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Brauner Ledertäubling?

Es gibt 11 Antworten in diesem Thema, welches 408 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (6. August 2026 um 16:38) ist von Uwe58.

  • Hallo Pilzfreunde,

    ich mache gerade Urlaub im Navistal / Tirol und habe immer mein Schwammerlbeutel dabei.
    Heute sind da neben ein paar schönen Pfifferlingen in einem extra Beutel diese Täublinge gelandet.

    Da ich mit Täublingen gerade erst am Anfang stehe und diese bisher noch so gar nicht gut auseinanderhalten kann, wollte ich Euch diese einmal zeigen und ggf. Euren Rat einholen.
    Diverse Pilzapps, die ich zur groben Einordnung ganz gerne mal nutze, landen alle beim braunen Ledertäubling.

    Die Fruchtkörper wuchsen alle in einer Gruppe zusammen im Fichten- / Lärchenwald. Massig Heidelbeeren und Preiselbeeren in der Nähe.
    Heute hab ich mich sogar mal an eine Geschmacksprobe gewagt. Mild, und sonst eigentlich nicht viel. Laut dem https://www.pilzsuchmaschine.de/123pilze/BraunerLeder.htm hier soll er nussig schmecken, - ok, kann hinkommen, ich wüsste es jedenfalls auch nicht anders zu beschreiben. Im Geruch kann man tatsächlich deutlich Stachelbeere wahrnehmen, das kommt schon ziemlich gut hin.

    Die Huthaut lässt sich ein gutes Stück weit abziehen und die Lamellen sind cremeweiß, bis ganz leicht ockergelb, frisch beweglich, bei den größeren Exemplaren leicht brüchig.
    Stiel ist weich, wirkt fast hohl.

    Hier jetzt ein paar Bilder. Entschuldigt die Qualität, ich habe die Fotos erst ein paar Stunden später nach der Wanderung in der Stube bei nicht optimalen Lichtbedingungen gemacht.


    Könnte das mit dem Braunen Ledertäubling hinhauen oder liege ich Meilenweit daneben?

    Gruß
    Christian

  • Hallo Christian,

    die Farben der Hüte passen m.M. nicht für den Braunen Ledertäubling. Solche Farben sind typisch für den Blaugrünen Reiftäubling oder den Taubentäubling und natürlich den Frauentäubling, aber der hat keine spröden Lamellen.

    Viele Grüße

    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock


    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Guten Tag,

    auf dem ersten Bild wirken die Hüte (bei mir) bläulich-violett. Das wäre nicht ganz die Hutfarbe des Ledertäublings, wobei der auch eine purpurne Komponente haben darf. Kunstlicht und die Position der Lichtquelle(n) könnten aber auch die Farbe verfälscht haben. Wie würdest du die Hutfarbe denn in Worten beschreiben? Meiner unmaßgeblichen Meinung nach, könnten das schon Ledertäublinge sein.

    Viele Grüße,

    Benjamin

  • Diverse Pilzapps, die ich zur groben Einordnung ganz gerne mal nutze, landen alle beim braunen Ledertäubling.

    Mir fällt auf, dass mehrere Lamellen in Stielnähe gegabelt zu sein scheinen. Da fällt mir ein Hinweis von Steigerwaldpilzchen ein, wenn ich den richtig deute, scheidet der Braune Ledertäubling daher hier aus:

    Steigerwaldpilzchen
    26. Oktober 2023 um 19:40

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Hallo Christian

    Milder Geschmack bei Täublingen bedeutet, der Pilz ist essbar. Ob er gut schmeckt, das ist etwas anderes!.

    Ein weiteres Merkmal wäre das Sporenpulver!

    Täublinge gibt es hunderte Arten, da ist eine App sehr oft hilflos!

    Grüße von der Insel Rügen

  • Diverse Pilzapps, die ich zur groben Einordnung ganz gerne mal nutze, landen alle beim braunen Ledertäubling.

