Beiträge von Mykololologe

    Hallo Michael, schön dass Du hier im Forum postest. Du hättest das auch als Einzelbeitrag tun können, aber die Beitragseinordnung ist nicht ganz so wichtig im Moment der großen Pilzarmut mit nur wenigen Berichten. Jörg hat Die schon eine Antwort gegeben. Wir finden den Pilz relativ häufig und auch im aktuellen Beitrag spielte er eine Rolle. Oft treten dabei gegenteilige Meinungen auf, aber die Diskussion hilft jedes Mal allen Beteiligten und Interessenten. Grüße aus Anhalt Henry

    Guten Tag, manchmal begegnet man Pilzen oder Berichten über Pilze auch dort, wo man sie nicht erwartet. So geschehen vor ein paar Tagen in Wörlitz (Weltkulturerbe-Park in Sachsen-Anhalt im Gartenreich Dessau-Wörlitz). Dort lag in einer Ausstellung über Goethe in Wörlitz eine Broschüre aus, die über die Generalrenovierung des historischen Gasthofs „Eichenkranz“, seinerzeit als fürstliches Gästehaus errichtet, berichtet.

    Bild 1

    Auf Seite 64 heißt es: „Eher kurios ist die Erinnerung, die der Berliner Pilzkundler Werner Voigt mit dem „Eichenkranz“ verband. Er hielt sich im September 1935 in Dessau auf, wo sich zahlreiche Pilzfreunde und Mitglieder der Botanischen Vereinigung Mitteldeutschland zu einem Erfahrungsaustausch trafen….Hier erlebte Werner Voigt eine mykologische Überraschung: „Am nächsten Morgen entdeckte ich in der Waschküche meines Quartiers …einen Pilz, der hier alle Jahre zwischen den Steinen des Fußbodens hervorspießen soll. Bei näherer Bestimmung entpuppte er sich als "Volvaria media“ Dabei handelt es ich wahrscheinlich um den seltenen Mittelgroßen Scheidling“" (Ende des Zitats). Heute heißt es eher Mittlerer Scheidling.

    Bild 2 (Quelle:https://eu.wikipedia.org/wiki/Volvariel…8723350098).jpg)

    Seltsame Funde gibt es ab und zu. Wir hatten mal im Schuppen einen einzelnen Kahlen Krempling, aus dem Boden hinter der Eingangstür wachsend.

    Hier in Wörlitz (derzeit auch dürregeplagt) habe ich zeitbedingt nichts weiter gesucht oder gefunden mit Ausnahme eines wenig geruchsintensiven kleinen Egerlings am Wegrand.

    Bild 3

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    Zu Wörlitz fällt mir noch ein, dass ein Bekannter mir eine Fotografie des vermutlichen und sehr seltenen Großen Nesterdsterns gezeigt hatte, die ein Vorfahre vor vielen Jahrzehnten hier gefunden hatte.

    Beste Grüße aus Anhalt Henry

    Hallo Uwe, das Bild täuscht nicht. Man sieht das auch an den Bildstellen im Schattenbereich, dass es keine Lichtreflexe sind. Habe es auch PSV-mäßig abklären lassen. Man ist da sehr interessiert, um die Fruchtkörper für Experimente mit Kindern nutzen zu können. LG Henry


    Hallo Bernhard, danke für die Anregung, der Begriff Lackporling wurde mir auch PSV-seitig genannt. Der Fund unterschied sich allerdings von den Glänzenden, die ich kenne und auch von Kupferroten. BG Henry

    Hallo Hans, danke für die Rückantwort. Ja, es gibt Bücher mit Schleimpilzen, oft sind es aber solche, die man gerade nicht gefunden hat und etliche existieren meist nur mit latainischen Namen. Habe auch schon die Entwicklungsstadien bei Schleimpilzen nachverfolgt. Wenn es auch Spaß macht, muss man doch die Zeit haben, an mehreren Tagen rauszufahren. Viel Erfolg noch in diesem Jahr Henry

