Sommersteinpilze/Eichensteinpilze sammeln - Ab wann und wie?

Es gibt 12 Antworten in diesem Thema, welches 912 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (1. Mai 2026 um 20:32) ist von Miesmuschel.

  • Hi!

    Also ich werde dieses Jahr nach Kursen im Vorjahr und Sammelrunden für Fichtensteinpilze dieses Jahr meine erste Sammelrunde für Eichensteinpilze (boletus reticulatus) starten können. Die Literatur spricht ja immer so grob von "Mai und Juni" als Hauptsammelzeit.

    Nun wohne ich in NRW (Gebiet Wuppertal/Umfeld). Die Waldgebiete sind immer etwas Fahrt entfernt und hier wohnen halt ein paar Menschen mehr. Zudem höre ich da schon krasse Dinge von Mitbewohnern meiner Stadt. Teilweise, dass sie schon um 4 Uhr morgens los ziehen, weil man im Morgengrauen wegen dem Tau die Hüte der Eichensteinpilze wegen der Reflektion besser sehen kann... (Dafür soll die Ausbeute dann aber wohl besser sein. Ich hab letzten Herbst nur so um die 5 verwertbare Fichtensteinpilze gefunden.)

    Damit ich also überhaupt was finde, wollte ich mal fragen, ob ihr Tipps habt, wann und wie man am besten suchen gehen sollte.

    Woran erkenne ich, dass die Sammelzeit tatsächlich los geht?

    Es gibt ja durchaus auch mal Temperaturschwankungen, kältere und wärmere Monate und Jahre. Mehr oder weniger Regen und so weiter. Daher gehe ich davon aus, dass die Sammelzeit "ab Mai" etwas variabler ist. Gibt es Merkmale, bei denen ihr festmacht "okay, jetzt kann ich erfolgreich suchen gehen"?

    Gibt es eine Regel, wonach die Eichensteinpilze nach schwachem/starkem Regen +/- 1 bis 3 Tage besonders stark sprießen, wenn die Temperaturen stimmen, sodass man dann suchen gehen sollte?

    Zu welchen Tageszeiten fängt der Eichensteinpilz denn an, seine Fruchtkörper auszubilden (morgens, mittags, abends, nachts)? Macht die frühe Tageszeit ggf. tatsächlich einen Unterschied? Oder will man einfach nur vor den meisten anderen da sein, um noch was finden zu können?

    Sammelt ihr auch alte Exemplare in einem separaten Behältnis, um diese einfach so hingelegt oder als Mix-Pampe später bei noch unsymbiontisierten Bäumen in eurer Umgebung durch Impfung zu verbreiten? Funktioniert das bei Eichensteinpilzen überhaupt? Wir haben ein ganz kleines privates Waldstück mit Eichen. Daher überlege ich das mal auszuprobieren, wenn ich Eichensteinpilze hier finde.

  • Hallo Pilzprophet,

    deine vielen Fragen zu beantworten, ist nicht so einfach. In meiner Kindheit bin ich mit meinem Vater auch immer sehr früh aufgebrochen, um angeblich die besten und frischesten Pilze zu finden. Das mache ich heute nicht mehr, weil man Pilze zu jeder Tageszeit findet, wenn man weiß, wo sie stehen. Um Eichensteinpilze zu finden, musst du keinen reinen Eichwald haben. Er wächst auch bei Buchen, vor allem sollte es ein sonniges, warmes Waldstück sein. Die Erscheinungszeit von Mai-Juni ist ein Erfahrungswert oder besser das Ergebnis von Beobachtungen. Diese Angaben verändern sich zunehmend und entscheidend sind immer die Wetterverhältnisse, wenn z.B. das Frühjahr sehr trocken ist , dann verschiebt sich die Erscheinungszeit. Im Herbst kann man den Eichen- bzw. Sommersteinpilz auch noch finden.

    Viele Grüße

    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock


    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Hallo Pilzprophet

    Lustig finde ich ja Deinen Namen, wo Du doch eigentlich die Pilzpropheten gerade anfragst,😉😅.

    Das meiste hast Du ja jetzt gehört bzw gelesen. Und wenn man Deine Fragen so einfach beantworten könnte, wären die Steine in Nullkommanix abgeerntet. Es ist wie "Weisheit" schon geschrieben hat sehr stark abhängig vom Standort, Bodenbeschaffenheit, Klima und und und.

