Letzte Herbstimpressionen 2025

Es gibt 6 Antworten in diesem Thema, welches 763 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (19. November 2025 um 21:23) ist von Mykololologe.

  • Hallo miteinander, die Saison geht ja langsam wetterbedingt zu Ende. Zum vermeintlichen Schluss gab es hier (wie meistens) noch sehr viele Nebelgraue Trichterlinge, Erd- und Edelreizker, Butterpilze und Violette Rötelritterlinge, Butterrüblinge etc. sowie relativ viele Safranschirmlinge, viele Narzissengelbe Wulstlinge, Rotbraune Milchlinge und andere Milchlinge, derzeit überständige Austernseitlinge an mehreren Stellen, andere Baumpilze wie Mürblinge, Herbstlorcheln, wenige Exoten. Die ersten Judasohren wurden allerdings schon gesichtet. Hier noch einige Eindrücke in loser Folge, einfach so …:

    1. Ein großer Becherling und ein Runzelhütiger Zähling - Diskussion Vgl.unten. Die erste Bestimmung lautete Gemeiner Muschelkrempling mit auch gezähnten Lamellen (Die Muschelkremplinge soll es zudem in diesem Jahr häufig gegeben haben).

    Bild 1

    2. Später Birkenpilz

    Bild 2

    3. Rötender Blätterwirrling (Unterseite passt auch)

    Bild 3

    4. Riesenmengen in der Aue an Totholz– schöne Exemplare des Gezonten Ohrlappenpilzes

    Bild 4

    5.Große Mengen an Violetten Knorpelschichtpilzen an bemoosten, liegenden Tothölzern und an Baum-Schnittflächen

    Bild 5

    6. An vielen Stellen in diesem Herbst – Korallen

    Bild 6

    7. Häufig, aber wenig beachtet – Lederartiger Fältling

    Bild 7

    8. Grubiges Polsterkissen mit Falschfarben an einigen Stellen

    Bild 8

    Offenbar funktioniert bei den jetzt häufigen, schwachen Lichtverhältnissen der Weißabgleich nicht mehr komplett. Daher die blauen Farbtöne; hatte ich schon manchmal in der Spätherbstzeit. Kein Photoshop o.ä.

    9. Falscher Pfifferling auf einer Buchecker, die auf einem Stubben lag.

    Bild 9

    10. Blauender Saftporling

    Bild 10

    11. An Buchenstubben häufig, aber ebenfalls wenig (als Pilz) beachtet – der Tintenstrahlpilz Bispora antennata

    Bild 11

    12. Selten in unserer Gegend – Grünlinge im sandigen Kiefernwäldchen (es waren etliche, aber keinen mitgenommen).

    Bild 12

    13. Keine Pilze, sondern Spuren von Minierfliegen. Sollen unseren relevanten Bäumen im Wald noch nicht schaden.

    Bild 13

    Beste Grüße aus Anhalt Henry

    PS: Wie immer: Ergänzungen/Kommentare/Korrekturen/Kritiken gern gesehen.

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    Meine Fotos sind alle gemeinfrei und dürfen für persönliche Zwecke verwendet werden. Es gelten die üblichen Zitierregeln. Bei Weiterreichung bzw. Verwendung für kommerzielle und nichtkommerzielle Publikationen bedarf es einer persönlichen Abstimmung.

    Einmal editiert, zuletzt von Mykololologe (20. November 2025 um 22:04)

  • Hallo Henry,


    welch eine tolle Auswahl zeigst Du uns hier. Und wie klasse abgelichtet. Danke Dir dafür.

    Und ich habe was von Dir wieder mal gelernt.

    13. Keine Pilze, sondern Spuren von Minierfliegen. Sollen unseren relevanten Bäumen im Wald noch nicht schaden.

    DAS hatte ich letztes Jahr in meine, Hochbeet. Und wußte nicht, was das ist. Dank Dir weiß ich jetzt.

    Liebe Grüße

    Murmelchen

    Von mir gibts hier im Forum auch keine Verzehrfreigabe.

  • Hallo Henry

    Schöne Funde und gute Fotos sind das!

