Anfrage für Jugend forscht

Es gibt 11 Antworten in diesem Thema, welches 1.390 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (14. Dezember 2025 um 21:43) ist von StrahlungJufo.

  • Liebe Pilzsammler,

    ich bin auf Euer Forum über Google gestoßen und melde mich mit einer bestimmt ungewöhnlichen Anfrage.

    Ich bin Lehrer in Hannover und betreue an meiner Schule die Jugend-forscht-AG. Eine Schülerin von mir möchte gerne ein Projekt zum Thema Strahlung in der Umwelt machen und uns ist die Idee gekommen, die Strahlenbelastung in Pilzen zu untersuchen.
    Vom Bundesamt für Strahlenschutz gibt es dazu schon folgende Veröffentlichung inklusive jährlicher Untersuchung:

    Radioaktive Belastung von Pilzen und Wildbret
    Bestimmte Pilz- und Wildarten sind in einigen Gegenden Deutschlands durch die Reaktorkatastrophe von Tschornobyl (russ.: Tschernobyl) noch immer stark mit…
    www.bfs.de

    Laut der Karte zur Kontamination auf der Seite kann man in vielen Gegenden Süddeutschlands, insbesondere Bayerns, noch Altlasten des Tschernobyl-Unglücks feststellen. Genau das würden wir gerne nachmessen!
    Geiger-Müller-Zähler haben wir in der Schule; nun bräuchten wir natürlich eine Bezugsquelle für wildwachsende Pilze aus möglichst vielen Gegenden in Bayern... kennt Ihr zufällig wen? :saint:

    Also, ernsthaft: Wir wären jedem unglaublich dankbar, der bereit wäre, uns nach der nächsten Pilzjagd eine kleine Probe zukommen zu lassen. ~100g sollten angesichts der angegebenen Strahlenwerte des BfS schon reichen, um vernünftige Ergebnisse messen zu können. Das Porto und den marktüblichen Preis für die Pilze würden wir dann selbstverständlich überweisen.
    Wenn Ihr gerne mithelfen wollt, meldet Euch gerne per Privatnachricht bei mir und wir besprechen alles Weitere.

    Viele Grüße

  • Tolle Idee. :good:

    Ich würde gerne helfen, wohne aber leider nicht in Bayern und bei uns gibt es keine Strahlenbelastung.

    Viel Erfolg :)

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Hallo StrahlungJufo, ich mache mal den Anfang aus Bayern...

    ich finde dein Projekt schon interessant wegen Strahlungsbelastung bei Pilzen...
    und ich weiß noch das Wochenende nach dem Reaktorunglück, als sich der Wind drehte von Nord-West auf Süd-West, also genau auf Bayern zu und abregnete. Nordschwaben hat es hier wohl nicht so sehr getroffen, wo ich sammle...

    https://www.bfs.de/SharedDocs/Bilder/BfS/DE/ion/notfallschutz/tschernobyl-bodenkontamination-d.jpg?__blob=poster&v=1

    Du bist spät dran für frisch gesammelte Pilze zur Untersuchung, weil die Pilzesaison in Bayern zu Ende geht.

    Ich könnte dir aushelfen mit getrockneten Maronenröhrlingen vom letzten WE, und mit getrockneten Trompetenpfifferlingen von 2024/2025. Diese könnte ich dir eingeschweißt in Folie zusenden, die dann nach einer bestimmten Zeit ungeöffnet wieder zurück gesendet werden. Da kannst du deinen Geigerzähler drauf halten um die Werte zu ermitteln.

    Du kommst hier im Forum nicht mit Klarnamen rein, das ist ungewöhnlich, wenn schon die ganze Hannover Schule weiß von deinem JuFo-Projekt...

    ...mag damit nur sagen, dass evtl. Scharlatanerei hier nicht geduldet wird, bzw....

    Grüße
    Porli

  • Du kommst hier im Forum nicht mit Klarnamen rein, das ist ungewöhnlich, wenn schon die ganze Hannover Schule weiß von deinem JuFo-Projekt...

    ...mag damit nur sagen, dass evtl. Scharlatanerei hier nicht geduldet wird, bzw....

