Beiträge von Mykololologe

    Hallo Charles, Glückwunsch zu dem Fund, der wirklich nach Morchella Similibera aussieht. Sie kann aber u.U. auch mit anderen Morcheln verwechselt werden. Vielleicht ist da jemand spezialisiert. Ich hatte die noch nie selbst gefunden. Wenn sie es ist, soll sie wohl DNA-mäßig der europäischen Variante zuzuorden sein. Schön, dass Du die übrigen hast stehen lassen. Standen übrigens typische Zeigerpflanzen in der Nähe? LG Henry

    Guten Tag miteinander, nachdem es im vergangenen Jahr in einem Kiefernwald nördlich von Aken (Elbe) gebrannt hatte, hat sich dies inzwischen herumgesprochen und ein Pilzverein bietet sogar in Kürze eine Führung an. Wir hatten den geschädigten Wald kürzlich besichtigt und teils total total verbrannte bzw. teils überlebende Bäume vorgefunden.

    Immer wieder waren an geschwärzten Stämmen dekorativ wirkende Gemeine Spaltblättlinge zu sehen, die unter den Pilzen wohl eine gewisse Pionierrolle nach dem Brand einnahmen.

    Bild 1

    Bild 2

    An einigen Stellen konnten Pilze gefunden werden, die wohl dem pyrophilen Kohlen-Schüppling zuzuordnen sind (Pholiota highlandensis). Größe ca. 2,5 cm, leicht schleimig, bräunlicher Hut, Geruch und Geschmack schwach erdig und bitterlich, braune Sporenfarbe. Die Pilze wuchsen in kleinen Gruppen an der Basis des geschwärzten Stammes, begleitet von Moos.

    Bild 3

    Bild 4

    An einem Stubben fanden sich Polster von Schleimpilzen wahrscheinlich unterschiedlichen Alters bzw. Färbung. Ausdehnung eines Bereiches maximal 6 cm. Ob der Regen der vergangenen Nacht Einfluss genommen hatte, kann ich nicht sagen.

    Bild 5

    In einem Eiche-/Buchenwald fanden sich am Wege drei Pilze mit ausgebreiteten gebuckelten dunkelbraunen Hüten (5 cm Durchmesser) und hellen, etwas cremefarbenen , angedunkelten (Alter) Lamellen, mit fleischigen, keulig verdickten Stielen von 2 bis 5 cm Länge, die eine Dicke bis 1,2 cm besaßen. Geruch pilzlich, teils intensiv. Es bietet sich bei der Bestimmung eine Weichritterlingsart (Kurzstieliger?) an. Die Sporenfarbe ist weißlich.

    Bild 6

    Und natürlich fanden sich auch Altexemplare aus dem vergangenen Jahr u.a. ein Halskrausen-Erdstern, ein Stäubling und ein Lackporling.

    Bild 7 (auf Stubbem fotografiert)

    Bild 8

    Bild 9

    Beste Grüße aus Anhalt Henry

    Hallo miteinander, wer jetzt unterwegs ist und bei den Zunderschwämmen nachschaut, kann an einigen wieder Gespinste an der Unterseite entdecken. (Bild 1) Ich hatte dies früher schon einmal vorgestellt und inzwischen beobachtet, dass dies regelmäßig jedes Jahr zu beobachten ist. Nun soll es ja kleine Insekten geben, die in Zunderschwämme eindringen, hier handelt es sich aber um Larven, die einige mm lang sind und fleischfarben-rötlich in Erscheinung treten. (Bild 2)

    Kennt vielleicht jemand diese „Spinnerart“, wenn es denn eine ist?

    Beste Grüße und Dank im Voraus Henry

    Bild 1

    Bild 2 (Gespinst wurde zum besseren Fotografieren auf der Pilzoberseite abgelegt).

    Hallo Veronika, zu Deinem angefragten Pilz möchte ich sagen, dass ich ihn nicht für einen Brandkrustenpilz halte. Ich habe ihn hier schon öfters gefunden, i.d.R. an Buchen, und hatte ihn immer als Kohlenbeere eingestuft. Im letzten Jahr musste hier eine sehr prächtige alte Rotbuche aus Sicherheitsgründengefällt werden, da sie gleichzeitig vom Zunderschwamm und an der Basis von Brandkrustenpilz befallen war. Letzterer stellte sich so dar, wie in den folgenden Bildern gezeigt.

