Pilzfund im Fichtenwald – Bestimmungshilfe gesucht

Es gibt 10 Antworten in diesem Thema, welches 1.009 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (1. November 2025 um 10:37) ist von Schupfnudel.

  • Hallo zusammen,

    ich habe kürzlich im Fichtenwald einen Pilz gefunden, den ich gerne bestimmen würde. Dieses Mal habe ich mir ein paar mehr Details notiert:

    Fundort: Reiner Fichtenwald, Moosboden

    In kleinen Gruppen und einzeln gewachsen.

    Hut: Oberfläche trocken und glatt

    Lamellen: weiß/cremefarben, leicht herablaufend

    Geruch - schwer zu beschreiben aber nicht unbedingt gut. Eher muffig und nicht frisch.

    Ich habe euch Bilder hinzugefügt und bin auf eure Meinung gespannt. Wenn noch wichtige Merkmale fehlen gerne Bescheid geben.

    LG Zitterzahn

  • Hallo Zitter,


    Ich könnte mir hier einen weißen Trichterling oder den Weißen Büschel Rasling vorstellen (bin eher beim 2teren, obwohl da die Geruchsangabe nicht wirklich passt)

    Ich würde den mal mit Eisen II sulfat bestreichen und schauen ob da eine Farbreaktion stattfindet.

    Aber wie gesagt, das sind nur meine Vermutungen, kann sein das ich auch total daneben liege. Hab mit diesen Pilzen praktisch keine Erfahrung.


    LG

    Austria

  • Hallo Zitter,


    Freut mich, dass ich dir da etwas helfen konnte!

    Vielleicht melden sich ja noch ein paar Fachkundigere Leute und können die Annahme unterstreichen oder entkräften!


    LG

    Austria

  • Hallo Zitterzahn,


    mit den hier für mich infrage kommenden Gattungen Raslinge (Leucocybe), Räslinge (Clitopilus) oder Trichterlinge (Clitocybe) kenne ich mich makroskopisch viel zu wenig aus, um einen rein auf Bildern basierenden Bestimmungsversuch abzugeben, deswegen würde ich zuallererst einen Sporenabdruck machen.

    Die Verwechslungsgefahr zwischen einzelnen Vertretern dieser Gattungen ist anscheinend selbst für Profis erstaunlich. Hier in der Pilzdatenbank wird beispielsweise beschrieben, dass Mehlräslinge - die fast identisch wie der Büschelige Rasling aussehen können - bei einem Pilzseminar in einem zu kontrollierenden Haufen zusammen mit Rinnigbereiften Trichterlingen lagen und nur durch den Geruch und einen Sporenabdruck voneinander unterscheidbar waren.

    Schaue ich mir dann noch die teilweise stark unterschiedlichen Geruchsbeschreibungen allein für den Feldtrichterling (Clitocybe dealbata) in der Literatur an, dann würde ich für mich den Geruch als mindestens fragwürdiges Bestimmungsmerkmal bezeichnen:

    • B. Cetto: Stark mehlartig, aber anders als beim Mehlräsling
    • Birkfeld/Herschel: Geruch unangenehm
    • Michael/Hennig: Schwach mehlartig, später nach frisch gesägtem Holz
    • Bresinsky/Besl: Geruch nach Mehl mit zugleich herber Komponente
    • R. Winkler: Krautig, muffig, leicht mehlartig (je nach Literatur)
    • Lamaison/Polese: Starker, komplexer, auch mehliger Geruch. Eine aromatische Note erinnert an den trichterlingstypischen Bittermandelduft
    • Roth/Frank/Kormann: Stark mehlartig

    Ein Sporenabdruck würde für mich auf jeden Fall mehr Licht ins Dunkel bringen. Hoffentlich können auch die Profis hier zur Erhellung beitragen.

    Viele Grüße,
    Panikpilz

  • Hallo Zusammen

    Ich sehe hier zumindest keine rein weisse Lamellen. Bei den jüngeren FK mehr Cremeweiss und bei älteren Exemplare leicht ins rosa (Bild 2).

    Hutoberfläche matt,

    Lamellenansatz breit angewachsen, leicht herablaufend

    Stiel weiss, voll nicht hohl

    -> sind die Lamellen leicht verschiebbar?