    Servus Herr/ Frau/ .... Porli! ?

    Porli ist wohl genau so wenig dein Klarname wie StrahlungJufo oder Tömme!?
    Scharlatanerei würde ich hier nicht vermuten!

    Zum Beitrag StrahlungJufo:
    Würde zu bedenken geben das die Strahlenbelastung sehr stark von der jeweiligen Pilzart abhängig ist.
    Stark belastet z.B. : Maronenröhrling, Semmelstoppelpilz, Rotfußröhrling, Violetter Lacktrichterling, ……………..
    Wenig belastet z.B.: Schopftintling, (div.) Champignonarten, ……………..

    Herzliche Grüße aus Bayern (Kolbermoor)

    Tömme

    Porli nicht bös gemeint :wink:

  • Danke schon einmal für die Antworten!


    Nein, Scharlatanerei betreibe ich nicht ^^ Ich bin mit meiner Schul-E-Mail hier angemeldet und zwecks Versand würde man Klarnamen und Schule ohnehin erfahren.

  • Ich wäre ein geeigneter Kandidat für den Tschernobyl-Fallout, wenn auch in etwas geringerem Maße (Region Mittelfranken).

    Schick doch mal bitte address Daten oder besser noch, poste sie hier. Morgen Dreh ich vllt eine Runde.

  • Hallo StrahlungJufo ,

    Das Projekt ist sehr gut, auch löblich. ich einem ähnlichen Projekt hier in Bawü mitgeholfen habe. allerdings nicht in Oberschwaben, sondern im Raum Stuttgart.


    Als och In der Anfangszeit als ich neue Pilzarten suchte und eine Pilzberatung, -Ausstellung besuchte, hatte "mein" Pilzsachverständiger PSV gemerkt (und ich auch), dass ich überasschenderweise mehr Maronen Röhrlinge fand, in seinem Gebiet. Er hat mir dann auch nur auf dem ersten Blick so eine "ungewöhnliche" Anfrage oder Bitte gestellt, ob ich beim nächsten Termin nicht noch mehr Maronen ,ozbringen könnte um für die Forschung welche zu spenden. Das machte ich, weil mein PSV und andere PSV aus dem Großraum Stuttgart solche Projekte durchgeführt haben. Das Ergenbis hier war "negativ" auf erhöte Cäsium-Konzentration, aber damit doppelt oder dreifach positiv, auf Erkenntnissgewinn, und, dass die Maronen hier nicht gefährlich sind.


    Jetzt zu deiner Frage würde ich ein paar Tipps, und ein paar Zustzinfos.

    1. Ich hab keinen Zweifel, daß Pilzfreunde da nicht mithelfen würden. (Scharlatanerei würde ich niemals unterstellen)

    2. ABER es ist erstens schon sehr sehr spät in dieser Pilzsaison,

    und zweitens gab es auch in den letzeten zwei Montaen weniger Maronen oder Röhrlinge allgemein, als in anderen Jahren. Bei den Semmelstoppelpilzen kann ich auch sagen, dass es weniger gab. Trompetenpfifferlinge genauso, vielleicht 50g, nach 3 Pilzwanderungen. Und die anderen augelisteten Pilze werden kaum gesammelt und nur von wenigen erkannt.

    Zu den Maronen, da gab es pro Pilzausflug bisher, so: manchmal gar keine, manchmal eine, maximal 2

    3. TROTZDEM solltest du sofort die gleiche Anfrage vielleicht auch auf anderen Pilzforen stellen z.B. pilzforum . eu

    Vielleicht mit präziseren Erwähnung der Zielregionen: Ober- / Nieder-Bayern, Bayrisch-Schwaben, Allgäu und Oberschwaben in Württemberg.

    Und schon mit den genauen Pilzarten (die im Artikel erwähnt sind) in der Anfrage.

    Falsche Pilze und / oder falsche Region, helfen dem Projekt und der Wisssenschaft nicht.