    Bild 1

    Bild 2

    Bild 3

    LG Henry

    Hallo noch einmal, den Beitrag habe ich wohl zu früh abgeschickt. Am Vormittag kam jemand vom benachbarten Grundstück und brachte 17 Speisemorcheln mit, die wohl zeitgleich gewachsen waren, verteilt auf einer Wiese von ca. 100 m². Den seinen gibt es der Herr im Schlafe, wie man so sagt. Ein Exemplar stand direkt in einem unbestellten Gartenbeet. Die gemeinsame Erscheinung zusammen mit dem Nachbargarten geschah zuletzt vor fünf Jahren. Seitdem war nichts mehr gewachsen. Im Nachbargarten wurde in den letzten Jahren kein Kalk ausgebracht.

    Zur Behandlung: Die Frauen waschen die Pilze kurz, um keine Erdreste im Pulver zu haben, und trocknen sie dann auf Küchenpapier mit der Fußbodenheizung ca. zwei Tage. Die getrockneten Pilze werden mit dem Mörser fein verrieben, in sauberen Gläsern aufbewahrt und zum Würzen von Bratensoße verwendet, was den Geschmack signifikant verbessert.

    LG Henry

    Bild 2

    Bild 3

    Bild 4

    Hallo miteinander,

    in den letzten Tagen sind hier weitere Hinweise auf Morchel- und Verpelfunde in der Region Mittelelbe (im weitesten Sinne) eingegangen, oft mit Hinweisen auf Zeigerpflanzen wie diverse Frühjahrsblüher etc. Man kann z.T. auf anderen Plattformen darauf zurückgreifen.

    Im heimischen Garten wie auch in zwei benachbarten Gärten war es ruhiger geworden nach sehr zahlreichen Funden vor einigen Jahren. Um so größer war die Freude als sich kürzlich trotz kalter Nächte bis -3°C zwei kleine Morcheln (2,5 cm Durchmesser) in der Nähe eines Pflaumenbaumes zaghaft im Rasen zeigten. Der Rasen war zuletzt 2025 gekalkt worden. Anbei ein Bild.

    Beste Grüße von hier Henry

    Am Wochenende waren die Dessau-Wolfener Pilzfreunde (besten Dank an alle) wieder aktiv und präsentierten auf einer kleinen Ausstellung die aktuelle Pilzsituation, die natürlich eingeschränkt ist (Wir sind hier gegenüber südlicheren Gefilden bezüglich Vegetation einige Wochen zurück).

    Dennoch gab es überraschende Funde wir z.B. die Böhmische Verpel, Frühjahrslorchel und eine Spitzmorchelart (jeweils ein Fund), letztere von einer Besucherin mitgebracht. Interessant auch ein Igel-Stachelbart aus der Zucht, der vielen unbekannt gewesen sein dürfte.

    Bild 1

    Bild 2


    Bild 3

    Beste Grüße von der Elbe Henry

    Hallo miteinander, zu den Nachträgen aus dem Jahr 2025 im Oktober gehört noch folgender Fund, der regional selten vorkommen, aber angeblich zunehmend häufiger zu finden sein soll. Auch in einigen Pilzbüchern ist er nicht enthalten oder nur unzureichend beschrieben. Ich habe ihn dem Laubholz-Harzporling (Ischnoderma resinosum) zugeordnet, den ich bisher nur im älteren Wachstumsstadium gefunden hatte. Er ist zu verwechseln mit dem Schwarzgebänderten Harzporling (Ischnoderma benzoinum), mit dem er etliche Gemeinsamkeiten teilt, der aber auf Nadelholz wächst. Meine Funde sind mit totem Laubholz (hier mit Birke) verbunden. Die Hutgrößen lagen um die 5 bis 10 cm.

    Weiterhin

    Geruch-sehr süßlich

    Hutoberseite-Brauntöne, teils mit dunklen Punkten bedeckt, Harzflecken

    Unterseite-weißlich, mit farblosen bzw. farbigen Guttationstropfen besetzt, Poren rund bis länglich

    Druckstelle -bräunlich verfärbend,

    alles fast so, wie es sein muss. (S.a. Bilder 1 bis 4, teils unterschiedliche Lichtintensität). Gibt es noch etwas Interessantes zu erwähnen oder korrigieren? Ich glaube, Emil hatte kürzlich einen ähnlichen Fund.

    Beste Grüße aus Anhalt Henry

    Bild 1

    Bild 2

    Bild 3

    Bild 4

    Hallo und vielen Dank für die Antwort. Es hat mir keine Ruhe gelassen und ich habe gesucht und noch ein Bild in der Kamera gefunden, das nicht, auf den Rechner übertragen worden war. (Bild 3). Man sieht das Exemplar hier von der anderen Seite mit abgesplittertem Holz.

