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Krustenflechte auf Silicat/Granitfindling

Es gibt 4 Antworten in diesem Thema, welches 208 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (31. August 2026 um 16:33) ist von Bemoeh.

  • KaMaMa

    Hallo Martin,

    das hat etwas länger gedauert, aber nun die schwierige Krustenflechte vom Silikat/Granitfindling. Diese hat mich ausgiebig beschäftigt, unzählige Tests mit den winzigen Proben habe ich durchgeführt. Es gibt Unmengen an Fotos. Die Ergebnisse waren immer gleichbleibend. Versuche mal eine Beschreibung: Thallus (ev. andere Flechte überwachsen) sehr variabel, krustig, rissig, areoliert. Farbe schmutzig variabel, grau, weißgrau, beige. Mark weiß. Apothecien winzig (ca.0,3 bis 1mm Ø) Scheibe schwarz ev. Blaustich, kristallig. Rand schwarz dünn. Farbtest an Probenkrümeln: K+ gelb, KC- ev. ein Stich orange, Foto?, P-, C-. Farbtest am Findling: C+ orange, KC+ orange, K+ gelblich, P+ schwach gelb. Könnte überein stimmen!?

    Mikroskopiert: Asci 8 sporig, keulenförmig, blauer verdickter Tholus. Sporen einzellig, elipsoid, eiförmig, gemessen 100er Oel ca. 12-15 x 5-8 μm, Foto.

    Trotz der vielen Tests bin ich sehr unsicher mit der Bestimmung, tippe aber auf ein Lecidella-Art ev. L. stigmatea?? Sollte diese auf Granit vorkommen? Die gefundenen Merkmale könnten gut zu L. stigmatea passen.

    Martin, nun wieder die Bitte um deine Meinung zur Flechte und zu meinen Bestimmungsversuch.:hmmm::blush::/

    Gruß und Dank

    Bernd

    0-Findling

    1-Krustenflechte

    2-Krustenflechte

    3-Krustenflechte

    4-Krustenflechte

    5-Apothecie schwarz

    6-Apothecien vermessen

    7-Farbtest auf Findling

    8-Farbtest auf Findling

    9-Farbtest auf Findling

    10-Farbtest auf Probe

    11-Farbtest auf Probe

    12-Farbtest auf Probe

    13-Farbtest auf Probe

    14-Asci Mikro 100er Oel-unreif

    15-Asci Mikro 100er Oel-unreif

    16-Asci Mikro 100er Oel-unreif

    17-Asci Mikro 100er Oel-unreif

    18-Asci 8 sporig-Mikro 100er Oel

    19-Asci Mikro 100er Oel-8 sporig + unreif

    20-Asci 8 sporig-Mikro 100er Oel-vermessen

    21-Sporen Mikro 100er Oel

    22-Sporen Mikro 100er Oel

    23-Spore Mikro 100er Oel-vermessen

    24-Mikro 40er-Epithecium braun?????

  • Hallo Bernd,

    sehr schön! Besonders Bild 16 gefällt mir sehr gut!

    Gut ist es immer, vor dem Quetschen einen ungefärbten Querschnitt des Apotheciums zu dokumentieren, da oft die Färbung der einzelnen Strukturen zur Bestimmung oder zumindest zur Absicherung der Bestimmung benötigt wird. Zusätzlich zum Durchlicht kann man auch im Auflicht prüfen, die Farben kommen dann u.U. deutlicher heraus. Das klappt, wie ich finde, sehr gut bei schwacher Vergrößerung unter dem Mikroskop: der Abstand zum 2,5x-Objektiv und zum 4x-Objektiv ist groß genug, um mit der Taschenlampe seitlich schräg die Probe zu beleuchten. Die Hintergrundbeleuchtung dabei ausschalten. Wenn dein Schnitt dünn genug ist, klappt das natürlich auch im Durchlicht sehr gut.

