Beiträge von MisterX

    Jaja, der ist es, habe ich auch schonmal gefunden, auch genau auf solchen Holzschnipseln. Das Bild ist leider bei der Forenmigration verloren gegangen. Sah aber genau so aus.

    MisterX
    11. Mai 2023 um 19:30

    Mittlerweile reagiere ich allerdings immer stärker auf die Bisse. Ich merke auch spätestens nach einmal schlafen oder selbst nach wenigen Stunden, dass mich etwas gebissen hat, weil meine ganze Haut juckt (nicht nur die bissstelle).

    Lustig, ich hatte jetzt auch wieder eine Zecke und da war dann zum ersten Mal überhaupt auch so ein leichter Juckreiz, wie bei einem Schnakenstich. Das hatte ich bei den bisherigen Zecken nie.

    Die Stelle sah für 1 Tag genau so aus wie bei meiner ersten Erkrankung ganz am Anfang des Threads, also ein stark geröteter Hubbel (wie Mückenstich) und ca. 1 cm. rot außen rum. Nach 1 Tag hörte der Juckreiz auf und die Rötung war weg. Der rote Hubbel verblasst inzwischen (3 Tage später) auch.

    Also wenn das ein Zeichen für Immunität ist, scheint es bei mir zu funktionieren (zumindest diesmal).

    Was uns übrigens auch noch auffiel ist, dass wir uns nach der Mahlzeit gar nicht müde und voll gefühlt haben wie normalerweise nach Junkfood, trotz Ausbraten in gesättigtem Kokosfett und viel Mayo. Das lässt vermuten, dass so ein Pilzschnitzel schon auch deutlich gesünder ist als mit Fleisch.

    Wir haben jetzt nochmal von einer der Eichen neue Fruchtkörper geholt. Sie waren schon flach ausgebreitet, hatten aber noch eine dünne gelbe Zuwachszone und waren von der Konsistenz relativ fest aber immer noch etwas weich.

    Wir vermuten, dass das der beste Erntezeitpunkt ist, zumindest für die Zubereitung als Nuggets oder Schnitzel.

    Zubereitung wie gehabt, mit Panade aus Mehl und Semmelbröseln, nur Salz und Pfeffer. Der Geschmack war diesmal wieder durchaus ähnlich wie Hähnchenschnitzel. Konsistenz quasi perfekt, fest, aber nicht trocken.

    Interessanterweise haben wir bei manchen Teilen des Fruchtkörper (ich würde sagen ca. 10% insgesamt) eine leichte aber kaum störende Bitternote festgestellt. Vielleicht geht das durch Abkochen raus, haben wir nicht gemacht, und hatten wieder keine Unverträglichkeiten. Auf 10 Minuten bei ca. 100 Grad (gemessen mit Thermometer) haben wir allerdings wieder geachtet.

    Ein Vorteil durch Abkochen (in Salzwasser), den ich mir vorstellen könnte, ist, dass man auf die Art Salz in den Pilz bekommt. Der ist nämlich in den Nuggets völlig ungesalzen. Nur die Panade ist salzig. Geschmacklich wäre es wahrscheinlich gut, wenn der Pilz auch einen gewissen Salzgehalt hätte.

    Wir haben ihn jetzt wenn ich richtig mitgezählt habe viermal innerhalb von 10 Tagen verzehrt. Mir ist es noch nicht langweilig, ich würde nochmal Nachschub holen, wenn ich mehr Stellen hätte, allerdings nur im perfekten Alter. Zu jung ging gar nicht (wurde schwabellig-schleimig) und zu alt war auch nichts (trocken, geschmacksarm).

    Heute nochmal geholt, diesmal von Wildkirsche. Leider etwas zu alt, daher ein wenig zäh und trocken. Die einhellige Meinung der drei an der Mahlzeit Beteiligten: Der Pilz selbst ist geschmacksarm mit einer leichten Hühnchen-Note (Hühnchen ist ja auch recht geschmacksarm). Diesmal haben wir abgekocht. Glaube das macht für den Geschmack keinen großen Unterschied. Man schmeckt hauptsächlich die Panade, die sollte man daher gut würzen. Und verschiedene Saucen dazu (Ketchup, Chili-Sauce usw.).

    Im Vergleich zu den jüngeren Fruchtkörpern an Eiche fanden wir keinen großen Unterschied. Erst der ältere Fruchtkörper an Eiche wurde leicht bitter.

