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Beiträge von KaMaMa

    Hallo Bernd,

    der Schlüssel führt auf direktem Weg zu C. vitellina: Thallus nicht rosettig, gelb, nicht dick-grobkörnig, mit Apothecien, ohne Sorale oder Blastidien, nicht parasitisch, viele Sporen in Ascus, auf Silikat.

    Die gelappten, dicht schließenden Schüppchen passen zudem wenig zu C. xanthostigma (Holzbewohner).

    Da auch die Meeresküste weit entfernt ist, und die betreffende Flechte (C. athallina) als verschollen gilt, spricht alles für C. vitellina.

    Auch Italic führt uns zur gleichen Art.

    Man sieht aber wieder einmal, dass mikroskopische Kenngrößen hilfreichbis extrem wichtig sind (hier eher nicht) - hier z.B. die Sporenanzahl im Ascus, wenn auch die Sporenabmessung wenig bis nichts hilft. Sie sind bei den verwandten Arten zu ähnlich.

    LG, Martin

    Hallo Bernd,

    ohne Apothecien und Sporen bleibt es schwierig!

    Ich finde nichts Rechtes, würde aber weiterhin in Richtung Aspicilia/Lobothallia/etc. suchen.

    Such doch nochmal Apothecien. Es kann sein, das die Asci unreif wirken, weil sie nur wenige, aber große Sporen enthalten. Auch 1-, 2-, 4-sporige Asci sind möglich.

    Es tut mir leid nicht weiterhelfen zu können.

    LG, Martin

    Hallo Bernd,

    placodioide Krusten mit Norstictinsäure (K+ gelb-rot) wird es hoffentlich nicht so viele geben.

    Ich schau mir das gerne noch mal an.

    LG, Martin


    Auf Bild 0 sehr ich keine Anzeichen für Überwachsen einer anderen Flechte. Die rot markierten Stellen zeigen Randareolen der gesuchten Art. Hier stoßen wachstumsbedingt mehrere Thalli aufeinander und verschmelzen. Einige Randareolen sind in der verbliebenen Lücke noch sichtbar.

    Hallo Bernd,

    diee oberseits glatte und nicht rissige Parmotrema kannst du mit diesen deinen Tüpfelergebnissen getrost als P. perlatum bezeichnen. Es passt meiner Meinung nach alles sehr gut zur genannten Art.

    LG, Martin

    Hallo Bernd,

    schon der Tüpfeltest an der Gelbflechte ist eindeutig für deine Bestimmung (F. soredians), der Rest passt auch.

    Diese Art finde ich nur sehr selten (genau genommen bisher nur in der Bretagne, oft auf Granit), und du hast gleich einen ganzen Baum voll damit entdeckt, hui! ;)

    LG, Martin

    Hallo Bernd,


    das wird sie schon sein!

    Ich kenn sie mit sehr reichlich Apothecien, auf den ausgelaugten Kalksandstein-Weinbergsmauern wächst sie häufig und ist durch ihre (dunkel)braunen, nie schwarzen Apothecien auf weißem Lager recht gut erkennbar.

    Mich irritieren die wenigen Apothecien etwas und der gelbliche Thallus. Allerdings scheint die gelbliche Färbung nur fleckweise aufzutreten, der Rest sieht weiß-grau aus..

    Hast du das ausgeschlüsselt? Lecanoren gibt es sehr viele, aber auf kalkhaltigem Substrat sollte L. campestris mit K+ gelb, P+ gelb und brauen Apothecien stimmen. Durch den Mörtel der Mauer gilt das Substrat wohl als (leicht) kalkhaltig, was passen würde. Der Farbtest passt ja auch.

    LG, Martin

    Hallo Bernd,

    so ein Physcien-Hymenium ist lohnend.

    Ich würde aber eher in Lugol als in BWB färben, da sieht man eher bestimmungsrelevante Strukturen Ascusspitze und -wand).

    (Abgesehen davon ist auf den Fotos für mich keine Blaufärbung vom BWB erkennbar).

    LG, Martin

    Hallo Bernd,

    das ist schon P. adscendens, vermutlich ohne untermischter P. tenella.

