Beiträge von MisterX

    Tatsächlich nicht auf Holz , sondern auf dem Boden … was mich verunsichert …

    Das kann beim Purpurfilzigen Holzritterling auch vorkommen. Das Myzel wächst dann auf vergrabenem Totholz. Wie gesagt, glaube du liegst richtig, aber einen Täubling sollte man trotzdem mit der Konsistenz von Fleisch und Lamellen ausschließen.

    Hallo Chris,

    Willkommen im Forum :)

    Das klingt erstmal plausibel, Da der auch aber so ein kleines bisschen Täublingsmäßig aussieht, wären meinen Rückfragen: 1. Wuchs der Pilz auf dem Boden oder direkt auf Holz? 2. Lässt sich der Stiel von unten faserig zerteilen oder bricht er wie Styropor bröselig ab?

    Ich wollte eigentlich nur wissen, ob es Zitzen Schirmling ist und was ihr dazu sagt.

    Ich würde sagen kein Zitzen-Riesenschirmling. Eher ein Parasol oder ein Sternschuppiger Riesenschirmling.

    Nach was riecht eigentlich der Stamm nach Anritzen von so einen Parasol? Es hat angenehm gerochen, aber ich kam nicht drauf nach was es riecht.

    Ich finde, er riecht relativ unauffällig/pilzig. In der Pilzberatung habe ich allerdings auch mehrfach gehört "nach Tintenkiller", einige scheinen diesen speziellen Geruch wahrzunehmen.

    Ich habe letztes Jahr exakt an der gleichen Stelle Parasole mit flacheren Schirmen und mini Spitze gefunden und verspeist. Dieses Jahr haben sie deutliche Spitzen auf den Hüten.

    Alle Riesenschirmlinge können mal mehr, mal weniger ausgeprägte Buckel haben. Der Zitzen-Riesenschirmling hat ihn tendenziell schon deutlicher, aber auch der kann mal flacher ausfallen.

    bist Du dir da sicher? Ich hätte den eher als eine Tubaria bezeichnet.

    Nein, sicher nicht, aber der Stiel war verdrehbar und zurückfedernd, daher die Vermutung, dass es ein Rübling ist. Mit Hut, Lamellen und Stielfarbe war ich dann beim Samtfußrübling. Der hat auf manchen Substraten auch anscheinend sehr kleine Fruchtkörper. Wurde wohl auch direkt auf Holz gefunden.

    Leider kann man die Bilder nicht vergrößern.

    Man kann Strg gedrückt halten und dann entweder + drücken oder mit dem Mausrad heranzoomen.

    Hallo Stephan,

    vielen Dank für die sehr interessanten Einwände, und gleich vorab, ich glaube du hast Recht und wir haben falsch bestimmt.

    der Stacheling wäre für die Option Phellodon niger sehr ungewöhnlich gefärbt. Phellodon niger ist typischerweise blauschwarz gefärbt mit weißen Zuwachszonen, deswegen das Epithet "niger". Dein Pilz sieht dagegen eher braunrosa aus.

    Wir hatten den mit den Zeichnungen im Gminder/Karasch vergleichen. Schon da ist uns ein Unterschied aufgefallen, das hatten wir aber darauf zurückgeführt, dass es eben Zeichnungen sind und für eine normale Abweichung gehalten. Die von dir vorgeschlagenen Arten passen farblich aber eindeutig besser.

    Falls das Pilzfleisch eher zart und mürbe ist, käme mMn stattdessen Bankera violascens (bei Fichte!) oder vielleicht auch Bankera fuligineoalba (bei Kiefer!) in Betracht. Nur wenn das Fleisch korkartig-zäh ist, kommt ein Phellodon in Betracht.

    Das Fleisch war definitiv mürbe, bzw. teilweise sogar fast bröselig. Auf keinen Fall korkartig.

    Sowohl die Bankeras als auch die Phellodons riechen nach Maggiwürze.