    Falls man aus den drei Mahlzeiten einen Schluss ziehen kann/möchte, dann der, dass Eiche vs. Wildkirsche bei Fruchtkörpern im idealen Alter keinen großen Unterschied zu machen scheint. Das Alter der Fruchtkörper war bei uns wichtiger als das Substrat. Wir brauchen da aber natürlich weitere Erfahrungswerte.

    Meine Mitsucherin, die auch wieder dabei war, hat auch eine geschmackliche Verschlechterung im Vergleich zu letzter Woche festgestellt, eine Bitternote war ihr aber nicht aufgefallen. Sie ist aber auch nach eigener Aussage gegen Bitterkeit wenig empfindlich, sie meinte sogar bei Milzkraut, dass es kaum bitter wäre ^^.

    Dem Vernehmen nach gibt es wohl auch die Ansicht, dass der Pilz - wie viele andere Arten - aromatischer wird, wenn man ihn trocknet. Aus den getrockneten Pilzen soll man nach dem Aufquellen auch wieder Nuggets machen können, aber dann mit dem stärkeren Aroma auch andere "normale" Pilzgerichte.

    Wir wollen das mal ausprobieren, ob noch dieses Jahr muss man sehen, wegen der aktuellen Hitze wird es bei unseren bekannten Stellen wohl bald zu Ende sein.

    Haben nochmal vom selben Baum geholt, wo wir schon die etwas älteren gesammelt hatten (vermutlich Eiche) und diesmal habe ich tatsächlich eine leichte Bitternote wahrgenommen. Überhaupt waren sie geschmacklich schlechter dieses Mal.

    Man muss glaube ich den Pilz in einem bestimmten Zeitfenster sammeln, zu jung und er ist zu weich, zu alt und er verliert an Geschmack.

    Unverträglichkeiten hatten wir auch diesmal nicht. Wir haben aber auch genau auf eine lange Erhitzungsdauer geachtet (mit Deckel) und mit einem Thermometer kontrolliert, dass das Innere der Nuggets tatsächlich die Zeit über bei ca. 100 Grad war.

    Geschmacklich wird der Schwefelporling doch total überbewertet. Ich könnte darauf auch verzichten.

    Er ist auf jeden Fall - aus unserer Sicht - nicht sehr vielseitig einsetzbar. Für uns war nur die Verwendung paniert als Nuggets/Schnitzel lohnenswert, die anderen Zubereitungsformen waren eher unspektakulär. Dinge wie im Salat (abgekocht!) usw. wollen wir eventuell noch ausprobieren, glaube aber nicht, dass das der Knaller wird.

    Die Nuggets sind aber schon was Besonderes, weil sie von Konsistenz und ansatzweise auch vom Geschmack schon Chicken-Nuggets ziemlich nahe kamen. Aber auch da fand ich das Parasol-Schnitzel aromatischer.

    Er ist halt sehr ergiebig, kaum verwechselbar und wächst in einer pilzarmen Zeit. Vielleicht erklärt das zum Gewissen Grad seine Beliebtheit.

    Hallo Veronika,

    also nicht nur Übelkeit oder Magenschmerzen, sondern schon etwas heftigeres. Vielleicht muss man bei dem Pilz mit Alkohol vorsichtig sein. Oder es es sind natürliche Schwankungen in irgendwelchen Wirkstoffen und es kann jeden treffen, je nachdem welches Exemplar man erwischt.

    Auf jeden Fall ist er bei der DGfM nicht umsonst nicht auf der Positivliste, sondern auf der Liste mit uneinheitlich beurteiltem Speisewert. Begründung unter anderem "gelegentlich gastrointestinale Beschwerden".

    Wir werden ihn wahrscheinlich auch weiter essen, vermute ich zumindest mal, will da nicht für meine Mitsucherin sprechen, die dem Vernehmen nach incognito auch hier im Forum ist ;)

    Mal sehen, wie lange es bei mir gutgeht ^^

    Wir (2 Personen) haben den Pilz sehr gut durchgegart, die Nuggets mit Deckel lange gebraten, Deckel immer wieder trockengewischt, damit sie trotzdem knusprig werden, mit einem Thermometer getested, dass im Innern fast 100 Grad waren. Außerdem kein Alkohol zum Essen.

    300-400 g pro Person waren so bei uns problemlos verträglich. Teilweise gesichert und teilweise äußerst wahrscheinlich von Eiche.