    Auf Rinde erwartet man bei fruchtenden Physcien erstmal die soral- und cilienfreien Arten Ph. aipolia oder Ph. stellaris, die du bestimmt kennst? Um zu erkennen, ob die Apothecien und die charakteristischen, Sorale tragenden Läppchen zusammengehören, muss man dem labyrinthischen Thallusverlauf folgen. Es können auch hier natürlich mehrere Arten untermischt vorkommen. An den Apothecien und den Sporen lassen sich die Arten aber nicht unterscheiden - zu ähnlich.

    Die jungen, noch nicht sorediösen Läppchen beider Arten (Ph.ten. und Ph.ads.) gleichen sich sehr stark. Eine Entscheidung zu Gunsten von P. tenella ist erst möglich, wenn die Läppchen Sorale ausgebildet haben und dabei immer +/- noch flach sind. Bei P. adscendens steigen die Läppchen später deutlich (senkrecht) auf und bilden die helmartigen Sorale.

    So, dann legst du jetzt mal Apothecien einer Physcia unter das Mikroskop? Sind fruchtende Physicen in deiner Gegend eventuell recht selten, ich warte schon lange darauf... Die grau-braunen, 2-zelligen Sporen sind im Hymenium sehr gut erkennbar und bieten einen starken Kontrast. Sie eignen sich prima, um das Mikroskopieren zu üben. Das wird dir sicher gefallen! Ähnliches gilt auch für häufige Amandinea punctata, und die Arten der Krustenflechtengattungen Buellia und Rinodina (alles Physciaceae, daher die ähnlichen, braunen, 2z Sporen). Interessant ist auch die (nicht bei allen Arten) Veränderung der Sporenwände mit der Sporenreifung.

    Ich wünsche viel Spaß dabei und bin auf deine Fotos gespannt.

    LG, Martin

    Hallo Bernd,

    zerlöcherter Kalkstein mit schwarzer Füllung - kennst du die Gattung Bagliettoa (oder ev. auch Verrucaria)? B. calciseda z.B. wächst und lebt im harten Kalkstein und bildet pyrenocarpe Fruchtkörper in Gruben im Gestein aus. Für diese Art sind z.B. radiale Risse um die Perithecien typisch.

    Leider sind die Fotos nicht besonders scharf, aber ich könnte mir so etwas vorstellen.

    Hier ein Beispiel aus der Fränkischen Alb:

    Bild A1 Aufsicht auf B. calciseda


    Bild A2 Makroaufnahme Perithecien (in Gruben) und leere Gruben nach Ausfallen von Perithecien


    Bild A3 Querschnitt durch Flechte in oberster Gesteinsschicht mit Algenlayer und eingesenktem Perithecium


    Je nach Reinheit des Kalks und Sauberkeit der Gesteinsoberfläche kann die Flechte auch schneeweiß daherkommen.

    Es gibt einige ähnlich aussehende Flechten aus der Familie der Verrucariaceae.

    LG, Martin

    Glaub ja nicht, dass die KI deine Flechten bestimmen kann!

    Einen Versuch ist es natürlich wert, um zu sehen, was passiert. Derzeit wird ja so viel über die KI geschwafelt, da wollte ich es mal wissen. Sie kommt auch gleich ganz souverän mit Behauptungen daher, die nur schwer zu glauben sind. Es klappt gar nicht, sie macht erstmal nur komische Vorschläge. Wenn du dann Einwände erhebt, wirst du bestätigt und dein Sachverstand wird gelobt und sie redet einem eigentlich fast dauernd nach dem Mund. Wenn du Glück hast bekommst du nach 10 Durchläufen mit immer mehr Datennachfüttern die Aussage, das es doch sehr schwierig sei oder gar unmöglich, etc. Aber erstmal macht sie ganz dicke Backen. Vergiss es !

    Die Programmierung hat wohl eher den Schwerpunkt, dir zu gefallen, dich zu bestätigen und dir unbedingt sofort ein Ergebnis zu präsentieren. Erst bei wiederholt kritischem Nachhaken wird sie etwas besser.

    Du kannst ja mal eine dir bekannte Flechte von ihr "bestimmen" lassen.