    Bild 3

    Es sieht so aus, als ob der Pilz zu großen Teilen mit dem Holz verbunden ist. Er wird nicht nennenswert vorbeigewachsen sein. Es ergab sich einfach so. Es scheint so zu sein, dass die Myzelien relativ kurz kurzwüchsig an der Stielbasis sitzen, was vielleicht das Einwachsen in die unmittelbare Umgebung erleichtert. Der Flockenstielige in Bild 4 scheint das zu bestätigen (ohne Hintergrund dargestellt zwecks besserer Sichtbarmachung).

    Bild 4

    Es sind aber nur Vermutungen. Hier find ich leider nicht annähernd so viele Flockenstielige Hexenröhrlinge, wie sie im Fläming anzutreffen sind und von wo meine Pilzfreunde sie mitbringen.

    Beste Grüße Henry

    Hallo, ich glaube auch nicht, dass es ein Drüsling ist und vor Ort sieht man es ohnehin besser als auf dem Photo nach den Frostschäden, aber der Anfangsverdacht ist schon erklärbar. Es nur etwas verwirrend, dass er schon in der Präsentation (selbes Bild) als Referenz eingearbeitet war; sollte aber sicher dem direkten Vergleich in einer Präsentation dienen. LG Henry

    Hallo miteinander, zu den Merkwürdigkeiten 2026 gehörte u.a. ein falscher Pfifferling der aus einer Buchecker wuchs, die auf einem Stubben lag (Bild 1). Dies wurde hier schon vorgestellt.

    Bild 1

    In einem zweiten Fund aus dem Fläming im Osten Sachsen-Anhalts, zeigte sich ein Flockenstieliger Hexenröhrling, der auf Holz gewachsen war.

    Bild 2

    Normalerweise sollte er das nicht tun, sondern aus bevorzugt sauren Böden „sprießen“. Vielleicht passiert das aber häufiger, als man denkt. Weiß das vielleicht jemand?

    Mit Dank im Voraus Henry

    Hallo noch einmal, der häufige Goldgelbe Zitterling (Tremella mesenterica) ist an abgefallenen Ästen zu finden, die nicht immer mit Eichen zu tun haben. Man beschreibt auch bzw. findet buchenbasierte Substrate. Auch fällt auf, dass der Eichen-Zystidenrindenpilz oft nicht so richtig oder kaum erkennbar ist. Daraus wäre eigentlich zu schlussfolgern, dass sein Stoffwechsel (z.B. mit Polysaccharidsynthesen) nicht notwendiger auf diesen Rindenpilz angewiesen ist, aber der Eichen-Zystidenrindenpilz kann verschiedenen Wirte besiedeln. Es ist wie immer:). Der Zitterling ist vielfach im medizinischen Sektor untersucht worden (Vgl. englischsprachige Fachliteratur).

    Gruß Henry

    Bild 1

    Bild 2

    Bild 3

    Hallo Veronika, der Goldgelbe Zitterling wächst idR parasitisch auf dem Eichen-Zystidenrindenpilz. Wenn sie zusammen auf dem Ast wachsen und ein violetter Farbton vorhanden ist, sollte es letzterer sein. Man findet sie häufig in dieser Jahreszeit. Gruß Henry

    Hallo miteinander, hoffe dass Ihr gut ins neue Jahr gekommen seid. Wir hier am südöstlichen Ende des norddeutschen Tieflands (ganz früher wurde hier noch Platt gesprochen) hatten mal wieder so etwas wie einen richtigen Winter mit Eis und Schnee und knackiger Kälte.

    Der Schnee ist wieder weg, aber der Frost kommt wieder.

    Pilzmäßig sind daher keine Wunderdinge zu erwarten. Trotzdem war am Wochenende eine Wanderung von Natur- und Pilzfreunden in Dessau extrem gut besucht (Danke Ina für die Informationen). Dabei wurden ca. 25 Arten nachgewiesen, wie diverse Trameten, Buchenaderzählinge, Austernseitlinge, Muschelkremplinge, Herber Zwergknäueling, darunter auch ältere Exemplare, aber auch Galerina, Judasohren, Drüslinge, Schleimpilze, Goldgelber Zitterling nebst Eichen-Zystidenrindenpilz, schöne Orange-Seitlinge und andere. Die Austernseitlinge waren nicht mehr essbar. Mir ging es an anderen Stellen nicht besser. Diese hatte ich schon Ende November (30.11.) gesehen

    Bild im Januar 2025

    während diese jüngeren Datums sein müssen, aber auch nicht mehr verwendbar waren:

    2. Bild vom Januar 2026

    Das Gute an der jetzigen Jahreszeit ist es, dass man wieder Zeit hat, liegengebliebene Themen zu bearbeiten.

