Ich hab eine Messung vom Umweltinstitut München von der getrockneten, homogenisierten Maronenprobe in Rathenow. Von diesem Herbst.
Die Mail will ich hier veröffentlichen, denn sie zeigt, dass meine mit einfachsten "Hausmitteln" durchgeführten Messungen erstaunlich genau sind.
Nochmal zur Erinnernung: Weiter oben in diesem Thread habe ich die Maronen aus dem Hotspot von Rathenow mit ca 470 Bq/kg Frischmasse vermessen. Trocknung zu Frischmasse war Faktor 15,6
Jetzt die Mail vom Umweltinstitut München:
Sehr geehrter Herr Dr. Heinrich,
für den Nachweis von Radioaktivität in Lebensmitteln verwenden wir ein Gammaspektrometer mit Germanium-Reinstkristall-Detektor. Damit können alle künstlichen und natürlichen Radionuklide, die Gammastrahlung aussenden, bestimmt werden.
Beta-Strahler, wie Sr-90, oder auch alpha-Strahler können damit nicht detektiert werden.
Bei der untersuchten Probe, pulvrig getrocknete Maronenröhrlinge, Herkunft: bei Rathenow, konnte eine Belastung durch künstliche Radioaktivität, hier Cäsium-137, in Höhe von 7225 Bq/kg festgestellt werden, bei einem Standardfehler von 2,1%. An weiteren Isotopen konnte natürliche Radiaktivität, hier Kalium-40, mit 1315 Bq/kg detektiert werden, bei einem Standardfehler von 9,7 %. Das Spektrum weist weiterhin das natürliche Nuklid Wismut-214 aus, allerdings knapp an der Nachweisgrenze. Ausgewiesen sind 45 Bq/kg Bi-214, mit einem Standardfehler von 30,6 %, bei einer Erkennungsgrenze von 37,6 Bq/kg und einer Nachweisgrenze von 58,3 Bq/kg.
Der Umrechnungsfaktor 10 bei einer Cäsium-Belastung von getrockneten Pilzen zur Frischmasse ist selbstverständlich nur ein Näherungswert, ist aber hilfreich für Pilzesucher, die Frischmassen-Belastung in etwa einzuschätzen.
Auf unserer homepage finden Sie in unserer Broschüre "Pilze und Wild - Tschernobyl noch nicht gegessen" weiterführende Informationen zu Radioaktivität in Waldprodukten:
http://www.umweltinstitut.org/themen/radioak…bensmittel.html
Mit freundlichen Grüßen
Christina Hacker
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ganz herzlichen Dank ans Umweltinstitut München erstmal, von hier aus,
und nun wolln wir mal zurückrechnen:
Das Institut mit dem super pure Ge-Li-Detektor und vorhandenen Eichmitteln findet in meinen Trockenmaronen 7225 Bq/kg Cs137 - Aktivität.
Geteilt durch 15.6 (Frisch zu Trockenmasse) ergibt:
7725 / 15.6 = 495 Bq/kg Cs-Aktivität im Frischpilz.
Was hatte ich noch nochmal berechnet?
470 Bq/kg.
Wow. passt.
Meine Apparaturen und Rechnungen stimmen.
q.e.d.
Joern