Lacktrichterling? Wenn ja, welcher?

Es gibt 17 Antworten in diesem Thema, welches 787 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (4. November 2025 um 21:37) ist von finest.fire.

  • Liebe Pilzis,

    ich habe schön öfter diese Pilze hier gefunden, mal in lila, mal in diesem orangebraunton. Laut meinem Atlas handelt es sich am ehesten um Lacktrichterlinge. Ich lasse sie heute aussporen, kann also stand jetzt noch nichts über die Farbe des Sporenpulvers sagen.

    Fundort: Brandenburg, unweit junger Buchen, Lichtung mit viel Moos und Gräsern, Totholz aus Kiefer in der Nähe

    Geruch: leicht pilzig, angenehm, aber nicht besonders stark.

    Hut ist orangebraun matt/ ledrig, ganz feine Schüppchen, eingedellter, stumpfer Höcker, der etwas dunkler ist, Rand ist ganz leicht gereift. Bei älteren Exemplaren wellt er sich nach oben.
    Lamellen sind leicht in rosafarbene, viele Zwischenlamellen.

    Stil ist unberingt, dünn, innen heller.die Basis ist deutlich hell abgesetzt.

    Ich würde mich über Bestimmung freuen - und den Rat, ob es giftige „Zwillinge“ gibt.

    Liebe Grüße

    Vari

  • Nach kurzer Recherche wage ich in den Raum zu werfen, kann es auch ein Saftling sein? Und wenn, welcher? Und falls nicht, warum?

    Ich habe diesen Pilz schon im Wald gesehen, kann ihn aber nicht wirklich einordnen.

    Bin gespannt auf weitere Antworten

    LG Waldkauz

  • Hallo

    Das sind schon Lacktrichterlinge, aber genau diese Farbe ist dann etwas schwieriger auf Artenebenen zu bestimmen. Es können da einige in Fragen kommen;

    Ich tendiere auf Braunroten Lacktrichterling (Laccaria proxima)

    Aber der Rötlichen Lacktrichterling (Laccaria laccata) kann im Alter auch in diesen Farben daher kommen.

    In diesen Farben gibt es einige Verwechslungsmöglichkeiten, auch mit giftigen Haut- bzw. Rauköpfe. LG Andy

  • CH-Andy

    Verstehe ich dich richtig, dass die violette Variante „sicherer“ ist weil es weniger Verwechlungsmöglickeiten gibt? Meines Wissens heißt er amethystfarbener Lacktrichterling.

    Hab ein Foto davon angehängt, leider damals nur diese beiden gemacht und selbstverständlich nicht verzehrt, sondern nur im Pilzatlas die Merkmale verglichen ;)

  • Hallo

    Die im ersten Beitrag gezeigten Pilze sind alles Lacktrichterlinge. Zum Essen ist das nichts. Laien können den mit anderen Arten verwechseln. Der Violette Lacktrichterling ist dann deutlich schwerer zu verwechseln.

    Grüße von der Insel Rügen

  • violette Variante „sicherer“ ist weil es weniger Verwechlungsmöglickeiten gibt?

    Das würde ich so nun nicht unterschreiben. Es gibt bei diesen violetten auch giftige Risspilze wie z.B. Lilaseidige Risspilz (Inocybe lilacina) als mögliche Verwechslungsgefahr.

    Man beachte immer den Pilz von Hut bis Stiel und schaut die verschiedenen Merkmale an. Rein nur auf die Farbe zu bestätigen ist nicht Zielführend.

    LG Andy

  • Zum Essen ist das nichts.

    Wieso nicht? Ich dachte, alles Lacktrichterlinge sind essbar.



    Ansonsten freue ich mich erstmal, dass ich richtig bestimmt habe, weil ich ja noch in den Anfängen meiner Pilzexpertise stecke …


    Liebe Grüße

  • Nichtsdestotrotz ist bekannt, dass sie als Arsen-Sammler gelten und nicht zu viele gegessen werden sollten.

  • dass sie als Arsen-Sammler gelten und nicht zu viele gegessen werden sollten

    Ja, das kommt noch dazu. Die Pilze werden nicht mehr zum Essen empfohlen.

    1. hohe Verwechselungsgefahr für Anfänger

    2. die Hüte sind klein und dünn, Stiele sind nicht gut zum Essen, also nicht ergiebig

    3. Geschmacklich nicht brauchbar

    4. Arsensammler

    5. Es gibt viele bessere Arten!

    Grüße von der Insel Rügen

  • Danke für die Tipps!

    Ich esse bisher nur Marone, Steinpilz, Butterröhrling, Birkenröhrling, Hexenröhrling

    Schopftintling, Parasol, Hallimasch und die Krause Glucke…

    Weil ich die alle sicher erkenne.