    Hallo miteinander, natürlich war es ein Kiefern-Braunpoling und nicht -röhrling (Freudscher linguistischer Fehler). Entschuldigung, es war schon spät und alles sollte zeitnah rausgehen. Das mit den Birkenpilzen geht in Ordnung - sie kommen schon seit vielen Jahren in einer Gruppe von sieben Birken an einer Viehweide. Pappeln stehen da übrigens nicht. Die Keulenstieligen Garten-Safranschirmlinge waren mal mit Rindenmulch in den Vorgarten gekommen (fast 200 Stück). Ich hatte hier berichtet. Seitdem kommen sie mal nicht, mal hier oder dort an anderen Stellen des Gartens und sind eher eine Plage. Allerdings zeigen sie zeitige Pilzaktivitäten an. Beim Nachbarn sind inzwischen auch Karbolegerlinge erschienen ("meine" haben bisher Ruhe gegeben :)).

    Vielen Dank für Eure Reaktionen. Vielleicht habt Ihr noch Ideen zu den zwei Nichtbestimmten.

    LG aus Mittelelbien (mit einer extrem wasserarmen Elbe, vergleichbar mit dem Rhein). Henry

    Guten Tag miteinander,

    schön zu sehen, dass sich das Forum wieder mit Beiträgen füllt. Wir hatten vorgestern hier in Anhalt nach einer langen Dürrezeit zehn Stunden Regen und am Abend sind wir schon einmal losgezogen und haben einen Blutroten Röhrling gefunden. (1)

    Bild 1

    Die waren früher hier an einigen Stellen massenhaft vorhanden, scheinen aber nun verschwunden zu sein. Zuvor hatten wir schon Nelkenschwindlinge und im Garten Keulenstielige Garten-Safranschirmlinge gefunden. (2)

    Bild 2

    Freunde berichteten von einigen Parasolpilzen und Egerlingen, d.h. von frühen Anzeigerpilzen.

    Gestern Morgen sind wir etwas weiter gelaufen (Laubholzwald). Anbei einige Funde:

    3.Brauner Kiefernröhrling

    Bild 3

    4. Mein erster frischer Birkenporling in diesem Jahr.

    Bild 4

    5. Samtfuß-Krempling

    Bild 5

    6.Flockiger Hexenröhrling ohne Flocken

    Bild 6

    7. Birkenpilze. Viele waren durch die Mahd am Rande einer Weide schon verschwunden.

    Bild 7

    8. Rotrandiger Baumschwamm

    Bild 8

    9.Am selben Stamm wuchsen drei Baumpilze mit einem irritierendem purpurschimmernden Rot auf der Oberseite. Die Rückseite hatte das feinporige helle Aussehen wie beim Rotrandigen und auch der Geruch war derselbe, aber die Farbe passte irgendwie nicht dazu.

    Bild 9

    10.Diese beiden nicht mehr frischen Exemplare direkt vor einer Kiefer waren als kurzstielige, flache, breithütige (12 cm) Exemplare mit deutlichem Rand und wahrscheinlich gelbem Porenfutter noch erkennbar. Die Oberfläche war rötlich braun, aber schon etwas mitgenommen. Erinnerte eigentlich mehr an einen Kremling (der ist aber nicht so rötlich etc). Was war das evtl. in besseren Zeiten?

