Eine Lcanora-Art?

Es gibt 2 Antworten in diesem Thema, welches 137 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (10. Januar 2026 um 15:36) ist von Bemoeh.

  • KaMaMa

    Hallo Martin,

    diese schöne Krustenflechte gefunden 03.11.2025, Wegesrand an gefällten Laubbäumen entnommen, auch NSG Kahle Pön, sehr schön anzusehen. Aber wohl ein spannender Bestimmungsversuch. Mein Versuch: Thallus krustig, weißgrau, äußerer Rand gelblich. Apothecien dicht gedrängt, Scheibe leicht kristallig in vielen Varianten gefärbt, braun, beige, grünlich gräulich, feucht grünend (Foto), mit Thallusfarbigen kristalligen dicken Rand. Apothecien ca. 0,2 bis 1,2 mm Ø. Farbtest (Fotos): Thallus und Apothecien K+ gelb, P+ schwach gelb, C-, KC-, UV+ matt orange. Apothecienschnitt unterm Mikro mit Lugol, Ascis keulig 8 sporig, Sporen einfach elipsoid schlank dicklich, tolle Fotos, hoffentlich finde ich die Richtigen zum Senden. Es könnten einige Varianten passen, ich habe meine Möglichkeiten ausgereizt und tippe auf Lecanora chlarotera ( ev. Varia)?:/ Martin, ich vermute du hast das auf einen Blick erkannt. ;)

    LG

    Bernd

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    17-Apo für Mikro

    M1-Mikro-400fach-Ascus 8sporig

    M2-Mikro-400 fach-Lugol-Sporen

    M3-Mikro-400fach-Lugol-Sporen

    M5-Mikro-Oel-Sporen

    M6-Mikro-Oel-Sporen

    M7-Mikro-Oel-Ascus 8 sporig

    M8-Mikro-Oel-Ascus 8 sporig

    M9-Mikro-Oel-Ascus unreif

  • Hallo Bernd,

    gehst du jetzt auf Lecanoren los? Hast du dir schon ein Messokular zugelegt? Wenn du öfters Krustenflechten bestimmen möchtest, führt irgendwann kein Weg am Messen von Sporengrößen vorbei.

    Lecanora war/ist eine ziemlich große Sammelgattung, die immer stärker aufgedröselt wird. Da würde ich mich keinen Schnellschuss trauen, ohne weitere Überprüfungen. Prinzipiell sieht die Flechte aber schon nach L. chlarotera aus. Diese Art ist auch mit Abstand die häufigste Art mit hellbraunen und zudem feucht grünenden Apothecienscheiben. L. varia kenne ich mehr von Holz und ich habe sie noch nicht sehr oft bestimmt. Das leigt aber auch daran, dass mich die notwendige Kristallanalyse (zur Zeit) nicht so lockt.

    ... Scheibe leicht kristallig in vielen Varianten gefärbt, braun, beige, grünlich gräulich, feucht grünend (Foto), mit Thallusfarbigen kristalligen dicken Rand.

    Da hast du erkannt, dass Kristalle bei der Bestimmung von Lecanoraarten eine wichtige Rolle spielen. ABER: Bei Lecanoren muss man die Kristalle (so vorhanden) am Querschnitt durch das Apothecium in Wasser beurteilen, Hierfür erstmal nicht quetschen, sonst verlierst du die Orientierung, was wo war - Quetschen kannst du anschließend immer noch. Besonderes Augenmerk gilt hier dem Thallusrand und dem Epihymenium. Was du als "kristalligen, dicken Rand" bezeichnest, ist die weißliche Bereifung (tatsächlich kleine Kristalle) auf dem Cortex, die man in Aufsicht erkennt; auch die Scheibe ist bereift, was man im trockenen Zustand erkennt. Die Kristalle des Apotheciums können in besonderer Weise mit den üblichen Chemikalien reagieren, weshalb bei Lecanoren nicht nur Thallus und die Scheibe, sondern als dritte Stelle der Thallusrand der Apothecien mit auf Farbreaktion zu überprüfen ist.

    Die von dir vermuteten Arten findest du in getrennten Pfaden beim Schlüsseln, da L. chlarotera viele große Kristallkompexe am Apothecienrand besitzt, L. varia hingegen nicht. Das kannst du noch prüfen, wenn du möchtest. Es gibt aber vermutlich noch andere ähnlich aussehende Arten. Es gibt etwliches zu beachten: Wo befinden sich Kristalle? Wie groß sind diese Kristalle? Reichen sie bis ins Hymenium? Sind sie in KOH löslich? Sind sie in HNO3 löslich? usw. Am Besten verwendet man dafür ein Polarisationsmikroskop (kann man für ca. 10€ für Polarisationsfolie selber basteln), es geht zur Not aber auch ohne. Ferner habe die beiden Arten auch etwas unterschiedlich große Sporen, was beim Entscheiden (hier sind die Kristalle wichtiger!) helfen kann.


    Beispiel L. chlarotera

    Erkennst du die Kristalle?

    Bild A1 Querschnitt in Wasser, Durchlicht - wenn man es weiß, erkennt man die großen, transparenten Kristalle z.B. rechts ganz leicht.


    Bild A2 in "Auflicht" (eigentlich seitlich angeleuchtet) glitzern die Kristallkanten etwas stärker, aber die Vergrößerungsmöglichkeiten bleiben beschränkt, wenn ich seitlich mit der Taschenlampe beleuchten können will


    Bild A3 im polarisiertem Licht mit gekreuztem Analysator (aus zwei zugeschnittenen Polarisationsfolien gebastelt) - die Kristalle sind jetzt hell leuchtend vor dunklem Hintergrund sehr gut zu erkennen


    Habe ich die Möglichkeit mit polarisiertem Licht zu arbeiten, kann ich (weil im Durchlicht) auch beliebig stark vergrößern und die feinen Kristalle auf/im Epihymenium besser erkennen.

    Bild A4 Ähnliches gilt für die Kristalle auf dem Epihymenium, hier wieder im polarisiertem Licht mit gekreuztem Analysator hell leuchtend


    Bestimmung von Lecanora ist - das gilt aber auch für andere Gattungen wie Usnea - etwas speziell.

    LG, Martin

  • Hallo Martin,

    Oh weia :confused: jetzt wird es aber kompliziert, aber ein Versuch ist es wert, werde es auch mal probieren die Probe ist ja vorhanden. Deine Beispiele sind ja gutes Lehrmaterial.:agree: Ein Auflichtfoto vom Dünnschnit habe ich noch, die Kristalle am Epihymenium und unteren Rand sind wohl zu erahnen.

    Eine elipsoide Spore habe ich mit dem 100er und Messokular auch vermessen (kein Foto) Auf der Skala 15 Teilstriche in der Länge x 6 Teilstriche Breite sind das dann 15 μm x 6 μm Sporengröße?:hmmm: Bin beim Vermessen immer sehr dösig. Würde im Bereich der Sporengröße liegen.

    Und zwei klasse Fotos der Flechte auf den gefällten Bäumen zusammen wohl mit Xanthoria parietina kann ich noch beisteuern.

    LG

    Bernd

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