Das Spendenaufkommen zum Erhalt des Forums lässt leider sehr stark nach. Aktuell reichen die Einnahmen nicht einmal für den Server, an das eigentlich anstehende Update ist aktuell nicht zu denken.
Ich weiß, dass derzeit wenig los ist, bedauerlicherweise laufen die Kosten aber auch außerhalb der Pilzsaison weiter.
Bitte, gebt euch einen Ruck. Auch viele kleine Beträge machen etwas aus und helfen beim Erhalt des Forums.

Hier direkt Spenden

Beiträge von MycoLab

    Hallo zusammen,

    unterwegs bin ich diesem Pilz begegnet, den ich genauer unter die Lupe nehmen wollte. Auf dem Boden um Mischwald wachsend, in der Nähe von Laubbäumen. Schnell wurde ersichtlich: der hat seine beste Zeit längst hinter sich, Trockenschaden und beginnende Eiweißzersetzung machen dem Pilz zu schaffen.

    Falls dennoch jemand eine Idee abgeben mag, womit wir es hier zu tun haben, freue ich mich auf die Einschätzung.

    Viele Grüße,

    ML

    Hallo Andy,

    stark vielen Dank, das hat sehr weitergeholfen!

    Dann passt das auch wunderbar zu dem Geruch, den der Parey beschreibt mit "auffallend stinkend, mit Knoblauchkomponente".

    Das sollte dieses Kapitel abschließen.

    Einen schönen Abend an alle mitlesenden :)

    Hallo Mister X,

    ich stimmte dir zu, ich kenne Langstielige Knoblauchschwindlinge mit eindeutigem Geruch.

    Hier im vorliegenden Fall würde ich sagen: ein Knoblauchschwindling, der nicht uneingeschränkt und zweifelsfrei nach Knoblauch duftet oder schmeckt, sollte auch nicht als solcher angesprochen werden.

    So handhabe ich das jetzt mit diesem Fund.

    Besten Dank und Gruß,

    Mykolab

    Hallo zusammen,

    die Fichtenwälder sind derzeit von diesem kleinen Schwindling.

    Hutdurchmesser 0,9 cm, Stieldicke 1-2mm, Sporenmaße 8,4 x 3,9 µm.

    Sieht so aus wie ein kleiner Knoblauchschwindling, Sporen passen auch. Einzig der Geruch will nicht richtig passen, er riecht unangenehm, an Abfälle oder altem Kohl erinnernd. Dann ist man von Geruch her natürlich schnell beim Kohlestinkschwindling, der sollte aber einen vergleichsweise massigeren Fruchtkörper haben.

    Was meint ihr dazu?

    Gruß, Mycolab

    Hallo zusammen,

    weitere Mikromerkmale habe ich leider zu diesem Fund nicht.

    Der Stiel des Gelbblättrigen Rüblings sollte hohl sein, bei diesem Fund war er allerdings voll. Das spricht gegen den Gelbblättrigen Rübling.

    Gefunden wurde der Pilz im sauren Mischwald, in Fichtennähe.

    Beste Grüße und euch noch einen schönen Abend!

    Hallo zusammen,

    anbei ein Fund aus dem Mischwald. Auf dem Boden hat sich dieser kleine Hellsporer gezeigt. Hutdurchmesser ca. 1,2 cm Stieldicke 0,1-0,2 mm. Der Stiel ist nicht hohl, und hat im Schnitt gelbliches Fleisch.

    Die Lamellen sind gelblich, dicklich, wellig und ausgebuchtet angewachsen. Fast frei wirkend. Die Huthaut ist bräunlich bereift.

    Der Pilz riecht nicht auffällig.

    Mikroskopisch habe ich die Sporen, hyalin, mit strukturierter Oberfläche, nicht amyloid. Sporenmaße: 9,8 x 4,1 µm.

    Für eine Artbestimmung sind sicher weitere Mikro-Infos notwendig, die nicht vorliegen.

    Vielleicht aber habt ihr einen Vorschlag, in welcher Gattung wir uns hier befinden.

    Beste Grüße, Myko

    Wie spannend :)

    Danke Raphael für die weiteren Informationen!

    Und danke allen für die Zeit, die Ihr bei der Unterstützung aufgewendet habt. Sehr interessant und lehrreich :lightbulb:

    Viele Grüße, Mycolab

    Hallo,

    Gerhardtia incarnatobrunnea

    Wieder was neues gelernt, danke dafür!