    Bild 10

    Bild 11

    LG aus Anhalt Henry

    Hallo Hans, so einfach ist es mit den Profis nicht. Es gibt sehr viele Schleimpilze und nur wenige Pilzfreunde sind hierauf spezialisiert oder teilspezialisiert, zumal es mit der Literatur nicht so rosig aussieht und es auch mit dem Aussehen der Pilze über ihre oft kurze Lebenszeit (oft nur Tage) sehr veränderlich während der Sporenreifung zugeht. So bleiben viele Fragen unbeantwortet. Gruß Henry

    Hallo Hans, die Bestimmung bei Obsidentify ist manchmal richtige sehr oft aber völlig falsch. MAnchmal erhälz man unterchiedliche Ergebnisse für denselben Pilz. Also bitte nicht überbewerten und den klaren Verstand bewahren, z.B. nach dem Vergleich mit anderen Bestimmungsaussagen wie seriöse Bücher. Die App ist zwar schnell, aber dafür bei vielen Arten oder Wahstumsstadien völlig wertlos. Gruß Henry

    Hallo ,schön zu sehen, dass es wieder im Pilzreich besser wird. Wir hatten zuletzt Breitblättrige Rüblinge, Nelkenschwindlinge, Netzstielige Hexenröhrlinge, diverse Täublinge und die häufige Gelbe Lohblüte. Gruß Henry

    Hallo miteinander,

    trotz verhaltener Pilzaktivitäten, waren diese in den letzten Wochen nie unterbrochen. Am 1.6.26 zeigte sich hier unter Eichen ein erster (zwinkernder ) Krempling, wahrscheinlich ein Großer Krempling, wie wir vor einiger Zeit schon einmal vermuteten. (Vor zwei Jahren Ansammlung von ca. 200 Exemplaren).

    Bild 1

    Schon am 18.5.26 wurden hier sehr zeitige Violette Rötelritterlinge gesichtet (Grünanlage). Sie waren mit ca. 6 cm Wuchshöhe relativ klein geblieben. Die Morphologie war in Ordnung. Ebenfalls Geruch und Sporenfarbe. Eigentlich zeigen uns im Garten in einer Ecke in Nähe eines großen Kirschbaums erscheinende Rötelrittelinge den Beginn des Erscheinens im Herbst an. Der diesjährige Fund schlägt aber deutlich unsere „persönlichen Rekorde“ bezüglich des Datums.

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    Beste Grüße aus Mittelelbien Henry

    Hallo Bernhard, den Witz mit der KI-Lorchel habe ich nicht verstanden. Auf jeden Fall werden mehrere latainische Namen in der Literatur verwendet.


    Hallo Uwe,

    Das mit dem Kartieren ist leider zu wenig selbsterklärend; hatte mich angemeldet, aber vergeblich. Alles, was über 5 Minuten dauert, wird wegen Zeitverschwendung von mir wieder verworfen.

    Dass Deine unbekannte Art nicht einmal einen Arbeitstitel bekommt, ist natürlich ein Fehler im System und sollte abgestellt werden.

    Sporen habe ich in den letzten beiden Erscheinungsjahren noch nie feststellen können. Geht wohl auch anderen so.

    LG Henry

    Hallo miteinander,

    bei einem kleinen Spaziergang konnten überraschend wieder Lorcheln (Helvella spadicea, man findet immer noch verschiedenen latainische Namen) gefunden werden, die schon einmal vor zwei Jahren gefunden worden (S.a. Beitrag im Forum unter „Seltene Braunviolette Lorcheln und eine Morchel“, in dem auch der Pilz bestimmt wurde).

    Der Fundort war ein armer gemähter Rasen entlang eines Weges. Der Boden hier ist sandig mit lehmigen Bestandteilen oft wechselnd.

    Insgesamt gilt für die letzten drei Jahre die folgende Bilanz:

    2024 über 60 Funde

    2025 0

    2026 bisher 15 Funde

    In Summe ist somit ein Rückgang zu verzeichnen. Die Stelle im öffentlichen Bereich ist ohnehin gefährdet. Gibt es evtl. Möglichkeiten, sie zu schützen?