    Deshalb schauen, wo bei Dir die Böden passen könnten und dann einfach oft in den Wald bzw Parks und im Falle eines Fundes Ort und Zeit in Verbindung mit Wetter merken. Es geht nichts über die eigene Erfahrung, und die ist nur bedingt übertragbar auf die Allgemeinheit.

    Die Idee, das mit den zu alten Pilzen im eigenen Wald aussporenzu lassen ist doch eine gute, allerdings nicht zwangsweise von Erfolg gekrönt.

    Damit also viel Erfolg und vor allem Spaß

    Bernhard

  • Hallo PP,

    uih, so viele Fragen auf einmal, das reicht ja schon fast für ein ganzes Buch. Sommersteinpilze mögen lehmigen, mineralreichen Boden. Im Bergischen Land müsste sich da etwas Entsprechendes finden lassen, im Sauerland eher nicht, das wäre eher Boletus edulis-Gebiet. Ob du schon in aller Herrgottsfrühe suchen gehen solltest, weiß ich nicht. Es könnte illegal sein, vor 7 Uhr morgens den Wald zu betreten, da man so das Wild aufscheucht, in unserem Wald ist das z. B. so. Zumindest sehen das Förster und Jagdpächter überhaupt nicht gerne. Eine andere Idee wäre es, stattdessen Flockenstielige Hexenröhrlinge zu suchen. Diese kommen auch ab Mai, schmecken auch sehr lecker, sind häufiger als Boletus reticulatus und deutlich seltener verwurmt. Und man findet sie auch noch am Sonntagnachmittag^^, da sie nur von wenigen Leuten gesammelt werden. Nur Vorteile also.


    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Es geht nichts über die eigene Erfahrung, und die ist nur bedingt übertragbar auf die Allgemeinheit.

    So ist es!

    Und jeder muss seine eigenen Fundplätze suchen, finden und merken.

    Ich selbst kenne z.B. nur einen einzigen Platz wo der Satansröhrling jährlich wächst, und den Platz habe ich nur meinem jahrzehntelangen Pilzfreund gezeigt.

    Heute war ich zum ersten Mal im Frühjahr Pilze suchen, speziell nach essbaren Morcheln.

    Und ich glaube das wird zeitintensiv werden für den ersten Fund, auch wenn es Spaß macht in der Natur.

    Heute war ich in einem Wald, den viele Leute anfahren um Bärlauch zu sammeln.

    Weiter werde ich suchen an der Donau mit den Auenwälderstreifen, und werde auch auf altes Laub schauen nach Espen, Ahorn etc. und vielen anderen Orten die in der Literatur beschrieben werden (sandige oder kalkhaltige Böden, Streuobstwiesen...)

    Sollte ich tatsächlich fündig werden, zeige ich Euch nur die Bilder, nicht die Orte :)

    Also lieber Pilzprophet, suchen, finden und merken.

    Grüße

    Porli

    1. Pilze findet man zu jeder Tageszeit :thumbdown:
    2. "Eichensteinpilze" wachsen auch bei Buchen :thumbup:
    3. Vorwiegend bei sonnigen, warmen Waldstücken :!:
    4. Die Erscheinungszeit von Mai-Juni ist ein Erfahrungswert, wenn z.B. das Frühjahr sehr trocken ist , dann verschiebt sich die Erscheinungszeit. :?:

    Zu 1: Das ist mir bewusst. Die Person erwähnte, dass am frühen Morgen aber Tau auf den Hüten sei und der schräge Lichteinfallswinkel während der frühen Morgenstunden für Reflektionen (bessere Sichtbarkeit) sorgt. Der Herr ist Pole. Bei denen ist das ja Volkssport. Vielleicht wissen die mehr als wir? :/;):confused:

    Zu 4: Verschiebt sich das die Fundzeit bei Trockenheit nach hinten oder nach vorne? Trockenheit könnte ja auch wärmere Temperaturen bedeuten.

    1. Lustig finde ich ja Deinen Namen, wo Du doch eigentlich die Pilzpropheten gerade anfragst,😉😅.
    2. Deshalb schauen, wo bei Dir die Böden passen könnten :?:
    3. Die Idee, alte Pilze im Wald aussporen zu lassen ist doch eine gute, allerdings nicht zwangsweise von Erfolg gekrönt. :?:

    1: Ich befinde mich noch in prophetischer Ausbildung und übernehme daher keine Haftung. Die Präzision der Vorhersagen steigert sich stetig, von pilzig herbeigeführten Visionen sehe ich eher ab.