    Bis bald Henry

    Hallo miteinander, Anfang November gab es den ersten Kälteeinbruch hier. Aus Zeitmangel konnte ich allerdings erst in der Mitte des Monats auf Pirsch gehen-mit enttäuschendem Ergebnis. An mehreren Fundstellen wuchsen an vertikalen Stämmen nur noch überständige, nicht mehr verwertbare Exemplare. (Bild 1) Und so ging das dann weiter, überall nur halbe Mumien.

    Bild 1

    Ende November erhielt ich dann von Pilzfreunden Bilder von frischgewachsenen Austernseitlingen und schon halb verzweifelt, halb grimmig beschloss ich, noch einmal in einer Gegend mit vielen liegenden Stämmen zu suchen, wo ich gleich fündig wurde. (Bild 2)

    Bild 2

    An weiteren Stämmen waren die Pilze wieder nicht sammelbar, aber der letzte entschädigte dann wieder mit ca. 2 kg verwertbarer Pilzmasse . (Bilder 3 bis 8).

    Bild 3

    Bild 4

    Bild 5

    Bild 6

    Bild 7

    Bild 8 Schüpplinge und Austernseitlinge


    Wenig später im Dezember war dann allerdings endgültig Schluss (Bild 9).

    Bild 9

    Für das neue Jahr wünsche ich allen Pilzfreunden im Forum Gesundheit und Lebensglück und natürlich Pilze, Pilze, Pilze…

    LG Henry

    Hallo Panikpilz, und hier kommen noch die Farbanalysen alter Violetter Rötelritterlinge, die schon seit ca. drei Wochen im Garten bei den Nachbarn standen und die sich auch den Geruch ganz gut erhalten hatten: Die Violette Färbung ist weitestgehend ins Hell-Ockerfabliche übergegangen:

    Bild 1

    Bild 2

    Das Violette ist kaum noch zu erahnen.

    Anders würde es aussehen, wenn wir künstlich die Farbintensität erhöhen:

    Bild 3

    Bild 4

    Bild 5

    Bei manchen Anwendungen auch außerhalb der Pilzkunde kann dies hilfreich sein, wenn man auf ursprüngliche Farben schließen will. Hier waren rein optisch zum heutigen Tag allerdings Verhältnisse wie in den Bildern 1 und 2 relevant.

    Kurzum: Der Nebeltrichterling dürfte doch ausscheiden, einiges passt nicht. Den oft etwas keuligen Lilastieligen Rötelritterling würde ich aber nicht a priori ausschließen. Er hat auch hell-rosafarbene Sporen. Ein richtiges Hell-rosa sehe ich allerdings in Deinem Bild auf meinem Bildschirm nicht. Ein Widerspruch würde auch darin liegen, dass der Pilz nicht mehr Sporen abwerfen dürfte, wenn er schon so alt ist, dass die Lilalfarben nicht mehr erkennbar sind. Wahrscheinlich muss man doch in andere Richtung recherchieren. Gruß Henry

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    Hallo StephanW, den Gedanken hatte ich auch schon. Die sehen jetzt oft total verändert aus. Ich will auch noch mal in den Nachbargarten schauen. Da standen bis vor Kurzem noch zwei alte Rötelritterlinge, wie ich mich erinnere. Ich hatte die Nachbarn vor Wochen gebeten, einige stehen zu lassen, das sie sonst immer alle ernten. Wäre interessant. Beste Grüße Henry

    Hallo, ich freue mich über die Diskussion, die wie auch der Beitrag im Netz (Danke Myzelio) zeigt, wie schwierig es ist bei Zählingen & Co. Wir hatten hier, auch unter Beteiligung eines PSV, den Geschichteten Zähling Lentinellus ursinus von vornherein ausgeschlossen. Dabei hatte auch der Rosa-Farbton des Fundes sehr irritiert. Übrig geblieben waren der Gemeine Muschelkrempling Apinella panuoides und der Runzelhütige Zähling Lentinellus vulpinus, der wohl nicht so häufig gefunden wird. Ich kannte ihn noch nicht. Aber das Ergebnis scheint jetzt gut zu passen. Und das Bild 1a war sehr hilfreich (Danke Uwe).

    LG Henry


    PS: Habe vorhin noch eine App strapaziert. Die lieferte je nach Bild entweder den Geschichteten Zähling oder den Austernseitling als favorisiertes Bestimmungsergebnis. Kein Kommentar.