenige Violette Rötelritterlinge – ausreichend, um ein Familienessen zu gestalten. Leider sahe es mit späten Steinpilzen schlecht aus. Davor fand ich drei Pilze, denen eine sehr schleimige Hutoberfläche gemeinsam war:

    1.Im Buchenwald an liegendem Stamm wachsend: Goldene Hutfarbe, Hutgröße um die 10 cm, kräftige Stiele mit glatter Zone über der Ringzone, an der Basis braun, Lamellen bräunlich mit leichter Ausbuchtung am Stiel angewachsen, verwaschene Schuppen auf der Hutoberfläche, Geruch schwach-unangenehm.

    Meine Diagnose: Goldfellschüppling

    Bild 1

    Bild 2

    2. Fundort: relativ lichter Mischwald mit Kiefern, falber Hut bis ca. 4 bis 7 cm Durchmesser, leicht gebuckelt, gelbbraune unregelmäßige Flecken, sehr schleimig, Stiellänge ca. 6 bis 7 cm, Stiel gefüllt, warmes rötliches Braun, Lamellen offenbar bräunend mit rostbraunen Flecken (Sporen), „Burggraben“ bildend. Der Geruch war unangenehm und nicht süßlich. Mein Verdacht richtet sich auf eine Hebeloma-Art, habe leider bisher keine in der Literatur gefunden, bin einige Listen durchgegangen (Mittlerweile soll es aber fast schon 500 Arten geben).

    Vielleicht sieht dankenswerterweise jemand hier mehr.

    Bild 3

    Bild 4

    3. Der dritte Pilz sei hier noch angefügt. Weil er sehr schön ist, und obwohl in der Schlusshektik ein Unterseitenfoto nicht gelang.

    Gezeigt sind der längsgemaserte Stiel und der gebuckelte Hut, der unter dem Schleim feine weiße Flocken (Reste?) zu erkennen gibt. Der Pilz besitzt eine dunklere zentrale Hutzone und vielleicht faserige Strukturen. Die dunkle Verfärbung am Stiel ist vermutlich eine Druckstelle. Geruch wiederum unangenehm. Mehr ist leider nicht bekannt.

    Bild 5

    Mit besten Grüßen und Dank im Voraus Henry

    Hallo miteinander,

    vor ein paar Tagen fand ich an einer Astbruchstelle einer liegenden Schwarzpappel einen ziemlich massiv bzw. voluminös wirkenden Baumpilz, schon leicht durch die Witterung lädiert, um die 20 cm, Poren gut erkennbar in weißlich-gelben Farbschattierungen. An der Oberfläche offenbar Reste einer borstigen Struktur. Der Geruch war kräftig, eher in Richtung baumpilztypisch (Alterseinfluss?); ließ sich leicht abschneiden. Bei der Bestimmung bin ich bei Aurantiporus fissilis gelandet. Er wird häufig mit Apfelbäumen in Verbindung gebracht, kann aber auch an anderen Laubbäumen wachsen. Bin mir aber nicht sicher, weil ich ihn noch nie gefunden hatte. Könnte das stimmen?

    Beste Grüße aus Anhalt Henry

    Bild 1 (Gesamtbild)

    Bild 2 (Reste am Stamm nach Abtrennung)

    Bild 3 (Bruchstück)

    Hallo Shroomz,

    Der dunkle Hallimasch kommt eher auf Nadelholz vor als auf Laubholz

    Jedoch finde ich rein optisch, dass der Dunkle Hallimasch Armillaria ostoyae hier ganz gut passen würde.

    Hallo Austria, das mit dem "eher Vorkommen" ist wohl regional verschieden. Ich habe ihn hier in Mittelelbien in großen Mengen im Laubholzwald und auch an Stubben im gerodeten Laubholzwald gefunden. In den vergangenen Jahren hat die Forstwirtschaft ihn an einigen Stellen aber besser in den Griff bekommen. Gruß Henry

    Hallo miteinander,

    zu meinen Lieblingsplätzen gehört eine Lichtung, an die ein kleiner Kiefern(misch)wald grenzt. Im Sommer ist es zu trocken, aber im Herbst gibt es dort Butterpilze und Edelreizker, Täublinge und kleine Waldchampignons, Rotfußröhrlinge, falsche Pfifferlinge, Amiant-Körnchenschirmlinge und manchmal zwei Arten Erdsterne. Und hin und wieder findet man Überraschungen vor. In diesem Jahr waren es die etwas selteneren Nelkenförmigen Warzenpilze, von denen zwei bis drei Dutzend anzutreffen waren (s.a. Beitrag hier im Forum). Nach dem ergiebigen Regen vor einigen Tagen waren sie dann wieder weg.

    Bild 1

    Gleich daneben standen mehrere Korallen, die aus dem Boden zu wachsen schienen. Ich bin da nicht so firm, aber es sind offenbar zwei verschiedene Arten (Steife Koralle/Becherkoralle ??), die Pilzbücher geben da auch mit ihren Abbildungen oft nicht so viel her. Vielleicht kennt sich da jemand besser aus.

    Bild 2

    Bild 3

    Unter einer anderen Kiefer, wahrscheinlich auf einem vergrabenen Zapfen entdeckte ich dann meinen ersten Ohrlöffel-Stacheling.

    Bild 4

    Bild 5

    Im Schatten einer nicht mehr ganz jungen Schonung wuchsen sechs Halskrausen-Erdsterne. Nach einer Woche waren es nur noch drei (Witterung, Menschen, Tiere?). Die verbliebenen waren schon nicht mehr mit dem Erdreich verbunden sondern lagen nur auf. Die Sporenbehälter waren wohl ausgebildet, die Teilung der Lappen mit Bildung der Halskrause wurde jedoch nicht komplett abgeschlossen.

    Bild 6

    Bild 7

    Die Amiant-Körnchenschirmlinge wuchsen übrigens im Gras in schönen, etwas verborgenen Hexenringen.

    Bild 8

    Wenn etwas zu ergänzen/korrigieren ist, lasst es mich bitte wissen.


    Beste Grüße aus Mittelelbien Henry