    Interessant die Aussage aus dem Nachbarforum: "Empfehlung geht aber ganz klar in Richtung Trockenware. Frisch ist die Konsistenz nur halb so gut. Jedes mal wenn ich den Schwefelporling frisch zubereite bin ich davon enttäuscht. Die glaubhafte Konsistenz von Hühnerfleisch kommt erst nach dem Trocknen so richtig gut zur Geltung."

    Das müssen wir auch mal ausprobieren. Dann ist er vielleicht für mehr geeignet als nur für Nuggets.

    Wir haben von Beiden ein Stück mitgenommen und verglichen. Bei uns wurden die panierten Nuggets mit denen vom ersten Bild innen total lätsch und fast schon schleimig. Die vom zweiten Bild waren dagegen sehr ähnlich wie Hähnchen. Das betrifft nur die Konsistenz. Der Geschmack war fast gleich.

    Meine Mit-Sucherin hat mir gerade noch Bilder von gestern geschickt. Also der Fruchtkörper im ersten Bild war noch zu jung und zu weich. So einen würden wir nicht wieder sammeln. Bei dem im zweiten Bild hatten die Randbereiche (kleine härtere gelbe Zuwachszone) die richtige Konsistenz, nahe der Anwachsstelle war er zu hart.

    Hallo Pilzfreunde,

    wir hatten am Wochenende die Möglichkeit den Schwefelporling zu testen.

    Wir haben ihn auf Eiche gefunden. Bittere, herbe oder säuerliche Geschmacksnoten konnten wir bei allen Rezepten, die wir probiert haben überhaupt nicht feststellen. Wir haben den Pilz nicht abgekocht, aber bei allen Rezepten mindestens 10 Minuten oder länger bei ca. 100 Grad Hitze gehalten (mit Thermometer überprüft). Wir waren zu zweit und jeder hat schätzungsweise 400g Frischpilz verzehrt. Negative Reaktionen hatten wir nicht.

    Wir haben folgende Rezepte ausprobiert:

    1. Gebraten als Fleischersatz in einem Pilzdöner: In dünne Scheiben geschnitten und ausgiebig in der Pfanne gebräunt mit Fladenbrot, Tomate, Gurke Yoghurt. Er schmeckt hier üblich pilzig, ich würde sagen ähnlich wie ein gebräunter Pfifferling. Relativ unspektakulär. Richtig fleischartig schmeckt er nicht, und auch die Konsistenz wird beim Bräunen nicht wie Fleisch, sondern wie gesagt eher wie ein Pfifferling. Also kann man machen, lohnt sich aber nicht unbedingt. Für dieses Rezept eignet sich der Mairitterling bei richtiger Zubereitung viel besser, er ist dann meiner Erfahrung nach der fleischigste Pilz überhaupt.

    2. Als Frikassee in einer Bärlauchsuppe: Also im Prinzip einfach in Scheiben geschnitten und mitgekocht. Der Pilz war völlig geschmacklos. Die Konsistenz erinnerte ganz entfernt an zu trockenes, verkochtes und brüchiges Hühnerfleisch. Also geschmacklich kann man den Pilz gekocht vergessen, die Nährstoffe des Pilzes kann man sich so natürlich gut zuführen. Man kann ihn einfach mit der Suppe mitlöffeln, er ändert den Geschmack der Suppe nicht.

    3. Paniert als Nuggets: Das wäre eindeutig unsere Empfehlung. Wir haben ihn vegan paniert. Zuerst in Mehl geschwenkt, dann ein flüssiger Teigmantel aus Mehl vermischt mit Wasser, Salz und Pfeffer, dann nochmal in Mehl geschwenkt (Semmelbrösel oder Panko hatten wir nicht da). Wir haben in vollständig gehärtetem raffiniertem Kokosöl gebraten (gibt am wenigsten Fehlgeschmack, wenn man lang und sehr heiß brät). Wir haben nicht frittiert, da wir nicht so viel Öl wegwerfen wollen.

    Paniert war ganz eindeutig unser favorisiertes Rezept. Hier war es aber sehr wichtig, den Pilz im richtigen Altersstadium zu verwenden. Wir hatten hier verschiedene Teile der Fruchtkörper geerntet. Wenn die gelbe Zuwachszone noch dick und weich war und der Pilz noch recht stark mit Wasser vollgesogen war, war der Pilz zu weich für Nuggets. Es ergab sich eine lapprige teils schleimige Konsistenz. Am besten waren die Teile, die schon etwas dünner waren, deutlich mit Orangefärbung, wo man kein/kaum Wasser mehr rausdrücken konnte und wo die Zuwachszone dünn und nicht mehr deutlich weicher war.