    2: Sauer? Lauft ihr dann mit so einem Boden-pH-Messgerät im Wald rum? Hab so Teile für ein paar €uronen bei einem US-Online-Versandhändler gesehen, bei dem ich nicht mehr gerne einkaufe. Aber die gibt es bestimmt auch woanders zu kaufen.

    3: Gibt es effektivere Wild-Inokkulationsmöglichkeiten für unsere Röhrlings-Mykorhizzas?

    1. im Sauerland eher nicht, das wäre eher Boletus edulis-Gebiet. :?:
    2. Es könnte illegal sein, vor 07:00 Uhr Wald zu betreten, da man so das Wild aufscheucht.:?:
    3. Eine andere Idee wäre es, stattdessen Flockenstielige Hexenröhrlinge zu suchen.:!:

    1: Konkurrieren oder blocken sich boletus edulis und boletus reticulatus gegenseitig?

    2: Norm?

    3: Notiert. Danke! - Habe tatsächlich letztes Jahr schon mal ein, zwei gefunden. Glücklicherweise bei einer Führung mit einem Pilzsachverständigen (LG!). Sonst hätte ich die dagelassen, da ich mir persönlich bei der Bestimmung noch nicht sicher genug war.

    1. Und jeder muss seine eigenen Fundplätze suchen, finden und merken.:thumbdown:
    2. Ich selbst kenne z.B. nur einen einzigen Platz wo der Satansröhrling jährlich wächst, und den Platz habe ich nur meinem jahrzehntelangen Pilzfreund gezeigt.:thumbdown:
    3. Heute war ich zum ersten Mal im Frühjahr Pilze suchen, speziell nach essbaren Morcheln.:thumbup:
    4. Ich glaube das wird zeitintensiv werden für den ersten Fund, auch wenn es Spaß macht in der Natur. :thumbdown::thumbup:
    5. Heute war ich in einem Wald, den viele Leute anfahren um Bärlauch zu sammeln.:thumbup:
    6. Weiter werde ich suchen an der Donau mit den Auenwälderstreifen, und werde auch auf altes Laub schauen nach Espen, Ahorn etc. und vielen anderen Orten die in der Literatur beschrieben werden (sandige oder kalkhaltige Böden, Streuobstwiesen...):?:
    7. Sollte ich tatsächlich fündig werden, zeige ich Euch nur die Bilder, nicht die Orte :thumbdown::thumbdown::thumbdown:
    8. Also lieber Pilzprophet, suchen, finden und merken.:thumbup:

    1: Finde ich nicht gut. Ich verstehe auch nicht, wieso viele Leute da so egoistisch sind. Durch das Teilen von Standorten und das Verbreiten der Myzelien in Gruppen von Leuten, bei denen alle das tun, gewinnen alle. Insbesondere beim Ansiedeln in heimischen Gärten (Bäumen) ist mM noch viel Potential.

    2: Also gerade bei einem giftigen Pilz kann ich das nicht nachvollziehen. Für Artenschutz/Artenvielfalt kann man bestimmt außerdem mal eine Ecke abschneiden und bei einem anderen M-S-Partner an den Stamm legen.

    3: Nice! Hast du welche gefunden? Ich habe zum ersten Mal Austernseitlinge (pleurotus ostreatus) und gemeine Samtfußrüblinge (flammulina velutipis) gefunden. Bei den Samtfußrüblingen habe ich ganz schön gezittert trotz positiver ID vom Pilzcoach, aber der Sporenpulverfarbentest hat mich doch genug beruhigt.

    4: Damit habe ich kein Problem. Bin schon im Oktober über 7 Std. bei strömendem Regen durch den Wald gelaufen. Ist für mich Entspannung pur, da ich viel vorm PC sitzen muss für meine Arbeit.

    5: Habe heute tatsächlich gerade die gekauften Samen ausgesät im ALDI-Hochbeet (mit Deckel). Hoffe, dass ich die dieses Jahr zum ersten Mal im Garten habe und verbreiten kann.

    6: Wonach genau? Morcheln oder Bärlauch?

    7: Keine Ahnung, was das soll. Ich verstehe auch nicht, wieso man mit seinem Egoismus prahlt. Kann dazu nur sagen, dass ich meine Orte teile und dann auch von anderen Orte bekomme.

