Hallo Bernd,
zu dem Thema der Amyloidität findest du in der englischsprachigen Wikipedia eine sehr gute Erklärung. Die entsprechende deutsche Seite kannst du dagegen vergessen. Oder ein kurzer Abriss bei Orange, Kapitel 1.2.5 Iodine reactions.
Meistens reicht es aus, zu testen, ob das Hymenium bei hinreichend viel Lugolgabe (nicht Melzers!) blau (das ist meistens der Fall = euamyloid) oder rot/orange (hemiamyloid) reagiert, oder nur gelb bleibt (inamyloid). Man muss etwas aufpassen, da wenig Jod bei hemiamyloidem Material erst eine Blau-, dann Grün-, ... und letztlich eine Rotfärbung verursacht, je nach Konzentration des eindiffuntierten Jods. Selten kommt es vor, dass Arten z.B. ein rote Hymenium, aber ein blaues Subhymenium zeigen, was bestimmungsrelevant ist. Diese Eigenschaften werden dann meist im Bestimmungsschlüsseln abgefragt.
Bei sehr, sehr kleinen Quetschproben hilft es u.U., Spuren von Hymenium zu entdecken, falls es reagiert.
Für die K/J-Reaktion muss man die Probe erst mit KOH vorbehandeln, dann gründlich spülen (Wasser oder Logol), letztlich Lugol beigeben. In diesem Fall reagieren die Asci etwas anders (blau oder eben nicht).
In machen Fällen sind die Farbreaktionen der Ascusspitzen interessant. Ferner färbt es das Ascoplasma meist gelb bis orangegelb, wodurch ein hübscher Kontrast zur Zellwand entsteht.
Ein paar Beispiele:
Einige jodgefärbte Asci. Bei der Verrucaria-Probe links sieht man im Bildeinsatz den Farbumschlag von blau (zentral, geringe Jodkonzentration) nach rot (außen, hohe Jodkonzentration).
Neben der Bedeutung für die Bestimmung von Gattungen und Arten, macht es auch eine Menge Spaß, wenn man solche Details beobachten kann...
LG, Martin