    Mir fällt auf, dass mehrere Lamellen in Stielnähe gegabelt zu sein scheinen. Da fällt mir ein Hinweis von Steigerwaldpilzchen ein, wenn ich den richtig deute, scheidet der Braune Ledertäubling daher hier aus:

    Steigerwaldpilzchen
    26. Oktober 2023 um 19:40

    Fungi of Temperate Europe, Marxmüller und Winkler sagen nicht, daß Russula integra keine gegabelten Blätter haben darf. Dieses Merkmal kommt in den dortigen Schlüsseln oder Beschreibungen gar nicht vor. Steigerwaldpilzchen , woher stammt denn diese Information?

  • Hallo zusammen,

    ich sehe schon, die Lernkurve bei den Täublingen ist extrem steil und ich bin froh auf diesen, also Euren, Wissensschatz zugreifen zu können.

    Vielen Dank

    Christian

  • Hallo,

    „beim Braunen Ledertäubling Russula integra weist sogar der wissenschaftliche Name (integer) darauf hin, dass alle Lammeln ungegabelt von Stiel zum Hutrand durchgehen sollen.“


    Es gehr dabei darum, dass das Merkmal im Ursprungsthread überbewerten wurde. Genauso sollte man sich hier nicht all zu sehr darauf versteifen, wenn mal hier und da eine Gabelung zu finden ist. Deswegen schrieb ich auch „sollen“. Die genaue Quelle habe ich nicht im Kopf aber das bedeutet eben der wissenschafliche Name. Übrigens sind alle 3 genannten Bücher keine Werke, die Täublinge beschreiben. Marxmüller ist natürlich sehr gut aber als Ikonographie gedacht.


    Zum eigentlichen Fund bleibt mir zu sagen, dass es ohne die Sporenpulverfarbe zu kennen (und mikroskopische Merkmale, falls irgendwo ein einzelner Laubbaum im Umkreis) ziemlich schwer werden dürfte eine Art festzunageln, zudem die Fotos bei ungünstigen Lichtverhältnissen entstanden sind. Ich würde R.integra weder ausschließen noch bestätigen wollen.


    VG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • ich sehe schon, die Lernkurve bei den Täublingen ist extrem steil

    Hallo Christian

    Ja und nein! Wenn du jeden gefundenen Täubling bis zur Art bestimmen möchtest, dann hast du eine gigantische Lebensaufgabe.

    Aber möchtest du nur ein paar gute Speisepilze, dann kann man das auch einfacher haben.

    In der Phase des ersten Kennenlernens ist es schwierig. Da musst du viel probieren.

    Beispiel, du findest im Buchenwald einen Täubling mit rotem Hut, der sonst nur weiß ist. Du probierst also den Buchen-Speitäubling. Der ist so scharf, das Aussehen vergisst du nicht. Den wirst du dann nie wieder probieren.

    Anders, du findest einen fleischroten Täubling. Ein schöner fester Pilz mit einer zu kurzen Huthaut. Geschmacksprobe nussig! Na, den merkt man sich auch, den Speisetäubling. Ist der typisch gewachsen, brauchst du den nicht mehr zu probieren.

    So geht das weiter mit den Arten ...............

    Grüße von der Insel Rügen

  • Beispiel, du findest im Buchenwald einen Täubling mit rotem Hut, der sonst nur weiß ist. Du probierst also den Buchen-Speitäubling. Der ist so scharf, das Aussehen vergisst du nicht. Den wirst du dann nie wieder probieren.

    Anders, du findest einen fleischroten Täubling. Ein schöner fester Pilz mit einer zu kurzen Huthaut. Geschmacksprobe nussig! Na, den merkt man sich auch, den Speisetäubling. Ist der typisch gewachsen, brauchst du den nicht mehr zu probieren.

    Hallo Uwe,

    generell gebe ich Dir Recht, aber wie viele Rottöne gibt's speziell bei den Täublingen . Oder bei den verschiedenen Farbigen bzw mehrfarbigen wie dem Frauentäubling. Das macht es ja so schwierig.

    Da halte ich mich doch lieber an den Grüngefelderten , der ist schön einfach, so er denn typisch gewachsen ist 😉

  • Da halte ich mich doch lieber an den Grüngefelderten , der ist schön einfach, so er denn typisch gewachsen ist 😉

    Hallo

    Das würde ich auch so machen, wenn er bei uns nicht so selten wäre. :denkend_smilie_0025:

    Grüße von der Insel Rügen

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