    8: Tue ich schon mit Google Maps. Übrigens auch nach den jeweiligen Pilzsaisons, da man bei standorttreuen Arten auch die Standorte verwitterter Exemplare für das nächste Jahr vermerken kann. Benutze auch die Karten der Stadt Wuppertal für die Naturschutzgebiete, um diese dann gezielt zu meiden und damit zu schonen. (Geoportal) -> Unter "Karteninhalte" -> Natur- und Landschaftsschutz (mM immer erwähnenswert)

    Einmal editiert, zuletzt von Pilzprophet (13. März 2026 um 11:52)

    1. im Sauerland eher nicht, das wäre eher Boletus edulis-Gebiet. :?:
    2. Es könnte illegal sein, vor 07:00 Uhr Wald zu betreten, da man so das Wild aufscheucht.:?:
    3. Eine andere Idee wäre es, stattdessen Flockenstielige Hexenröhrlinge zu suchen.:!:

    1: Konkurrieren oder blocken sich boletus edulis und boletus reticulatus gegenseitig?

    2: Norm?

    3: Notiert. Danke! - Habe tatsächlich letztes Jahr schon mal ein, zwei gefunden. Glücklicherweise bei einer Führung mit einem Pilzsachverständigen (LG!). Sonst hätte ich die dagelassen, da ich mir persönlich bei der Bestimmung noch nicht sicher genug war.

    zu 1) Nein, aber sie haben sehr unterschiedliche Standortansprüche, B. e. vorzugsweise moosiger, humoser Nadelwald, B. r. vorzugsweise Laubwald (Buche, Eiche) über lehmig-mineralischem Boden. Selten kann man allerdings beide Arten nebeneinander wachsend vorfinden. B. r. kann also auch Nadelwald, B. e, auch Laubwald.

    zu 2) von der unteren Naturschutzbehörde / Landratsamt bzw. Forstamt erlassene, lokal gültige Vorschrift; erfragbar beim Landratsamt.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Damit ich also überhaupt was finde, wollte ich mal fragen, ob ihr Tipps habt, wann und wie man am besten suchen gehen sollte.

    Steinpilze mögen tendenziell eher saure Böden, ich glaube bei Sommersteinpilzen aber nicht zu stark sauer. Wo die sind, kannst du mit einem Bodenatlas herausfinden:

    Thünen Atlas

    Dann natürlich wie du schon sagst am besten in Laubwäldern suchen, also Eichen- und Buchenwälder. Nähe zu landwirtschaftlichen Flächen, Straßen und Siedlungen sollte auch vermieden werden, da der Steinpilz magere Böden bevorzugt, also den Stickstoffeintrag aus der Landwirtschaft nicht so gern mag. Daher besser ein bisschen waldeinwärts schauen und nicht direkt am Waldrand.

    Beste Zeigerpflanze sind Säurezeiger wie die Heidelbeere und Zeiger für magere Böden wie die Drahtschmiele. Da musst du schauen, welche Zeigerpflanzen es bei euch in der Gegend gibt, das ist nicht überall in Deutschland gleich. Ähnliche Bodenverhältnisse brauchen verschiedene andere Röhrlinge wie der Maronenröhrling, Hexenröhrling oder Rotkappe. Wo du die findest, könnten auch Sommersteinpilze gut wachsen.

    Dann das Wetter gut beachten. Nach längeren Trockenphasen kann es nach Regen schon etwas dauern, bis wieder generell Pilze wachsen. Ab Ende Juni lohnt es sich dann mal zu schauen, wenn es gut geregnet hat. Dabei beachten: Sommersteinpilze können bei richtigen Temperaturen und genug Feuchtigkeit sehr schnell wachsen und auch sehr schnell wieder verschwinden oder abgefressen sein. Ich habe schon erlebt, dass an einer Stelle gar nichts war und 2 Tage später war da ein 15 cm Sommersteinpilz gewachsen. Potenzielle Stellen muss man daher mehrfach ablaufen, da man oft die dort im Boden vorhandenen Pilze gar nicht oberirdisch als Fruchtkörper antrifft.

    Viel Spaß beim Suchen !!

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Hallo Pilzprophet :

    und schöne Grüsse an alle Mitleser!

    Meine Ehrfahrungen und Tipps zu deinen Fragen:

    1. Wann weiss ich, dass es losgeht?

    1.1. Ist in jedem Jahr unterschiedlich, das weiss vorher nur der Pilz- und Wettergott, mal früher mal später, mal viele Pilz-FK, mal weniger, hängt auch von der Naturbelassenheit Gesundheit der Bäume ab.. Es kann aber beim Reticulatus durchaus mehrere Wachstumsperioden geben, manchmal zwei oder drei.

