zwei Erstfunde - Dorniger Stachelbart und Frauentäubling

Es gibt 9 Antworten in diesem Thema, welches 1.021 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (25. Juni 2026 um 08:58) ist von finest.fire.

  • Hallo Pilzfreunde,

    heute habe ich wieder ein paar Pilze gefunden, die ich so noch nicht kenne und gerne bestimmen möchte.
    Zum einen meine ich einen Dornigen Stachelbart gefunden zu haben. An einer alten umgestürzten Buche. Im Letzen Sommer war dieser Baumstamm die Heimstätte von wunderbaren Lungenseitlingen. Von diesen fehlt dieses Jahr aber jede Spur. Dafür wächst da jetzt dieser stachelige Kollege.
    Er hat einen sehr angenehmen, unaufdringlichen Geruch.






    Und etwas weiter in einem schönem Stückchen Auwald mit alten Eichen und ein paar Buchen standen diese schönen Fruchtkörper.
    Die Maden sind jedenfalls bereits mit größer Freude durch die Fruchtkörper marschiert, also denen scheint der Pilz jedenfalls zu schmecken.
    Ich denke hier an Frauentäubling, aber da ich mit Täublingen bisher noch gar keine Erfahrung habe bin ich mir hier mehr als unsicher.
    Geruch kann ich eigentlich keinen wahrnehmen, Der Stiel ist beim leichten zusammendrücken recht elastisch, was ich aber auf die Frasgänge der Maden zurückführe. Sonst recht brüchig.
    Die Huthaut lässt sich einigermaßen gut abziehen, unter der Haut wirkt das Fleich leicht lila.




    Was haltet Ihr von meinen Einschätzungen? Köntne das hinhauen oder liege ich Meilenweit daneben?

    Gruß aus dem schönen Teutoburger Wald bei Detmold.
    Christian

  • Hallo Christian,

    den Dornigen Stachelbart hast du richtig erkannt/bestimmt. Mit dem Frauentäubling dürftest du den Fotos nach auch richtig liegen. Bei dem ist es aber bestimmungstechnisch nicht wichtig, ob sich der Stiel beim drücken elastisch/weich anfühlt, weil innen von Maden zerfressen, sondern ob sich die Lamellen ein wenig wachsig/klebrig anfühlen und elastisch biegsam sind, wenn man mit dem Finger drüber steicht.

    Elastische Lamellen sind eines der Hauptmerkmale des Frauentäublings, während sie bei anderen Täublingen meist sehr spröde und brüchig sind.

    Gruß Sepp

    Eine Verzehrsfreigabe gibt es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort

    2 Mal editiert, zuletzt von Sepp (21. Juni 2026 um 20:31)

  • ... sondern ob sich die Lamellen ein wenig wachsig/klebrig anfühlen und elastisch biegsam sind, wenn man mit dem Finger drüber steicht.

    Elastische Lamellen sind eines der Hauptmerkmale des Frauentäublings, während sie bei anderen Täublingen meist sehr spröde und brüchig sind.

    wachsig/klebrig? Ich würde das wie leicht feucht gewordene Wellpappe beschreiben. :/

    Biegsam auf jeden Fall.

  • Habe dieses Wochenende auch meine ersten Täublinge gefunden. Ich war sehr aufgeregt, da ich mich erstmalig an diese Gattung heranwage. Ich habe die Bestimnung verinnerlicht, bin alle Merkmale bzw „Nichtmerkmale“ durchgegangen. Er ist definitiv am Stängel kugelzellig vom Bruchverhalten, es fehlten Manschette, Velumreste, Knolle, etc.
    es waren 2 Exemplare, Buchen/Mischwald, sandiger Boden. Habe ihn als Speisetäubling eingeordnet. Hutfarbe war irgendwie gräuliches rosa zum Rand hin verblassend, ganz leicht gereift, Lamellen brüchig, zum Rand etwas gewellt, aber keine Zähnchen, Geruch neutral, Geschmackstest ebenfalls neutral.
    Nach dem kochen muss ich sagen, der schmeckte fantastisch. Hat mich etwas an Birkenröhrling erinnert, aber fast noch aromatischer, nussig, bissfester als Röhrlinge.

    Welche Reagenzien bräuchte ich, um es eindeutig festzustellen? Welcher außer Speisetäubling käme noch in Frage?

  • Welcher außer Speisetäubling käme noch in Frage?

    Hallo,

    bei rund 200 verschiedenen Täublingsarten wären ein paar aussagekräftige Fotos deines Fundes das Mindeste, um deine Frage vielleicht beantworten zu können. Sonst bleibt wohl nur der Blick in die berühmt-berüchtigte Glaskugel, aber damit befasse ich mich allerdings nicht.

    Gruß Sepp

    Eine Verzehrsfreigabe gibt es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort

  • Der Hutrand passt nicht auf Speisetäubling, vllt Frauentäubling, der riecht nicht stark bei Trockenheit.

    Ein kleiner Tipp: dein Messer ist nicht geeignet für Querschnitte, viel zu stumpf. Nimm dir ein Cuttermesser mit langen Wechselklingen, wenn du grad nix anderes zur Hand hast, weil alle Pilzmesser im Wald verloren. Entöle es, damit nicht das Industrieöl an etwaige Speisepilze kommt und dann hast du was, bis du wieder ein Taschenmesser findest oder kaufst.

  • Frauentäubling

    Habe ich aufgrund der Lamellen, welche gesplittert sind beim Drüberfahren, ausgeschlossen.

    Ich werde mir entsprechende Chemikalien besorgen.

    Leider habe ich kein gutes Bild gemacht. Ein freund hat mich damit fotografiert vllt ist das halbwegs geeignet. Ich frag ihn danach.

  • Hallo finest.fire,

    bei makroskopischer Betrachtung der Hutoberseite anhand des nachträglich eingestellten Fotos würde ich da schon auch den Fleischroten Speisetäubling (Russula vesca) in Betracht ziehen, den du ja in deinem ersten Beitrag bereits erwähnt hast, und das rechte Exemplar erscheint mir besonders typisch.

    Typisch für R.vesca ist, dass die Hutoberseite matt und nicht glänzend/fettig erscheint, manche Exemplare können wie von dir beschrieben einen +/- graurosa Farbton haben und typisch sind oft auch gelbliche Flecken oder Stellen zur Hutmitte hin. In der Regel ist auch die Huthaut immer etwas zu kurz, d.h. sie kann den Hutrand nicht vollständig erreichen, wodurch am Hutrand das weisse Hutfleisch ein wenig hervorschaut.

    Die brüchigen, im Jungzustand weißen Lamellen bekommen im Alter rostbraune Flecken.

    R. vesca zählt seit einiger Zeit zu meinen Lieblingsspeisepilzen, den ich manch anderen Speisepilzen vorziehe.

    Beste Grüße

    Sepp

    Eine Verzehrsfreigabe gibt es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort

  • R. vesca zählt seit einiger Zeit zu meinen Lieblingsspeisepilzen, den ich manch anderen Speisepilzen vorziehe.

    Beste Grüße

    Ja, da kann ich nur zustimmen. Geschmacklich wirklich hervorragend.

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