    Du solltest auch ausdrücklich erwähnen und unterstreichen, daß Sammler, die bei diesem Projekt mithelfen wollen, speziell dafür dann überständige, "alte, große und nicht mehr essbare" Maronen mitnehmen sollten, und DIESE dann einschicken. Die nimmt normalerweise niemand mit, die bleiben sonst im Wald! Wären aber für die Forschung pefekt!!

    Schöne Grüße,

    P.S Ich wünsche dem Projekt viel Erfolg, und auch wenn es dieses Jahr nicht klappen sollte (was ich nicht hoffe): Nicht aufgeben nächstes Jahr wiederholen, aber schon Anfang Sept. den Aufruf starten.

    4 Mal editiert, zuletzt von Albus (25. Oktober 2025 um 01:52)

  • Ich sag jetzt mal so: wenn der Pilz noch erkennbar ist und ggf mit Pinzette statt Löffel zu entnehmen ist, hat wahrscheinlich schon seine Vorteile. Kann man später immer noch homogenisieren, falls nötig.

    Wichtig wäre halt zu wissen welche Arten konkret untersucht werden sollen.

    Marone, Nebelkappe, Trompetenpfifferling kriegt man bestimmt gut her. Und noch mehr Zersetzer.

    So vom Entertainment und zur Information der sammelnden wären wohl Speisepilze ideal, für die Forschung an sich würde alles funktionieren und wäre vllt auch interessanter.

    Wichtig wäre halt zu wissen, ob ihr einen Grad an statistischer Signifikanz a la mind 10 - 20 Proben braucht oder ob mit 100g die ganze Klasse versorgt ist und es völlig reicht, die Werte untereinander zu vergleichen um zu sehen, wer sauber arbeitet.


    Habe 2kg frische Semmelstoppel vor 2Wochen aus Zeitnot eingefroren, sind halt schon geputzt, also kein vollständiger Fruchtkörper mehr.

    Wäre sowas überhaupt geeignet?

    Braucht ihr die “Klassiker” mit hoher Belastung oder reicht eure Genauigkeit für ein breiteres Spektrum?


    Da ja die Sammelgebiete recht unterschiedlich sind wären Infos zu Arten, Dokumentation (edit: reicht euch ein Regierungsbezirk? Pilzsammler können sehr paranoid sein, dass manche nicht mal eine PLZ angeben würden…), Entnahme, usw wichtig, weil sonst wird es schwer. Ist ja nicht immer so, dass man findet, was man gerne hätte. Auf Bestellung ist bei Pilzen schon möglich, aber dafür braucht’s Profis mit mehrjähriger Erfahrung. Willst ja nicht unnötig den Sammlerkreis einschränken.
    Wäre wohl eher so: man findet eine Marone, hat aber genug Reserven, schon Pläne für Abendessen aber da gibt’s ja noch die Schulklasse aus Niedersachsen.


    Kann noch YouTube “Pilzwelten” empfehlen für eine etwaige Selektion der zu sammelnden Proben. Postet seit Jahren Videos mit Datumsangabe aus Bayern. Das könnte helfen einzugrenzen. Außer ihr sagt sowieso: the more, the merrier und habt lieber mehr Einzelproben.

    3 Mal editiert, zuletzt von Rooki (25. Oktober 2025 um 10:56)

  • Vielen Dank für die Anregungen und Antworten. Ich versuche mal auf die Punkte einzugehen:


    - das Projekt ist wirklich nur für eine einzige Schülerin, keine ganze Schulklasse; wir brauchen also von der gleichen Probe keine exorbitant großen Mengen, die dann gestückelt werden müssten

    - grundsätzlich sind wir auf keine bestimmte Art festgelegt; natürlich wäre es super, wenn die im Artikel genannten, belasteten Pilze untersucht werden können, aber wenn es andere sind und diese sich als nicht belastet herausstellen, ist das ja auch ein Ergebnis

    - es sind bei der Untersuchung dann ja auch verschiedene Forschungsfragen denkbar: wenn man verschiedene Pilze aus der gleichen Gegend hätte, wäre der Vergleich innerhalb der Region interessant; wenn man gleiche Pilze aus verschiedenen Regionen hätte, kann man den Einfluss der Region untersuchen; wir sind da absolut offen und nehmen gerne das, was da ist

