Drei schleimige Gesellen

Es gibt 4 Antworten in diesem Thema, welches 469 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (16. November 2025 um 21:48) ist von Mykololologe.

  • Hallo miteinander, das Wetter kippt gerade, aber in der KW 46 gab es hier noch neugewachsene Maronen, Rotfußröhrlinge, Edelreizker, Butterpilze, Riesen-Schirmlinge und wenige Violette Rötelritterlinge – ausreichend, um ein Familienessen zu gestalten. Leider sahe es mit späten Steinpilzen schlecht aus. Davor fand ich drei Pilze, denen eine sehr schleimige Hutoberfläche gemeinsam war:

    1.Im Buchenwald an liegendem Stamm wachsend: Goldene Hutfarbe, Hutgröße um die 10 cm, kräftige Stiele mit glatter Zone über der Ringzone, an der Basis braun, Lamellen bräunlich mit leichter Ausbuchtung am Stiel angewachsen, verwaschene Schuppen auf der Hutoberfläche, Geruch schwach-unangenehm.

    Meine Diagnose: Goldfellschüppling

    Bild 1

    Bild 2

    2. Fundort: relativ lichter Mischwald mit Kiefern, falber Hut bis ca. 4 bis 7 cm Durchmesser, leicht gebuckelt, gelbbraune unregelmäßige Flecken, sehr schleimig, Stiellänge ca. 6 bis 7 cm, Stiel gefüllt, warmes rötliches Braun, Lamellen offenbar bräunend mit rostbraunen Flecken (Sporen), „Burggraben“ bildend. Der Geruch war unangenehm und nicht süßlich. Mein Verdacht richtet sich auf eine Hebeloma-Art, habe leider bisher keine in der Literatur gefunden, bin einige Listen durchgegangen (Mittlerweile soll es aber fast schon 500 Arten geben).

    Vielleicht sieht dankenswerterweise jemand hier mehr.

    Bild 3

    Bild 4

    3. Der dritte Pilz sei hier noch angefügt. Weil er sehr schön ist, und obwohl in der Schlusshektik ein Unterseitenfoto nicht gelang.

    Gezeigt sind der längsgemaserte Stiel und der gebuckelte Hut, der unter dem Schleim feine weiße Flocken (Reste?) zu erkennen gibt. Der Pilz besitzt eine dunklere zentrale Hutzone und vielleicht faserige Strukturen. Die dunkle Verfärbung am Stiel ist vermutlich eine Druckstelle. Geruch wiederum unangenehm. Mehr ist leider nicht bekannt.

    Bild 5

    Mit besten Grüßen und Dank im Voraus Henry

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    Meine Fotos sind alle gemeinfrei und dürfen für persönliche Zwecke verwendet werden. Es gelten die üblichen Zitierregeln. Bei Weiterreichung bzw. Verwendung für kommerzielle und nichtkommerzielle Publikationen bedarf es einer persönlichen Abstimmung.

  • Hallo Henry,


    wenn Nr.1 an Rotbuche wuchs sollte es Pholiota adiposa, der Schleimige Schüppling sein. Nummer 3 erinnert mich an den Gummischüppling (Pholiota gummosa).


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Nummer 3 erinnert mich an den Gummischüppling (Pholiota gummosa).


    Hallo Zusammen

    Ich sehe zumindest weisse Velumflocken auf Bild 5 in der Huthaut und somit tendiere ich dort zu -> Tonweiße Schüppling (Pholiota lenta).

    Ich vermute die 3 und 4 sind vom selben Habitat -> Fundort nur etwas ältere FK

    LG Andy

  • Hallo Andy,

    somit tendiere ich dort zu -> Tonweiße Schüppling (Pholiota lenta).

    das ist die bessere Idee.


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Hallo Ihr Lieben und vielen Dank für die schnelle Rückantwort. Es ist schon verrückt, manchmal ist man auf der richtigen Spur und entscheidet dann doch falsch. Man muss halt besser recherchieren. Bei Bild 1 und 2 war ich zuerst beim Schleimigen Schüppling, aber Jörg hat recht: Er wuchs aus einem sehr alten Stamm im ziemlich reinen Buchenwald und kann deshalb nicht der Goldfellschüppling sein.

    Andy liegt auch richtig. 3 und 4 wuchsen im selben lichten Habitat (Kiefer+diverse Laubbäume). Pholiota gummosa (offenbar an vergrabenenem Holz gewachsen) war bisher für mich keine Bestimmungsoption, ist aber sehr wahrscheinlich. Die Stiele wirkten irritierend (Alter und Witterung).

    Bei 5 hatte ich auch Pholiota lenta kurz auf dem Schirm und die Flocken im Schleim schienen auf einen Schüppling hinzuweisen. Leider sahen viele gefundene Bilder sehr verschieden aus, was ja nichts Neues ist. Mit Eurem doppelten Hinweis konnte ich jetzt eine gute Darstellung bei WINKLER/Keller sowie aus Baden finden: https://www.pilz-baden.ch/galerie/deutsc…_sch_ppling-283 wie auch bei bei einem Bild unter 123Pilzsuche.

    Das ist sehr überzeugend. Mit bestem Dank noch einmal Henry

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