    Beste Grüße aus Anhalt Henry

    Bild A

    Bild B

    Hallo miteinander,

    in den letzten Tagen (Mai 2026) waren in der Gegend einige Funde hervorgehoben worden: zwei Sommersteinpilze und ein Flockenstieliger Hexenröhrling. Umso erfreulicher ist jetzt auch das Erscheinen der Netzstieligen Hexenröhrlinge (Suillellus luridus), zehn Exemplare, am bekannten Standort (Ich hatte hier jedes Jahr darüber berichtet). Vielleicht werden es wieder noch viel mehr. Ein zweitägiger Regen und Bodenfeuchte durch Morgentau haben sicher für dieses frühzeitige Erscheinen mitgesorgt. Die Stiele waren fast alle madig und bei einigen auch in unterschiedlichem Ausmaß andere Bereiche, es reichte aber gut für eine Mahlzeit. Wir lieben diesen schönen, festen, schmackhaften Pilz, der von vielen so prachtvoll wahrgenommen wird. Die „Netzhexen“ kamen hier im Habitat zeitgleich mit den Stadtchampignons. LG Henry

    Bild I

    Bild II

    Bild III

    Bild IV

    Bild V

    Hallo und viele Dank an alle für die detaillierten Informationen. Wir hatten vor zwei Jahren ein Super-Schwefelporlingsjahr, aber ich habe sie nicht kulinarisch verwendet. Wahrscheinlich wird es auch dabei bleiben, da es offenbar einige Risikofaktoren gibt. Liebe Grüße Henry

    Liebe Corinne, Du hast Recht. Tatsächlich sind bei mindestens zwei Exemplaren auf einem der Bilder Velum- bzw. Ringreste erkennbar. Der letzte Satz im Text ist überflüssig. Vielen Dank für den Hinweis. Es ist spannend derzeit. Heute kamen hier die ersten Violetten Rötelritterlinge und zwei verschiedene Egerlinge, darunter ein Stadtchampignon. Auch zeigte sich der Mehl-Rötling Entoloma prunuloides hier. Beste Grüße aus Mittelelbien Henry

    Guten Tag miteinander.

    man findet jetzt fast jeden Tag neue Pilze, oft allerdings auch in Grünanlagen, d.h.im Siedlungsbereich, Maipilze ohnehin. Dieses Ereignis war aber wie ein Überfall: Urplötzlich erschienen im gemulchten Bereich einer Staudenrabatte sehr viele kleine Lamellenpilze mit Dimensionen um die 4 cm, Geruch wurde von uns eher mehlig-gurkig unangenehm empfunden wie bei den erwähnten Maipilzen. Im Sonnenschein wirkte die Kleinen Neulinge fast goldig, später war alles eher hellocker geworden und dunkle Sporen färbten die Lamellen. Sporenfarbe - rötlich-braun. Stiele bis 7 cm mit rillenförmiger Struktur, Burggraben, aber Lamellen angewachsen. Jungpilze mit Velum bzw. mit verschwindendem Ring, Die Pilze waren nicht schleimig.

    Bild 1

    Bild 2

    Bild 3

    Nach der ersten visuellen Fehlinterpretation (wegen der Färbung) fiel der Verdacht rasch auf Ackerlinge, die ich hier noch nie im Beet in dieser Häufigkeit gesehen hatte. Geruch und Aussehen passten, auch die häufig auftretenden „Korkenzieher“ - Stiele und das Aufreißen der Hüte bei einigen Exemplaren nach dem Regen, wie oft beim Vorauseilenden Ackerling gezeigt. Ackerlinge sind oft schwer zu unterscheiden, aber vielleicht handelt es sich auch um den Halbkugeligen Ackerling.

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    Beste Grüße aus Anhalt Henry

    Hallo miteinander,

    es geht jetzt los nach dem Regen. Heute vier Sklerotienpilze gefunden und schon genußvoll zu zweit verspeist. Daneben gab es noch Unmengen an Weitlöcherigen Stielporlingen und Braunen Borstentrameten, Maipilze, zwei Dachpilze, viele Braunsamtige Schichtpilze, Waldfreund-Rüblinge und einen duftenden Wald voller Maiglöckchen. Ich freue mich schon auf Berichte hier im Forum. Gruß Henry