Die Sporen habe ich zwecks Kontrastverbesserung der Oberflächenstruktur mit Kongo-Ammoniak versetzt.
In Fungi of Temperate Europe (Laessoe/Petersen) wird die Sporenstruktur von Gerhardtia incarnatobrunnea als "finely ornamented" beschrieben, was die Beobachtung gut wiedergibt.
Von der Zellen aus der Hutdeckschicht konnte ich weitere Bilder anfertigen, mit Fokus auf Sichtbarkeit der Hyphenenden: Schnallen sind keine zu erkennen.
Farbliche Strukturen der Huthaut wurden auch nochmal in den Fokus genommen, inwiefern sie dem Merkmal nach inkrustiertem Pigment gerecht werden, kann ich mit diesen Bildern nicht eindeutig bestätigen. Kannst du mir mitteilen, welche Quelle dieses Merkmal für die Bestimmung der Gattung/Art angibt?
Hallo,
ja, bei den Sporen scheint man eine feine Punktierung zu erkennen.
Vor allem scheint auch der Umriss etwas unregelmässig zu sein, ähnlich wie bei Rhodocybe.
Das sieht man gut auf dem REM-Foto in einer italienischen Zeitschrift [Micol. e Veget. Medit., 19 (2): 151-162. 2004]:

Dass es vermutlich keine Schnallen gibt, sieht man gut auf deinen HDS-Bildern.
Das Pigment ist vermutlich schwierig zu sehen, weil es nur sehr fein inkrustierend ist. Bei einigen Hyphen auf deinen Bildern könnte man vermuten, dass sie inkrustiert sind. Die farbigen Strukturen auf deinen Bildern sind aber wohl Fremdkörper, das Pigment müsste an den fast farblosen Strukturen sein.
Die Info zum HDS-Pigment findet sich bei Ludwig (Band 1 S. 47 als Calocybe civilis), oder auch bei den Italienern in MVM 19(2):
"Rivestimento pileico formato da un mixtum compositum di ife cilindriche a elemento terminale sovente ingrossato e di cellule allargate; pigmento eggermente incrostante e intraparietale.". Auf deinen letzten HDS-Bildern, sieht man gut die zylindrischen Hyphen und die verdickten End-Elemente, das passt soweit sehr gut.
Alles in allem spricht nichts dagegen. Du hast da eine ziemliche Rarität gefunden, Gratulation!
Hier gibt es auch noch ein schönes Portrait: https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pi…3%3A71%3A%3A242
LG Raphael