    Nein - ich habe sie aus der Literatur die Eigenschaften zusammen- und gegenüberstellenlassen. Das geht besser, da nur Literatur verglichen werden muss. Aber auch hier brauchte es etliche Anläufe und Einsprüche, bis etwas Brauchbares herauskam ohne Widersprüche zur bekannten Literatur. Also nix mit "KI, mach mal" und fertig, sondern man muss sie führen. Dann folgt sie allmählich dorthin, wo man sie haben will.

    LG, Martin

    Hall Bernd,

    in hätte spontan an C. subrangiformis gedacht.

    Den Schlüssel bemühend gilt für C. furcata tatsächlich K-, dann biegt man mit K+gelb ab zu C. (sub)rangiformis.

    C. rangiformis zeigt bevorzugt den grün-weiß-gescheckten Giraffenhals. P+(-) rot passt auch. Schuppen dürfen vorkommen. Bräunliche Enden auch. Was du als Markaufbruch im letzten Foto zeist, halte ich für ein kleines Schüppchen, das vielleicht erst zu wachsen beginnt. Vergleich mal die beiden letzten bilder! Die Podetien dicht und aufrecht, +/- gleichmäßig gabelig geteilt, stark spreizend.

    C. subrangiformis passt nicht so gut: Podetien kräftiger und locker verweigend. Meist niederliegend oder aufsteigend. Meist (einheitlich) braun oder oliv. Basis rissig mit aufbrechenden Beulen. Achseln offen.

    Bei der gesamten C.furcata-Verwandtschaft (inkl. C. subrangiformis) kommen seitlich perforierte, oder geschlitzte Podetien auf. Mit offenen Achsen (C. subrangiformis) ist eine Öffnung IN der Achsel, IN der Verzweigung gemeint:


    Was du zeigst, sind eher die furcatagruppen-typischen Löcher, die überall auftreten können.


    Ich habe mal die Google-KI geplagt und eine Tabelle zur Furcata-Clade erstellen lassen - das hat aber etliche Duchläufe und Korrekturanweisungen gebraucht. Ich bin mir nicht sicher, ob alles richtig ist. Aber als Anhalzsounkt vermutlich nicht schlecht:

    C. rangiformis passt somit vermutlich am besten - deine erste Vermutung also!

    Die Bestimmung passt auch zum Habitat (Trockenwiese); passt auch der pH (kalkhaltig, kalkfrei)?

    LG, Martin

    Hallo Bernd,

    das Handyfoto gibt nicht viel her. Wahrscheinlich erkennt man die Flechte nur, wenn man weiß, wo sie ist und was zu sehen ist. Es handelt sich um Lungenflechten. Über die freue ich mich immer ganz besonders, weil sie selten und nur an wenigen Orten zu finden sind.

    Bei Cladonien habe ich mir bisher nicht die Mühe gemacht, das Hymenium zu mikroskopieren, weil die Arten makroskopisch bestimmbar sind.

    Nicht einmal bei Italic findest du Mikrobilder zu den Sporen und den Asci (Asci ist übrigens schon der Plural von Ascus, es braucht kein weiteres 's' dafür). Die Asci werden als keulig, mit verdickter Spitze (Tholus?) beschrieben, die Sporen als einzellig und elliptisch. Die Sporen liegen zu 8 im Ascus.

    Wenn du das alles im Mikroskop so vorfindest und erkennst, passt alles. Deine ersten 5 Fotos zeigen Asci. Sporen erkenne ich keine darin. Die letzten beiden Fotos - keine Ahnung, vielleicht verfärbte Algen?. Hast du die Probe mit Chemie behandelt? Oder ist das alles in Wasser?

    LG, Martin


    Anbei etwas bessere Bilder...

    Großer Thallus im Efeu,


    kleiner Thallus, aber gut erkennbar, inkl. blasiger Unterseite.

    Hallo Bernd,

    ja, da bin ich ganz deiner Meinung: Podetien rotfrüchtig, basal berindet, Becherinneres berindet; Grundschuppen groß und rundlich - da ist C. polydactylon raus und nur C. digitata bleibt übrig.