    Ich würde gerne mal eine neue Sorte ins Portfolio nehmen… aber dann wohl nicht der Lacktrichterling obwohl hier sehr zahlreich.


    Liebe Grüße

  • Ich würde gerne mal eine neue Sorte

    Räusper, es gibt nur Arten, keine Sorten. ;)

  • Dann fang mal lieber nicht mit so kleinen braunen, schwer zu bestimmenden Pilzchen an. Reizker und Täublinge wären stattdessen meine Ideen, das von dir gezeigte Habitat sieht sehr nach Reizkern aus. Auch Rotkappen können in einem solchen Habitat vorkommen. Trompetenpfifferling und Pfifferling wären auch noch so Ideen.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • StephanW

    Oh vielen Dank für die Tipps - da werde ich mich mal einfuchsen und mir erstmal Wissen zu Täublingen und Reizker "draufschaffen". Täublinge habe ich glaube ich schon häufiger bei uns gesehen. Pfifferlinge oder etwas Pfifferlingähnliches wirklich noch nie -leider.

    Danke nochmal für eure Tipps und Hinweise. Auch wenn es nicht ums Essen geht, finde ich es dennoch schön zu wissen, was da so im Wald bei uns wächst.

  • Update- ich bin nun komplett im Täublings-Wahn (kann man es so nennen?). Die sind ja einfach wunderschön. Kaum zu glauben, dass ich aufgrund von Unwissenheit bestimmt Hunderte davon habe stehen lassen.
    Ich habe das Forum hier durchforstet und bin einfach nur fasziniert, über das bereits gebündelte Wissen zu Täublingen und bin dankbar, dass ihr mich auf ihre Spur gesetzt hat, zumal es glaube ich zu meinem Wissensstand passt, sich ihnen, nach den Röhrlingen und einigen anderen Arten mit Lamellen, zuzuwenden. Dazu kommt, dass ich ja vorwiegend in Brandeburg sammele, wo es bekanntlich ausgedehnte Kiefernwälder gibt, was viele Täublinge zu mögen scheinen. Ich bin sehr auf den Geschmack gespannt und hoffe noch welche zu finden um diese Jahreszeit.
    Pilz Ahoi (so sagt man doch ?!?!)

    Vari

  • Hallo FF,

    folgende im Kiefernwald wachsende Täublinge kann ich dir zum Essen empfehlen:

    - Orangeroter Graustieltäubling; orangeroter Hut, kann gelblich ausgeblasst sein, blassgelbe splitternde Lamellen, grauendes, festes Fleisch

    - Apfeltäubling: apfelroter Hut, oft mit kreisrunden Löchern in der Huthaut, blassgelbe splitternde Lamellen, manchmal mit zartrosa Flecken am Stiel

    - Frauentäubling: blauvioletter bis grüner Hut, weiße nicht splitternde Lamellen, sehr dicker weißer Stiel

    Einen essbaren Täubling erkennt man am milden, leicht nussigen Geschmack (freilich muss man den Pilz erstmal als Täubling erkennen, denn diese Regel gilt nur füt Täublinge und Milchlinge!)

    Außerdem den Kiefernreizker: lachsrosa Hut mit kreisrunden silbrigen Zonen auf der Huthaut, orangefarbige splitternde Lamellen, orangefarbiger Stiel mit kleinen dunkleren Grübchen, Austritt von orangefarbiger (langfristig orange bleibender) Flüssigkeit, wenn man den Stiel vom Hut abschneidet

    So lange du dir bei Täublingen und Reizkern nicht wirklich sicher bist, lass einen Auskenner darüberschauen. Täublinge und Reizker kennen viele Pilzsammler.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo Stephan,

    danke für diese detaillierte Beschreibung.

    Auch ich will mich bald an die Täublinge wagen und werde deinen Text sicher noch ein paar Mal lesen.

    LG Waldkauz

  • Danke StephanW für diese wunderbare Zusammenfassung...

    ich denke, ich konnte mir anhand des Forums und weiterer Recherche so viel Wissen draufschaffen, dass die Täublinge eigentlich zweifelsfrei erkennbar sein sollten, zumal sie ja Sprödblättler sind, dh aufgrund der Kugelzellen wie Aplef brechen und nicht faserig beim Versuch Stücke vom Stiel abzubrechen sein sollten. Dazu Aufbau nur aus Stil, Hut, Lamellen - ohne Manschette/ Knolle/ etc... und - außer dem Frauentäubling splitternde Lamellen.

    Haben eigentlich alle Täubliche auch die sich am Stil Y-förmig verzweigenden Lamellen? Das hatte ich mich noch gefragt.

    Ich erinnere mich am Wochenende sehr viele gräuliche gesehen zu haben, diese allerdings unter Buchen - werde da nochmal vorbeischauen und in einem moosigen Kiefernwald habe ichwelche mit rotbräunlichem Hut gesehen...

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