    EIn wichtiges Merkmal beim Braunen Büschelrasling ist ja die knautische Konsistenz. Ich würde mal vermuten, dass der Scheinrasling, die nicht so aufweist.

    VG Thiemo

    Hallo Thiemo,

    danke für deinen Input! Ich habe für mich festgehalten auf die Abziehbarkeit der Huthaut zu achten: beim Braunen Büschelrasling ist sie abziehbar. Wenn sie es nicht ist, dann liegt auf jeden Fall eine andere Art vor. Bei diesem Fund konnte die Huthaut nicht mal ansatzweise abgezogen werden.

    Beste Grüße, ML

    Guten Morgen Raphael,

    danke für deine Ergänzungen. Einen ganzen Fruchtkörper hatte ich nicht mehr zur Verfügung, jedoch aber ein kleines Stück aus dem Hut mit Huthaut und Lamellen. Damit konnte ich einen weiteren Sporenabwurf erhalten.

    Die Sporen habe ich zwecks Kontrastverbesserung der Oberflächenstruktur mit Kongo-Ammoniak versetzt.

    In Fungi of Temperate Europe (Laessoe/Petersen) wird die Sporenstruktur von Gerhardtia incarnatobrunnea als "finely ornamented" beschrieben, was die Beobachtung gut wiedergibt.

    Von der Zellen aus der Hutdeckschicht konnte ich weitere Bilder anfertigen, mit Fokus auf Sichtbarkeit der Hyphenenden: Schnallen sind keine zu erkennen.

    Farbliche Strukturen der Huthaut wurden auch nochmal in den Fokus genommen, inwiefern sie dem Merkmal nach inkrustiertem Pigment gerecht werden, kann ich mit diesen Bildern nicht eindeutig bestätigen. Kannst du mir mitteilen, welche Quelle dieses Merkmal für die Bestimmung der Gattung/Art angibt?

    Beste Grüße,
    Mykolab

    Hallo

    Hast du eigentlich auch ein Schnittbild? Könnte das vielleicht ein Fleischbräunlicher Scheinrasling - Gerhardtia incarnatobrunnea sein? Ich habe es nur kurz angeschaut, aber die Sporen sollten, soweit ich gesehen habe, passen und auch die Merkmale könnten passen. Den Geruch beschreibt Ludwig mit: "Geruch im frischen Schnitt schwach, aber deutlich nach Mehl". Wenn du aber keinen Schnitt gemacht hast, hast du den Geruch evtl. gar nicht wahrgenommen, da er als schwach beschrieben wird. Kannst ja mal vergleichen.

    LG
    Benjamin

    Hallo Benjamin,

    danke für den wertvollen Hinweis! Ein Schnittbild habe ich leider nicht. Einen Mehlgeruch konnte ich nicht in auffälliger Ausprägung feststellen, ggf. hat er sich nur schwach entwickelt. Dennoch: zu deinem Art-Vorschlag passen die Merkmale so überzeugend, dass ich sie als hinreichend für die Artbestimmung erachte.

    Interessant, dass diese Art nicht aus Verwechslungspartner für den Braunen Büschelrasling genannt wird. Wohl aufgrund der Seltenheit seines Auftretens... mich hat er jedenfalls dahingehend getäuscht :)

    Danke und beste Grüße, ML

    Hallo Raphael,

    danke für deine Rückmeldung :)

    Siderophile Granulation - interessanter Hinweis! Das habe ich nicht ausprobiert, dafür habe ich die Reagenzien nicht da.

    Ausprobiert habe ich Melzer. Damit konnte ich zumindest erkennen, dass die Sporen nicht amyloid sind.

    Den Geruch habe ich als unauffällig wahrgenommen.

    Die Huthaut von diesem Exemplar konnte nicht abgezogen werden, im Gegensatz zum Braunen Büschelrasling. Sicher wäre bereits dieser Unterschied auch ohne die Sporenbetrachtung schon der eindeutige Hinweis gewesen, dass hier eine andere Art vorliegt.

    Es ist erstaunlich, dass sich dieser Fund erst in den weniger offensichtlichen Merkmalen vom Braunen Büschelrasling unterscheidet. Aber auch als primärer Verwechslungspartner ist diese Art nicht zu finden...

    Viele Grüße, ML

    Hallo zusammen,

    ich habe hier einen Fund aus dem Mischwald, der vom gesamten makroskopischen Erscheinungsbild auf den Braunen Büschelrasling hindeutet.