    Ich habe heute auch was schönes entdeckt, ich hoffe, man erkennt was auf dem Handyfoto:

    Und der Osterhase hat reiner Tisch gemacht, sieht man auch nicht alle Tage.

    Liebe Grüße und schöne Feiertage,

    Martin

    Hallo Murmelchen,

    schön, dass es dir gut zu gehen scheint und vielen lieben Dank für deinen Flechtengruß!

    Was willst du denn zählen - die Becherlein? Du willst wohl rückrechnen auf die Anzahl der Elfen beim letzten Fest.

    LG, Martin


    Ich schicke dir auch ein Foto von einer hübschen, grünen Blattflechte mit lilabraunen Apothecien und oranger Unterseite:

    Hallo Bernd,

    zu dem Thema der Amyloidität findest du in der englischsprachigen Wikipedia eine sehr gute Erklärung. Die entsprechende deutsche Seite kannst du dagegen vergessen. Oder ein kurzer Abriss bei Orange, Kapitel 1.2.5 Iodine reactions.

    Meistens reicht es aus, zu testen, ob das Hymenium bei hinreichend viel Lugolgabe (nicht Melzers!) blau (das ist meistens der Fall = euamyloid) oder rot/orange (hemiamyloid) reagiert, oder nur gelb bleibt (inamyloid). Man muss etwas aufpassen, da wenig Jod bei hemiamyloidem Material erst eine Blau-, dann Grün-, ... und letztlich eine Rotfärbung verursacht, je nach Konzentration des eindiffuntierten Jods. Selten kommt es vor, dass Arten z.B. ein rote Hymenium, aber ein blaues Subhymenium zeigen, was bestimmungsrelevant ist. Diese Eigenschaften werden dann meist im Bestimmungsschlüsseln abgefragt.

    Bei sehr, sehr kleinen Quetschproben hilft es u.U., Spuren von Hymenium zu entdecken, falls es reagiert.

    Für die K/J-Reaktion muss man die Probe erst mit KOH vorbehandeln, dann gründlich spülen (Wasser oder Logol), letztlich Lugol beigeben. In diesem Fall reagieren die Asci etwas anders (blau oder eben nicht).

    In machen Fällen sind die Farbreaktionen der Ascusspitzen interessant. Ferner färbt es das Ascoplasma meist gelb bis orangegelb, wodurch ein hübscher Kontrast zur Zellwand entsteht.

    Ein paar Beispiele:

    Einige jodgefärbte Asci. Bei der Verrucaria-Probe links sieht man im Bildeinsatz den Farbumschlag von blau (zentral, geringe Jodkonzentration) nach rot (außen, hohe Jodkonzentration).


    Neben der Bedeutung für die Bestimmung von Gattungen und Arten, macht es auch eine Menge Spaß, wenn man solche Details beobachten kann...


    LG, Martin

    Hallo Bernd,

    ich denke, dass die Zuordnung zu Flavoplaca flavocitrina die vernünftigste Wahl ist.

    Weiter absichern könntest du durch Bestimmung der Hymenium- und Sporenmaße.

    Das Einfärben mit BWB hat doch recht gut geklappt!

    Wenn du noch etwas mehr quetschen könntest, wären die Paraphysen und Asci eventuell noch besser erkennbar, da weiter separiert. Das klappt halt nicht immer gleich gut, und es ist immer die Frage, wieviel Aufwand will man investieren, um eventuell bessere Aufnahmen zu bekommen. Zum Erkennen und Vermessen der Strukturen reicht das so völlig aus!

    Es spielt hier zwar keine Rolle, da die Flechtengattung von vorne herein klar ist, aber ich färbe (zumindest bei völlig unbekannten Arten) lieber erst mal mit Lugol ein. Das hat den Vorteil, dass man so erkennt, ob das Hymenium, oder Teile davon amyloid, inamyloid oder hemiamyloid reagieren, was bestimmungsrelevant ist. Ferner kann man bei geglückter Präparation auch die Substrukturen in der Ascusspitze (Tholus) erkennen und auflösen.

    Prima dargestellt!

    LG, Martin