Fichtensteinpilz...???

Es gibt 10 Antworten in diesem Thema, welches 462 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (19. Juli 2026 um 09:29) ist von Rooki.

  • Hallo zusammen,

    habe heute einen schönen Zufallsfund gemacht.

    Ich würde denken hierbei handelt es sich um Fichtensteinpilze oder was würdet Ihr sagen...?

    LG


  • Woran würdest du das ausmachen...?

    Steinpilz war mir auch sofort klar, aber gerade an den kleinen, feinen Unterschieden, da hapert es bei mir immer noch.

  • Einfach Erfahrung, die Farbe, die Jahreszeit. Sieht eben aus wie ein Sommersteinpilz.

    Bin da theoretisch nicht so bewandert, war aber Jahrzehnte immer wieder im Wald und habe viele schöne Fichtensteinpilze gefunden. Aber auch Sommersteinpilze.

    Vielleicht kann dir zur Abgrenzung jemand noch klarere Tipps geben.

    LG Waldkauz

  • Hallo Grüner Neuling,

    Sommersteinpilze haben einen samtigen Hut nicht speckig glänzend wie der Gemeine Steinpilz (Boletus edulis). Auch hat der Sommersteinpilz eine Netzzeichnung auf der gesamten Stiellänge. Boletus edulis hat ein Netz unterhalb des Hutes und das ist weißlich und erstreckt sich nicht über den gesamten Stiel.

    Deine Exemplare sind wohl schon recht alt und für Speisezwecke würde ich sie nicht mehr nutzen. Das Alter kannst du im Wald feststellen, indem du mit den Fingern auf den Hut drückst. Bleiben weiche Dellen im Hut zurück, ist der Pilz alt.

    Viele Grüße

    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock


    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Hallo Grüner Neuling

    Da die Exemplare im fortgeschrittenen Alter sind ist es für mich auch schwer mich festzulegen, ob Sommer- Oder "Fichten"steinpilz. (Wenn ich jetzt tippen würde würd ich sagen 60% "Fichten"steinpilz, 40% Wahrscheinlichkeit)

    Dazu wären Fotos von einem jüngeren Exemplar nötig, mit Längsschnitt und deutlichem Zoom auf die Stieloberfläche.

    Zur Pilzbestimmung braucht man generell noch mehr Angaben.

    1. Was für Bäume standen den in der Nähe?

    Wenn es ein Laubwald war kommen beide infrage, wenn es ein reiner Nadelwald war dann ist es eher ein "Fichtensteinspilz".

    Weitere kleine feine Unterschiede sind

    2. Beim Fichtensteinpilz ist mindestens (manchmal nur dort) im oberen Bereich des Stiels ein weißliches Netz. Beim Sommersteinpilz ist das Netz bräunlich.

    3. Beim Schnitt durch den Hut ist beim Fichtensteinpilz direkt unter der Huthaut ein kleiner Streifen des Fleisches bräunlich violett. Beim Sommersteinpilz ist das Fleisch auch unter der Huthaut weiss.

    4. Der Geruch ist auch unterschiedlich: Der Sommersteinpilz riecht eher süßlich-aromatisch, der Fichtensteinpiz eher nussig (nicht süßlich).

    Darf ich fragen in welchem Bundesland /Landkreis du den Fund gemacht hast?

    Schöne Grüße.

  • Vielen Dank für die vielen Rückmeldungen! :)


    Gefunden habe ich die beiden in einem Mischwald in Oberfranken.

    In der Umgebung waren viele Eichen und Buchen, also wird es wohl doch eher der Sommersteinpilz sein...

    War eigentlich nur mit meinem Hund unterwegs und nicht auf Pilzsuche, aber die beiden haben mich wegen ihrer Größe so beeindruckt, dass ich sie einfach mitnehmen musste. ^^ So große Steinpilze habe ich persönlich noch nie gefunden.

  • Hallo,

    wollte nochmal klarstellen: "Fichten"steinpilze kommen genauso im Laubwald vor, genau unter Eichen und Buchen! Und zwar nicht selten!

    Nur umgekehrt ist es sehr sehr selten, dass sich Sommersteinpilze im nadelwald verirren..

    also kann man nur allein deswegen (Laubwald) nicht behaupten, dass es Sommersteinis sind.


    Schöne Grüsse,

  • Es sieht auf einigen Fotos so aus als würden die Pilze blauen. Wenn dem so war, Steinpilze blauen jedenfalls nicht, unabhängig von der Art.

    Keine Verzehrfreigaben meinerseits.

  • Schupfnudel

    Hallo, ich glaube nicht, daß das "Blauen" ist.

    Denke eher es ist Schmutz, Erde, der Pilzfreund hatte kein Messer dabei war ja nicht auf Pilzsuche, und hat die Pilze mit schmutzigem Stiel nach Hause gebracht. Beim Transport haben die sich möglicherweise gegenseitig noch mit Erdfarbe befleckt. (meine Vermutung). MFG

  • Edulis Netz geht schon am Stiel runter, aber durch die Streckung fehlt irgendwann der dunkle Hintergrund und es wird schwerer zu erkennen. Es ist auch etwas feiner und kann uU schon beim Ausschub etwas runter gehobelt sein.

    Leider geht die rote Linie im Hutfleisch bei so Opas auch zurück und Richtung weniger auffällige Farben, das wäre sonst hilfreich. Ich meine sie an ein paar Stellen noch zu erahnen, das könnte aber auch von Zersetzung stammen.

    Auch vom Habitus bin ich eher bei edulis, weil der Stiel im alter so stämmig ist (und keine Anzeichen von Bräunen des Netzes).

    Ist aber auch eher eine Vermutung, bei uns gibt’s keine reticulatus und in dem Zustand und mit Kunstlichtfotos schwer abzugrenzen.

    Was ich empfehlen kann: Pilzwelten auf YouTube, der kommt aus deiner region


    Zum Schluss noch ein Bild wo man schön den speckigen Hut von edulis sieht

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