3 Pilze - 3 Bestimmungen

Es gibt 4 Antworten in diesem Thema, welches 522 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (31. Juli 2026 um 06:59) ist von Steigerwaldpilzchen.

  • Moin zusammen,


    um mich aus der Komfortzone von Röhrlingen weiter rauszuwagen habe ich 3 Exemplare zur Bestimmung.

    Alle sind aus einem Wald, der hauptsächlich aus Kiefern und Fichten besteht, es kommen jedoch auch Birken, Eichen, Buchen u.v.m. vor. (Ist deswegen auch ein Top Wald)


    1. Pilz - Vermutlicher Perlpilz

    Der ist mir direkt auf dem Weg (Schotter und Erde) ins Gesicht gesprungen. Riecht mild nach wenig, aber angenehm. Fleisch ist relativ bröckelig.

    Alle Anzeichen deuten für mich auf einen Perlpilz hin. Stark geriefert Ring, Velumflocken, Knollenform, rote/rosa Verfärbung an Schadenstellen.

    Aber es heißt überall, Perlpilze seien NICHT gerieft. Der hier ist aber leicht gerieft, erkennt man leider nicht so gut.

    Hutdruchmesser locker 10cm.

    Ist das trotzdem ein Perlpilz? Habe gehört, bei den Wulstlingen ist die Rosarote Färbung ein eindeutiges Kriterium.

    2. Pilz - Definitiv ein Täubling

    Die beiden sind mir genauso mitten auf dem Weg begegnet und wuchsen praktisch Stil an Stil.

    Stil bricht wie Styropor und Lamellen bröckeln sehr. Eindeutig zwei Täublinge.

    Jedoch sehr unterschiedliche Farben.

    Sind das trotzdem die gleiche Art? Habe gehört die Farbenkann bei Täublingen extrem variieren.

    Glatter, matter und trockener Hut. Reinweiser Stil. Huthaut bis zur Hälfte abziehbar. Hutdurchmesser ca. 4-5 cm.
    Laut Farbe hätte ich auf den Speisetäubling getippt. Jedoch sieht es für mich so aus, als würde die Huthaut mit dem Hutrand abschließen. Haben beim Pflücken extrem angenehm gerochen. Bisher wohl der mit Abstand wohlriechendste Pilzfund den ich je hatte. Extrem aromatisch.

    An eine Kostprobe hab ich mich trotzdem nicht so ganz getraut. Ist das der einzige Weg um essbare Täublinge sicher zu erkennen?

    3. Pilz - ´Öööhm?


    Joa, das ist schon schwieriger. Der Stand eher in einer "Wiesenzone".

    Hat nach fast nichts gerochen, eher schwach Rettigartig oder gemüsig. Nicht unangenehm, aber auch nicht lecker.

    Hut stark gerieft, Stil längsfaserig. Hutdurchmesser 4-5cm.

    Reinweise und Reinbraune Lamellenpilze sind für mich extrem schwer. (Ausnahme Maipilze)

    Nach meiner Recherche vlt. ein Scheidenstreifling sein, das ist aber nur eine vage Vermutung.

  • Aber es heißt überall, Perlpilze seien NICHT gerieft. Der hier ist aber leicht gerieft, erkennt man leider nicht so gut.

    Hallo

    Du hast schon Perlpilze gefunden. Oft werden Pilze am Hutrand trocken und dann kann es mal ganz schwach gerieft aussehen. Was du da als Riefen bezeichnest, sind keine wirklichen Riefen. Bei Pilz 3 sind echte Riefen.

    Schau hier: https://ruegenpilze.de/Perlpilz%20(Amanita%20rubescens).pdf

    An eine Kostprobe hab ich mich trotzdem nicht so ganz getraut. Ist das der einzige Weg um essbare Täublinge sicher zu erkennen?

    Du hast die schon richtig als Täublinge erkannt. Es gibt in der "Lernphase" keine andere Möglichkeit als mal zu probieren. Wenn du später einige Arten kennst, brauchst du nicht alle Probieren, z.B. den Frauentäubling, den Grünfelderigen, den Speisetäubling .............

    Nach meiner Recherche vlt. ein Scheidenstreifling sein, das ist aber nur eine vage Vermutung.

    Könntest du jetzt noch die Scheide liefern, das wäre Prima!

    Grüße von der Insel Rügen

  • Mit so auffälliger Riefung und freien Lamellen wäre in der Tat ein Scheidenstreifling der erste Verdacht. Merkmale, die den Verdacht erhärten könnten, falls die Stielbasis fehlt: Bei Scheidenstreiflingen sollte (außer ganz jung) der Stiel hohl sein. Außerdem muss die Huthaut tortenstückartig abziehbar sein.

    Mein erster Gedanke war einer der braunen Dachpilze, aber mit so eindeutiger Riefung habe ich da glaube ich noch keinen gesehen.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Hallo Mister X

    ...war einer der braunen Dachpilze, aber mit so eindeutiger Riefung habe ich da glaube ich noch keinen gesehen

    So falsch finde ich Deine Einschätzung gar nicht. Ich glaube mit dem trockenen Sommer und dem eingerollten Rand, der glänzenden Huthaut kommt das mit dem Dachpilz gut hin . Und sollte der Stiel nicht auch eher Richtung genattert gehen beim Streifling? Die Bilder geben aber nicht viel her.

    Es gibt übrigens einige geriefte Arten des Dachpilzes

  • Hallo,

    Laut Farbe hätte ich auf den Speisetäubling getippt.

    Gerade deswegen hätte ich ihn ausgeschlossen. Natürlich stimmt es, dass Farben sehr variabel daherkommen aber so knallig rot wird kein Speisetäubling R.vesca.

    Ob nun scharf oder mild im Geschmack, man muss sich zumindest mal vorsichtig an einer frischen Bruchstelle mit Hutfleisch und Lamellen lecken trauen, dann kann man immer noch ein kleines Stück kauen, sofern er schon mal nicht sch*** scharf ist.

    VG

    Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

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