    Zu 90% würde ich diese als Mehl-Räsling oder Mehlpilz (Clitopilus prunulus) bestimmen.


    LG Andy

  • ich habe mir den weißen Büschel Rasling angeschaut. Der Geruch wird auch als mehlartig beschrieben

    Darf ich fragen, wo du das gelesenhast? Der Weiße Büschelrasling riecht süßlich-aufdringlich, man vergleicht ihn oft mit dem Geruch des Lerchensporns. Die Lamellen sind deutlich herablaufend, was nicht zum Büschelrasling passen würde. Ich schließe mich Andi an: Mehlräsling.

    Der Pilz auf dem letzten Bild ist wahrscheinlich eine Nebelkappe.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Liebe Beteiligte

    Bei mir kommen alle drei Arten:

    Clitopilus prunulus/Mehräsling,
    Leucocybe connata/Weisser Büschelrasling und
    Clitocybe/ Trichterling (hier: mutmasslich Clitocybe phyllophila)/ Blauweisser Firnistrichterling

    ziemlich häufig und oft auch im denselben Habitat auf einer Tour vor.

    Makroskopisch kann man sie eigentlich im Beizug von den doch recht differenzierten Gerüche aller drei Arten, aufgrund der verschiebbaren Lammellen von C. prunulus und nach Erhebung des SPP (wie Andy geschrieben hat) meines Erachtens schon ziemlich eindeutig bestimmen.
    Bei L. connata empfiehlt es sich, die FK etwas an der Wärme zu lassen, dann entfaltet sich der aufdringlich süssliche Geruch recht schnell. Wer Chemikalien (hier FeSO4) vorrätig hat, kann zudem L. connata die lilaviolette Verfärbung am Stiel entnehmen.

    Hier die drei Arten zur Veranschaulichung:

    Mehlräsling


    Weisser Büschelrasling



    Trichterling (mutmasslich Blauweisser Firnistrichterling)

    Diese Veranschaulichung möchte ich als Input anbringen und damit nicht anzweifeln, dass bei den Arten und Gattungen sehr viel Vorsicht geboten werden muss und weisse Lammellenpilze wohl generell mehr als „Bestimmungstrainung“ gesammelt und betrachtet werden.

    Beste Grüsse und ein frohes Wochenende wünscht
    Corinne

    Hinweis: Mit meinen Beiträgen und Kommentaren kann ich keine Tipps/Empfehlungen zum Verzehr abgeben.
    Zur Pilzbestimmung für Speisezwecke den Pilzsachverständigen vor Ort konsultieren. Vielen Dank.

  • Trichterling (mutmasslich Blauweisser Firnistrichterling)

    Hallo Corinne,

    ich nehme an, es sollte der Bleiweiße Firnistrichterling gemeint sein.

    LG Sepp

    Eine Verzehrsfreigabe gibt es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort

  • Hallo Corinne,

    ich nehme an, es sollte der Bleiweiße Firnistrichterling gemeint sein.

    LG Sepp

    Lieber Sepp
    Danke für die Präzision.
    Haha! Ich kann es jetzt dem Spell-Check in die Schuhe schieben, der mein Blei zu Blau mutierte. Glücklicherweise blieb er dem wissenschaftlichen Namen fern.
    Liebe Grüsse
    Corinne

    Hinweis: Mit meinen Beiträgen und Kommentaren kann ich keine Tipps/Empfehlungen zum Verzehr abgeben.
    Zur Pilzbestimmung für Speisezwecke den Pilzsachverständigen vor Ort konsultieren. Vielen Dank.

  • Hi.


    Ließe sich doch über einen Sporenabwurf leicht klären, zumindest zur Unterscheidung Mehlräsling und weißer Büschelrasling. Ich favorisiere hier deutlich letzteren, auf einigen Bildern (Bild 3 besonders) sieht man eine puderig bereifte Stielspitze. Die vergeht im Alter und kann leicht abgegrabbelt werden, aber beim Mehlräsling habe ich das so ausgeprägt noch nicht gesehen. Als Hilfsmerkmal kann man auch den Fingerabdruck-Test machen, beim Mehlräsling bleibt üblicherweise ein Fingerabdruck auf dem Hut sichtbar, beim weißen Büschelrasling (und bei Trichterlingen) funktioniert das nicht.


    LG.

    Keine Verzehrfreigaben meinerseits.

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