    Mit diesen Teilen des Fruchtkörpers fingerdick geschnitten und paniert konnten wir "Chicken"-Nuggets machen, die teilweise echt einen leichten Hähnchengeschmack gehabt haben. Ein starkes Aroma sollte man nicht erwarten, der Pilz ist auch hier geschmacksarm, aber ein deutlicher Hauch von Hähnchengeschmack ist zu verspüren. Schön ist auch, dass der Pilz beim Erhitzen seine Farbe behält und nicht wie einige andere grau wird. Wie oft bei Paniertem schmeckt man allerdings hauptsächlich die Panade. Es kam aber in Konsistenz und Geschmack einen Chicken-Nugget oder Hühnchenschnitzel teilweise durchaus nahe.

    So kann man mal echtes Pilz-Junkfood machen, mit Pommes, veganer Mayonnaise und Ketchup 8).

    Rezept 3 werden wir sicher mal wieder machen. Für alle anderen Verwendungsformen wäre ich bei dem Pilz eher skeptisch.

    Habe mir zur Unterscheidung von Schuppiger Porling vs. Sklerotienporling in meinen Aufzeichnungen folgendes notiert:
    *Oft sehr groß vs. höchstens mittelgroß (bis 12 cm Hutdurchmesser)
    *Stiel seitlich bis stark exzentrisch vs. zentral bis leicht exzentrisch
    *Hutrand nicht bewimpert vs jung leicht bewimpert/gefranst
    *Stiel älter schwarz vs. Stiel nie schwarz
    *Geruch gurkig/fruchtig/honigartig/nach Melone vs. würzig/pilzig
    *Geschmack mild bis nussig vs. leicht bitterlich
    *Vorkommen oft am Stamm/Stumpf, verschiedene Laubhölzer vs. oft an Ästen, sehr gern Buche

    Für mich persönlich ist der würzig-angenehme Geruch des Sklerotienporlings eindeutig kennzeichnend.

    Ja, also vor allem der links unten sieht schon sehr danach aus, aber so büschelig? Bei dem großen unteren Büschel war mein erster Gedanke Stockschwämmchen.

    Ist denn sicher, dass es alles die Gleichen sind?

    Geruch und Geschmacksprobe (immer ausspucken!) wären eventuell noch aufschlussreich.

    Was mich aber beschäftigt laut Internet gehen Morcheln neben Zersetzung auch mykorrhizaähnliche Verbindungen ein

    Ich habe gelesen oder gehört (weiß leider nicht mehr wo), dass manche Mykologen inzwischen davon ausgehen, dass die Morchel weder als echter Symbiont noch als echter Parasit an diese Bäume gebunden ist, sondern sich um die Wurzeln herum legt und Nährstoffe aufnimmt, die die Wurzeln ins Erdreich abgeben (insb. Inulin), z.B. auch bei Verletzung in etwa durch grabende Kleintiere.

    An allen meinen Spitzmorchelstellen sind alte dicke vermodernde Baumstämme. Wird ein alter Baum gefällt, ist das für die Morchel potenziell sogar gut, denn sie kann dann die komplette Wurzel zersetzen und eventuell auch später dann das modernde Holz. Das passt auch zu der Beobachtung, dass z.B. auf Streuobstwiesen auch nach dem Eingehen eines Baumes noch einige Zeit lang Morcheln wachsen können.

    Ich höre/lese auch immer wieder, dass Morcheln gerade an Orten, die vom Mensch gestört wurden, mit einigen gefällten Bäumen besonders gut wachsen können. Es sollte natürlich kein kompletter Kahlschlag sein, das wäre problematisch.

    Für die Stelle bei dir wäre ich daher mal für die nahe Zukunft verhalten optimistisch.

    Ich glaube, ich habe die Morchella Similibera identifiziert (Korrekt?).

    Interessanter Fund. Ein Schnittbild wäre hier spannend gewesen. Bei der Käppchenmorchel wäre wie der Name "semilibera" schon sagt nur der halbe Hut am Stiel angewachsen.

    Ob das so ist, ist hier im Bild leider nicht sicher auszumachen. Rein optisch finde ich hier den Hut im Verhältnis zum Stiel recht groß, sodass vielleicht doch auch eine Art aus der elata/conica Verwandschaft in Frage käme.