    Der Tintenstrichpilz ist ja eigentlich schwarz. Sind das die hellen "Zerstörungen" von dem Pilz? Auch ist der Pilz nicht überall häufig. Immer wieder ein interessanter Pilz.

    Der Blaue Saftporling ist inzwischen auch in mehrere Arten aufgedröselt.

    Der Muschelkrempling, ist das sicher oder könnte das auch ein alter Geschichteter Zähling sein?

    Grüße von der Insel Rügen

  • Hallo Uwe,

    -sicher gibt es bessere Bilder für den Tintenstrichpilz (so ist es richtig, Freudscher Fehler), mit schärzeren Strukturen auf der Oberfläche die mit Hilfsmitteln feiner (antennata ?) sichtbar sind. Es heißt aber, dass das Schwarze Konidien eines imperfekten Pilzes sein sollen (D. Gewalt). Bispora im Namen weist m.E. auf zwei Formen von Sporen in der Vermehrung des Pilzes hin. Bei anderen Pilzen heißt es auch Bisporella. Alles spannend zum Nachlesen in der pilzärmeren Zeit.

    -Zum Blauenden Saftporling habe ich bei Wiki gelesen: " Eine neuere Studie (2018) identifizierte 24 blauende Arten (darunter 12 europäische) aus der nahen Verwandtschaft des Blauen Saftporlings. Sie unterscheiden sich durch makro- und mikroskopische Merkmale sowie die Verbreitung und das Habitat."

    Leider habe ich keinen Zugang zu dieser Studie herstellen können : O. Miettinen, J. Vlasák, B. Rivoire, V. Spirin: Postia caesia complex (Polyporales, Basidiomycota) in temperate Northern Hemisphere. In: Fungal Systematics and Evolution. Band 1, Nr. 1, 1. Juni 2018, S. 101–129, doi:10.3114/fuse.2018.01.05, PMID 32490363, PMC 7259241 (freier Volltext) – (ingentaconnect.com [abgerufen am 3. Oktober 2023]).

    - Vielen Dank für den Hinweis zum Geschichteten Zähling, der auch gesägte (grob-gesägte) Lamellen hat, aber etwas anders aussieht, ocker-bräunlich. Anbei noch das Bild mit der Hutoberseite.

    Bild 1a

    Beste Grüße Henry

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  • Lieber Henry

    Aufgrund deines neuen Bildes 1a bin ich nun ganz eindeutig für einen Zähling. Ich bin mir fast sicher, dass du hier weissliches und nicht braunes Sporenpulver finden würdest, wenn du einen Abdruck machen würdest. Wäre interessant!

    Ob es der Geschichtete (Lentinellus ursinus) oder der Runzelhütige (L. vulpinus) oder gar der Filzige Zähling (L. castoreus) ist, das ist ganz schwierig zu sagen. Erstens sind sie alle nicht ganz klar zu trennen und zweitens ist je nach Literatur die Zuordnung verschieden.

    Hier findest du eine Diskussion dazu.


    Liebe Grüsse

    Myzelio

  • Hallo, ich freue mich über die Diskussion, die wie auch der Beitrag im Netz (Danke Myzelio) zeigt, wie schwierig es ist bei Zählingen & Co. Wir hatten hier, auch unter Beteiligung eines PSV, den Geschichteten Zähling Lentinellus ursinus von vornherein ausgeschlossen. Dabei hatte auch der Rosa-Farbton des Fundes sehr irritiert. Übrig geblieben waren der Gemeine Muschelkrempling Apinella panuoides und der Runzelhütige Zähling Lentinellus vulpinus, der wohl nicht so häufig gefunden wird. Ich kannte ihn noch nicht. Aber das Ergebnis scheint jetzt gut zu passen. Und das Bild 1a war sehr hilfreich (Danke Uwe).

    LG Henry


    PS: Habe vorhin noch eine App strapaziert. Die lieferte je nach Bild entweder den Geschichteten Zähling oder den Austernseitling als favorisiertes Bestimmungsergebnis. Kein Kommentar.

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