    Die Sporen allerdings passen nicht dazu: sie haben eine Größe von 5,3x3,1 µm, und sind nicht sphärisch (Q: 1,7). Der Braune Büschelrasling sollte etwas größere, rundliche Sporen haben.

    Vielleicht habt ihr einen Hinweis, was hier nicht zusammenpasst?

    Danke euch :)

    Hallo miteinander,

    hier ein spannender Fund aus dem Laubwald, gefunden an einem vom Moos überwachsenen Laubholzstumpf. Auf den schnellen Blick könnte man meinen, hier einen Täubling vorliegen zu haben. Das zerfasernde Fleisch widerlegt diese Annahme jedoch rasch. Dies ist ein Hellsporer, der den Anschein eines Holzzersetzers erweckt. Vermutlich aber hat er sich als saprob wachsender Bodenbewohner aus der Moosschicht hervorgetan. Das zarte Rosa der Huthaut und die hyalinen Sporen mit einer Größe von 5,1 x 2,9 µm deuten auf die Gattung der Schönköpfe (Calocybe) hin.

    Seht ihr das ähnlich?

    VG, ML

    Hallo miteinander,

    vergangene Woche zeigte sich dieser schön gewachsene Voreilende Ackerling (Agrocybe praecox) im Mischwald.

    Beachtet insbesondere die Hymenialzystiden, diese sind bei diesem Exemplar bemerkenswert bauchig ausgeformt.

    Beste Grüße,

    ML

    Hallo zusammen,

    die These, dass Melzers Reagenz den oben beschriebenen Effekt auf Sporen hat, konnte leider nicht weiter belegt werden. Die Beobachtung ließ sich nicht durch weitere Sporenabwürfe von Fruchtkörpern derselben Art reproduzieren.

    Die ausgekeimten Sporen lieferten ein schönes Foto, die Verbindung mit Melzer hingegen scheint wohl eher zufällig zu sein. :)

    Beste Grüße, ML

    Wer weiß - vielleicht haben wir es hier mit einem interessanten, in der Literatur kaum bis gar nicht beschriebenen chemischen Merkmal zu tun.

    Die Sporen dieser Art setzen in Kontakt mit Melzers Reagenz eine Hyphe frei.

    Warum ist die eine Frage, und wie weit dieses Merkmal in höher angeordneten Taxonomien (Gattung, Familie) zu finden ist, das ist die andere Frage.

    Sollten sich dazu weitere Erkenntnisse ergeben, berichte ich :)

    Vielen Dank :) Will mal sehen wie weit ich mit der Art komme.

    Ein interessantes Phänomen hat sich noch bei der Anwendung von Melzer ergeben. Normalerweise wende ich Melzer nur bei Pilzen mit weißem Sporenpulver, bzw. hyalinen Sporen, an. Der erste Beitrag zu diesem Thema hat mich dazu bewogen, hier einmal Melzers Reagenz auszuprobieren.

    Das Ergebnis war ganz erstaunlich, und das hab ich bei Sporen bisher noch nie beobachtet: Melzers Reagenz hat sämtliche Sporen zur unmittelbaren Auskeimung bewogen (oder der Sporen-Innendruck hat sich erhöht und die Sporen sind an der schwächsten Stelle aufgeplatzt).

    Zu sehen ist das auf dem letzten Bild.

    Hast du / habt ihr für dieses Phänomen eine Erklärung?

    Vielen Dank für die Einschätzung!

    In der Gattung Galerina hätte ich eher warzige Sporen erwartet, und die kugeligen Strukturen in der Huthaut sind in der Gattung offenbar nicht in der Ausprägung zu finden.

    Könnten wir uns in der Familie der Mistpilzverwandten (Bolbitiaceae) befinden? Die glatten Sporen und kugeligen Hutstrukturen können dort gefunden werden.

    Melzers Reagenz habe ich soeben auf die Sporen gegeben. Eine auffällige Farbreaktion konnte nicht festgestellt werden, dafür aber etwas anderes interessantes:

    Unmittelbar nach der Zugabe von Melzers Reagenz wurden alle Sporen binnen Sekunden/weniger Minuten offenbar zur Auskeimung direkt auf dem Objektträger bewegt (siehe angefügte Abbildung).

    Gerne um Info, falls jemand schon einmal ähnliches gesehen hat, oder eine Erklärung dazu geben kann.