    Bankera violascens passt in der Tat hervorragend, da er deutliche Violetttöne hatte, was auf dem Bild auch ansatzweise zu sehen ist. Geruch nach Maggi passt auch. Fleisch "weich (nicht korkig-zäh), etwas faserig, immer mit einem rosa bis lilafarbenen Ton". Und die KOH-Reaktion..."sofort grün bis olivgrün verfärbend", stimmt auch.

    Violetter Weißsporstacheling, Violetter Stacheling, Violetter Korkstacheling (BANKERA VIOLASCENS)

    Ja, der ist es! Wir haben falsch bestimmt.

    Der Grund war: Bankera violascens steht im Gminder/Karasch auf der gleichen Seite wie Phellodon niger (S. 584, 1. Aufl.) allerdings ohne Angabe zur KOH-Reaktion. Von den Phellodon/Bankera-Arten mit Liebstöckel-Geruch steht dort nur bei Phellodon niger eine grüne KOH-Reaktion. Daher dachten wir, es kann nur der sein und nicht ausreichend beachtet, dass die Fleischkonsistenz nicht stimmt ("korkig lederartig" bei Phellodon niger).

    Herzlichen Dank für den Hinweis :thumbup:

    Hallo Migmig,

    Willkommen im Forum :). Ich sehe hier Riesenschirmlinge, also z.B. den Parasol oder eine eng verwandte Art.

    Falls du eine Verzehrabsicht hast, was aus deinem Beitrag soweit ich erkennen kann nicht hervorgeht, aber durchaus sein kann, da die Pilze scheinbar in der Küche fotografiert sind, musst du - wie Andy schon sagt - die Pilze um sicher zu gehen einem Pilzsachverständigen vorlegen oder zu einer Pilzkontrollstelle gehen. Pilzsachverständige findest du hier:

    Pilzsachverständige finden / DGfM

    Pilzkontrollstellen und Öffnungszeiten erhälst du bei den Pilzvereinen in deiner Gegend.

    Weiter frohes Sammeln und Bestimmen!

    Hallo Andy,

    wären dir die Lamellen dafür nicht zu breit stehend? Der Riesenkrempentrichterling hat auf den Bildern, die ich hier auf der Homepage sehe (und lt. Literatur) eng stehende Lamellen. Das war das Gegenargument des PSV in der Pilzberatungsstelle.

    Hallo Pilzfreunde,

    diesen Pilz konnte heute in der Pilzberatung auch der PSV nicht bestimmen. Einen Mönchskopf schließt er aus, ebenso den Riesenkrempentrichterling (Lamellen nicht engstehend genug). Mein Tipp war der Weiße Krempentrichterling. Die leichten Rötungen bitte ignorieren, die kommen daher weil im gleichen Korb Reizker lagen.

    Geruch: Deutlich würzig, aber nicht wie der Mönchskopf.

    Zu Fundort/Substrat leider keine Angabe, vermutlich im Wald.

    Habt ihr eine Idee?

    Hallo Pilzfreunde,

    heute kamen einige echt spannende Funde rein. Für mich alles Erstsichtungen (Erst"funde" sind es ja nicht, wenn die jemand anderes mitbringt):

    1. Natternstieliger Schleimfuß (Cortinarius trivialis). Lt. Gminder/Karasch ist er in Deutschland weit verbreitet. Bei uns wohl nicht, der PSV in der Pilzberatung, der seit Jahrzehnten Pilze sammelt, meinte er sieht den zum ersten Mal.

    2. Weißer Rasling: Ob das jetzt "Lerchensporn" ist kann ich schlecht sagen, dummerweise blüht der im Frühjahr, aber er riecht definitiv süßlich.

    3. Schwarzer Duftstacheling (Phellodon niger). Riecht deutlich nach Maggi, tun aber wohl andere Ähnliche auch. Bestimmt durch KOH-Reaktion (dunkelgrün, sowohl im Fleisch als auch auf dem Hut), die leider in den Lichtverhältnissen vor Ort auf den Bildern nicht so rauskommt. In der Realität war es aber eindeutig (wurde dann aber recht schnell schwärzlich).