    Jetzt ist auch die Gelegenheit, die Strukturdicken zu messen, um sie später mit den Werten der gesuchten Art zu vergleichen. Du bist sicher schon oft bei Italic über solche Textpassagen gestolpert wie "Proper exciple up to 130 μm wide laterally, greenish black to greenish brown in outer part, colourless within, without crystals; epithecium bluish green, olivaceous green, violet or brownish, 6-12 μm high, N+ purple; hymenium colourless, 60-85 µm high, not inspersed with oil droplets; paraphyses easily made free in K, mostly simple, rarely anastomosing or branched, 1.5-2 μm thick at mid-level, the apical cells up to 4.5 μm wide; hypothecium colourless to rarely pale straw-coloured." Abgesehen von den Aussagen über die Paraphysen ist der Rest schon bei realtiv schwacher Vergrößerung sichtbar und messbar.

    Lecidella besitzt oft ein recht buntes Excipulum, das du unbedingt prüfen solltes, da oft bestimmungsrelevant (s.o.).
    Auch die Färbung des Hypotheciums ist neben der des Epitheciums/Epihymeniums wichtig.

    Das Foto 16 mit dem amyloiden Tholus und inamyloidem Zentralkanal hast du sehr gut hinbekommen, Glückwunsch!
    Das klappt keineswegs immer so toll. Wirklich gut!


    Beispiele für Querschnitte durch Lecidella spec mit farbigem Excipulum (makrosokisch schwarz):

    Bild 1 : Querschnitt durch Apothecium von Lecidella spec 40x in Wasser / Excipulum violett/türkis, Hypothecium farblos

    Bild 2 : Querschnitt durch das Apothecium einer anderen Lecidella-Art / Excipulum bläulich, Hypothecium braun


    Das Hymenium und Hypothecium lassen sich auch nach dem Quetschen gut, eigentlich sogar besser beurteilen (und vermessen), aber das Excipulum verliert oft an Farbintensitätl, die Verläufe werden unklar(er) und zudem quatscht alles undefiniert nach irgendwo hin. Die Breite des Excipulums ist dann nichts mehr feststellbar.

    L. stigmatea ist relativ häufig zu finden und deine Beschreibung passt recht gut zur Art.
    Insgesamt finde ich die Bestimmung nicht trivial, da die Gattung groß ist und es viele ähnliche Arten gibt.

    Sehr schön!

    LG, Martin

  • Hallo Martin

    nochmals danke für deine Hilfe, wäre sonst nie soweit gekommen. Ja das war schon eine Herrausforderung für mich aber macht Freude. Ein paar Fotos kann ich noch nachreichen. Ungefärbten Apo-Schnitt habe ich auch versucht (muß noch besser werden), Foto a1 + a2, Foto a3 bis a6 mit Lugol angefärbt.

    LG Bernd

    Ich hoffe die Beschriftung passt.

    a1-ungefärbter Apo-Schnitt

    a2-ungefärbter Apo-Schnitt

    a3-Mikro 400fach-Lugol

    a4-Mikro 400fach-Lugol

    a5-Asci unreif-keulig

    a6-Asci unreif-keulig

  • Hallo Bernd,

    mit den nachgereichten Fotos bin ich nicht mehr so recht mit L.stigmatea einverstanden, denn für diese Art gilt: "hypothecium colourless to rarely pale straw-coloured."

    Auf deinen Fotos a1-4 ist ein dunkelbraunes bis schwarzes Hypothecium erkennbar.

    Das passt nicht. Das musst du noch mal ran...

    LG, Martin

  • Hallo Martin,

    ja, mit ran geht nicht mehr Proben sind verbraucht. Habe aber meine Testfotos noch mal angeschaut und weiter im Netz recherchiert. Eine andere Lecidella-Art hatte ich auch noch im Focus und zwar L. carpathica, passt auch gut zum Findling (regenfeuchtes Silikatgestein). Hat die gleichen Merkmale und Tüpfeltests und ein dunkles braunes Hypothecium. Mein Fund geht dann wohl eher in die Variante L. carpathica? Was meinst du dazu?

    Mehr kann ich nicht mehr aufschlüsseln, im Zweifel werde ich die Flechte unter Lecidella spec. archivieren, die Artenvielfalt ist ja reichlich. Ein Foto von mir und ein Muster sende ich mit.

    LG Bernd

    a7-Asci 400fach


    a8-Lecidella carpathica- Fremdfoto

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