    Wenn es wie zum Beispiel vor zwei oder drei Jahren es im September lange warm bleibt, kann der Sommersteinpilz durchaus nochmal auch Ende September aus allen Rohren spriessen!

    Deshalb hate ich von diesen allgemeinen Kalenderangaben aus der Literatur überhaupt nichts ("Anfang Mai bis Anfang August" und ähnliches, gilt auch für alle anderen Pilze)

    1.2 Ich mache Kontrollgänge (erstmal um zu sehen ob "meine Stellen" überhaupt noch existieren, oder nicht inzwischen von der nachhaltigen und klimafreundlichen Forstwirtschaft gekillt wurden). Ich hatte nur zwei Stellen für den B. Reticulatus , eine ist schon vor drei Jahren unnötigerweise zerstört worden (gefällte Buchen und Eichen wurden einfach liegengelassen, keine Verwertung), bleibt zur Zeit nur die letzte, einzige Stelle.

    1.3 Was ich aber auch mache ist mehrere Pilzforen, nicht nur dieses , so oft wie möglich zu konsultieren. Um dann durch Fundmeldungen anderer zu wissen, dass die Chancen steigen.

    Ich will jetzt hier keine Webung für andere Pilzseiten machen, auf Nachfrage könnte ich sie nennen, falls notwendig/erlaubt.

    Grunsätzlich war es immer so:

    -wenn es andere Fundmeldungenaus BaWü gab auch von Wäldern aus 50 -100 km Entfernung ( die ich nicht kenne oder besuchen würde), hab auch ich auch "bei mir" früher oder später was gefunden. Manchmal habe ich auch vor den Fundmeldungen anderer was gefunden.

    -es geht meistens - nicht immer- im Südwesten und der Schweiz zuerst los, dann ein paar Tagen/Wochen später in NRW, im Norden oder Osten. Das ist wie bei der Kirschbaumblüte oder Apfelbaumblüte, fängt meistens in der Nähe von Freiburg an, stzt sich dann nach Nordosten fort.


    2. Thema: Tagesszeit zum Sammeln / Wachstumsverhalten d. Sommersteinpilzes

    Ich gehe aus verschiedenen Gründen nie früh Morgens in den Wald (werktags würde ich auch nie vor der Arbeit in den Wald, und am Wochenende will ich auch nicht gemeinsam mit den Frühaufstehern dort sein), ich gehe fast immer nachmittags / nach Feierabend. Und habe dann auch immer andere frisch nachgewachsenen Exemplare gefunden, obwohl wahrscheinlich am Morgen "alles leergesammelt" wurde.

    Deshalb kann ich nur bestätigen, dass - nicht nur die Steinpilze - rund um die Uhr (nach)wachsen- und:

    - keineswegs nur am Abend in der Nacht anfangen, damit die Frühaufsteher allein ein volles Buffet haben

    - und, dass unter günstigen Bedingungen am gleichen Tag innerhalb weniger Stunden kleine, von den Frühaufstehern übersehene Exemplare schon mittelgroß weren können.

    Und das sind ja auch die besten, die kleinen und mittelgrossen, (Maden-Wahrscheinlichkeit geringer).

    Mach es wie du es willst.

    3. Thema Edulis / Reticulatus an gleicher Stelle, unmittelbarer Nähe:

    JA, gibt es!

    Edulis wächst ja auch unter Eichen, und zum Glück ist diese einzige Reticulatus-Stelle die ich kenne so Beschaffen, dass sie Sich mit einer Edulis-Stelle teilweise überlappt.

    Auch von der Jahresszeit können sie sich überschneiden, da B. edulis manchmal schon im Juli/August einige Fruchtkörper ans Tageslicht schickt, und wie gesagt, manchmal der Sommersteinpilz einen späten Herbstschub nachlegt. Die nehmen sich nichts weg, gegenseitig, Eichen und Buchen bieten ihnen genug Nahrung, und Dutzenden anderen Pilzen gleichzeitig.

    Das passiert nicht häufig, höchstens an ein paar wenigen Tagen im Jahr, aber am gleichen Tag an gleicher Stelle (bzw. in unmittelbarer Nähe) Edulis und Reticulatus (und evtl. auch Grüngefederte- oder andere Täublinge und Flockis) ist schon mit das Schönste was man pilzmässig erleben kann.