    4. Gelbmilchender Becherling (Peziza succosa). Die Gelbfärbung der Milch sah man aber nur nach ein paar Minuten auf dem Taschentuch gut. Im besseren Licht war es sogar ein richtig starkes Neongelb.

    5. Braunroter Blätterwirrling (Daedaleopsis tricolor). Durch die mehrfachen Gabelungen der labyrinthischen Lamellen war er gut bestimmbar.

    6. Dreifarbiger Krempenritterling (Leucopaxillus compactus). Wurde als solcher bestimmt, von einem sehr erfahrenen Pilzexperten. Mir war die Art unbekannt.

    7. Auch interessant: Beim Grünen Knollenblätterpilz lernt man, die Huthaut ist bis zur Hutmitte tortenstückartig abziehbar. Bei dem hier hats überhaupt nicht funktioniert. Gute Erinnerung, dass einzelne Merkmale immer wieder auch mal nicht idealtypisch zutreffen können.

    8. Und zum Schluss noch: Der erste Baby-Samtfußrübling der Saison :)

    Wünsche euch allen weiter frohes Sammeln und Bestimmen!

    Es tut mir leid, ich wollte niemanden verärgern.

    Wenn deine Beiträge ernst gemeint waren, dann tut es mir leid, dass ich etwas anderes verdächtig habe. Wie gesagt, wenn es sich um ernsthafte Bestimmungsanfragen handelt, immer her damit. Falls verzehrt werden soll, aber bitte unbedingt zum PSV oder in die nächste Pilzkontrollstelle. Gerade jetzt im Herbst gibts da regelmäßig offene Termine wo man unangemeldet hingehen kann.

    Und halte dich bitte was Pilze angeht von diesem "großen Experte" fern. Wenn das stimmt, was du erzählt hast, ist er das nämlich mit Sicherheit nicht.

    Wie immer freue ich mich auch über Hinweise darauf, was besonders an Merkmalen zu beachten ist, abgesehen von dem, was ich kenne!

    Hallo Christiane,

    hier ist meine Liste, die ich mir dazu zusammengeschrieben habe, vielleicht hast du davon noch nicht alles auf dem Zettel:

    Sichere Unterscheidungsmerkmale:
    *Schüppchen am Stiel (StS) vs. glatt mit silbriger Überfaserung (GH)
    *Inamyloides (StS) vs. dextrinoides Sporenpulver (GH)
    *Rote KOH-Reaktion auf dem Hut schließt Stockschwämmchen aus

    Unsichere Unterscheidungsmerkmale:
    *Schüppchen auf dem Hut bei jungen Stockschwämmchen
    *Stockschwämmchen meist mit deutlich größerem Fruchtkörper, Gifthäubling oft sehr schmächtig
    *Stockschwämmchen wachsen oft in großen Büscheln, Gifthäublinge meist einzeln, gesellig oder maximal in kleinen Büscheln (wenige Fruchtkörper wachsen aus einem Strunk)
    *Stockschwämmchen mit deutlicherer Ringzone
    *Geruch würzig-pilzig-angenehm beim Stockschwämmchen, muffig-unangenehm bis unbedeutend beim Gifthäubling
    *Substrat beim Stockschwämmchen meist (aber nicht immer) Laubholz, beim Gifthäubling meist (aber nicht immer) Nadelholz

    Sie schmecken gekocht in der Tat genauso lecker süsslich, wie du sie bei deiner Geschmacksprobe beschrieben und wie auch ich sie in Erinnerung hatte und eigentlich nicht bitter.

    Das ist ja total spannend. Da müsste man sich echt mal Dessert-Ideen damit überlegen. Vielleicht bleibt der Geschmack auch beim Trocknen erhalten oder intensiviert sich sogar. Dann könnte man die wie Trockenfrüchte essen.