    - als Dokumentation würde uns die korrekte Identifizierung des Pilzes und am besten der genaue Fundort reichen; wenn letzteres ungerne angegeben wird, ginge natürlich auch eine gröbere Angabe à la "Wald XY im Landkreis YZ"

  • Hallo nach Hannover,


    spannendes Jufo-Projekt, bei dem es nach meiner Erfahrung einiges zu beachten gilt, um zu aussagekräftigen und halbwegs korrekten Ergebnissen zu gelangen, besonders wenn man die radioaktiven Altlasten der Tschernobyl-Katastrophe nachweisen möchte.

    Das Umweltinstitut e. V. in München bietet jährlich von August bis Oktober kostenlose Radioaktivitätsmessungen von Pilzen, Wildbeeren und Wildtieren an. Ich habe dort schon mehrfach Pilzproben - frische, getrocknete, geputzte und ungeputzte - abgegeben und von den Mitarbeitern gelernt, dass es bei der Berechnung der Belastung mit Caesium 137 zum Teil einen erheblichen Unterschied macht, ob man frische, ungeputzte Pilze oder frische, geputzte Pilze (z. B. ohne Röhren bei Röhrlingen) oder getrocknete, ungeputzte oder getrocknete, geputzte Pilze abliefert. Leider weiß ich nicht, welche Korrekturparameter bei den jeweiligen Probentypen das Umweltinstitut anwendet, um zu vergleichbaren Ergebnissen zu kommen.

    Daher würde ich empfehlen, sich auf eine Standardprobe (z. B. Frischpilze, mit Stielbasis, ungeputzt) zu einigen.

    Zudem ist nicht jeder Gammadetektor geeignet, zuverlässige Messergebnisse aus den Proben zu bekommen. Einfache Geiger-Müller-Zähler liefern nur die radioaktive Gesamtbelastung, können aber nicht nach einzelnen Radionukliden wie Caesium 137 - welches neben Strontium 90 auch heute noch als radioaktive Altlast des Tschernobyl-Fallouts in signifikanten Mengen nachweisbar ist - unterscheiden.

    Um also wirklich die Kausalität der radioaktiven Belastung von Pilzen mit der Tschernoby-Katastrophe sicher herstellen zu können, braucht ihr eigentlich ein Gammaspektrometer.

    Und, wie hier schon erwähnt, lohnt sich eine Messung besonders bei den als Caesium-Sammler bekannten Pilzgattungen bzw. -arten:

    • Semmelstoppelpilze
    • Maronenröhrling
    • Filzröhrlinge wie die Ziegenlippe oder der Rotfußröhrling
    • Gelbstieliger Trompetenpfifferling
    • Mohrenkopfmilchling
    • Rotbrauner Scheidenstreifling
    • Schnecklinge
    • Ockertäubling
    • Violette Lacktrichterling

    Leider ist es für viele dieser Arten hier in Süd- und Südostbayern jetzt schon zu spät oder fast zu spät; vielleicht haben wir bei der ein oder anderen Art noch Glück, da die nächsten Tage noch keine Nachtfröste erwartet werden.


    Viele Grüße,

    Panikpilz

  • Hallo in die Runde.

    Ich höre seit Jahren DLF Forschung aktuell.

    Dort war im geschätzten Zeitraum 23-25 ein Beitrag zur Strahlung.

    Vielleicht kan Deutschlandfunk im Archiv suchen.

    Dort lautete es, dass im Gegesatz zu bisheriger Meinung die Strahlenbelastung der Pilze in Deutschland nicht ursächlich oder größtenteils von Tschernobylstammt, sonder von den Atombombentests.

    Das könne man anhand der Isotope vergleichen und messen.

    Der Beitrag sollte über DLF zugänglich sein.


    Gruß G.

  • Guten Abend,


    ja, den Artikel habe ich auch schonmal gelesen. Für die Messung einzelner Isotope fehlt es uns an einer normalen Schule aber an Technik, von daher ist das eher was für Universitäten. ;)


    LG

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