    4. Thema Verbreitung an anderer Stelle durch Transport.

    Dieses Thema interessiert mich seit langem auch, und ich habe - nicht hier, in einem anderen Forum extrem präzise, (mehrere) Fragen grstellt. Die Antworten waren leider ABSOLUT ENTTÄUSCHEND, die wirklichen Experten gab es nicht, oder haben nichts beantwortet, obwohl es nur zu diesem Thema konnexe präzise Fragen gab, wo es 100%-ig Expertise gibt. (meine Fragen waren gegliedert und gezielt, z.Bsp. Absporverhalten/ Fruchtkörper wo am besten platzieren (unten/ oben im gezweig), ob man eher unter jüngeren oder älteren nicht infizierten Baumbeständen etc.)

    Die anderen Antworten waren die allermeisten nach dem Motto: "warum interessiert dich das?", "lohnt sich nicht", "bringt eh nix", . Es gab nur einen, in einem anderen Thread, der genau beschrieben hat wie er Pilze in benachbarte ähnliche Waldgebiete gezielt durch Transport weiterverbreitet.

    Ich werde da auch nachbohren, bei Gelegenheit.

    Jedenfalls sag ich dir was ich gemacht habe und wie ich das sehe.

    4.1. Ich hab auch seit zwei drei Jahren überständige Boleten, aber auch Täublinge, einfach mal so an anderer -bisher nicht infizierter - Stelle, abgesetzt, manchmal oben, manchmal unten. Kurzfristige pesönliche Vorteile waren ja nicht meine Absicht, sondern nur den besten Pilzen nebenbei bei der Vehrmehrung zu helfen. Nicht "für mich, Schnell"! das habe ich nie im Sinn gehabt, unterstelle es auch Dir nicht Pilzprophet . Man muss auch wirklich längerfristige nicht eigennützige Themen noch diskutieren können.

    Egal was andere gesagt oder - in diesem Fall richtiger- NICHT GESAGT haben, und egal wie weniger Experte ich dazu sein möge, ist meine feste autodidakte Meinung dazu:

    4.2. Ja! es lohnt sich auf jeden Fall, das zu machen, durch Weitertransport hilft man den Sporten. Die Sporen verbreiten sich durch den Wind. Deshalb würde ich sie eher oben im Gezweig als unten an der Wurzel lassen. Auch wegen den Nacktschnecken. Der grösste Konsument von speziell Steinpilzen bei uns sind die Nacktschnecken, das garantier ich Dir, dass die den besten Geruchssinn im Tierreich haben, die riechen einen jungen 10 Stunden alten (Stein)Pilz auf 50m Entfernung und bewegen sich nach Geruch auf ihn zu.

    Zum Schluss noch ein Ratschlag: es gibt nicht nur Boleten, schau mal was mit den Täublingen, Raufüssen, Flockis etc. los ist.

    Und vergiss die Pfifferlinge nicht. Die mögen die gleichen Eichen/Buchen.

    Viel Erfolg und Schöne Grüsse an alle!

    3 Mal editiert, zuletzt von Albus (25. April 2026 um 03:34)

  • Es muss nicht immer Kaviar sein...

    Meiner Erfahrung nach- die ist jetzt eher bescheiden- sind Flockenstielige Hexenröhrlinge ein guter Anzeiger für (kommende) Steinpilze, in diesem speziellen Fall auch gleichzeitiges Erscheinen nicht ausgeschlossen (Anfang Oktober 24). Eine Weile lang habe ich Wetter- und Pilzbeobachtungen notiert und im Jahr darauf oder auch 2 Jahre später verglichen. Das mache ich jetzt nicht mehr, profitiere aber von der Erfahrung dieser Aufzeichnungen. Laufen und Beobachten ist jetzt meine Quintessenz- nicht für jede(n) gleich geeignet.

    Vielleicht wäre auch ein kleiner Ausflug so Umgebung Lüdenscheid, Schalksmühle und die Dörfer rundum eine Reise wert.

    Viel Glück und liebe Grüsse von der Miesmuschel

  • Hallo Miesmuschel,

    ein interessanter Beitrag. Ein kleiner Ausflug von Liechtenstein nach Lüdenscheid ist aber eine gewaltige Strecke.

    Da sollte man seiner Sache aber schon sehr sicher sein. Ich meine was das Finden von Pilzen angeht.

    Gruß

    Ralph A

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