Lepista panaeolus - sieht so aus, riecht aber anders

Es gibt 5 Antworten in diesem Thema, welches 491 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (25. Oktober 2025 um 00:52) ist von Rooki.

  • Hallo liebe Gemeinschaft,

    habe jetzt, Mitte Oktober, einen Pilz gefunden, siehe Bilder, der vom Habitus her an einen Röreltitterling erinnert. Mycokey AI hat anhand des Hutes und der Lamellen auf Lepista panaeolus hingewiesen.

    Der Hut passt auch zu den vielen Bildern im Internet, Lamellen von der Gestalt her auch, farblich weniger.

    Das Sporenpulver ist hell, kann den Rosastich aber gar nicht oder höchstens kaum sehen (kann an der Alufolie liegen).

    Der Geruch/Geschmack ist nicht mehlig, wie auf Steckbriefen beschrieben, eher so pilzig, vllt auch schimmelkäseartig.

    Fundort ist eine Wiese (Landau in de Pfalz), die einmal im Jahr gemäht wird und deren Schnittgut abgetragen wird.

    Kann mir jmd. weiterhelfen?

    Vielen Dank für eine Antwort!

    Schöne Grüße, Vera

  • Hallo Vera,

    ich stimme dir anhand deiner Fotos mit Lepista panaeolus (Horngrauer Rötelritterling) zu. Diese Pilzart erscheint auch bei mir zuhause jedes Jahr regelmäßig im Oktober auf der Hauswiese. Deine Fotos spiegeln das Erscheinungsbild auf meiner Wiese exakt wieder. Ich beobachte sie da schon mindestens 20 Jahre lang, sie erscheinen jedes Jahr und sind absolut standorttreu. Erst vor wenigen Tagen habe ich bei einer Nachschau an ihrem Stammplatz wieder eine ganze Kolonie entdeckt. Je nach Alter und Witterung kann die Hutfarbe von dunkelgrau bzw. graubräunlich über hellgrau bis schmutzig weiß variieren. Die Wasserflecken auf dem Hut können mal mehr oder weniger vorhanden sein oder bei manchen Exemplaren auch fehlen.

    LG Sepp

    Eine Verzehrsfreigabe gibt es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort

    3 Mal editiert, zuletzt von Sepp (22. Oktober 2025 um 14:03)

  • Hallo Vera,

    verstehe ich dich richtig, dass du den Sporenabdruck auf Alufolie gemacht hast? Idealerweise wird ein Sporenabdruck auf weißem Papier gemacht, so ist sichergestellt, dass man die Sporenfarbe unverfälscht erkennen kann. Ich würde vorschlagen, dass du entweder das vorhandene Sporenpulver auf ein weißes Papier gibst oder auf einem weißen Papier einen neuen Sporenabdruck vornimmst.

    Generell sollte man das braunrosa Sporenpulver von Lepista panaeolus von hellem oder weißem Sporenpulver anderer Arten unterscheiden können, ein allerdings auch nicht optimales Bild des Sporenpulvers von L. panaeolus findet sich z. B. hier in der Pilzdatenbank. Die braunrosa Sporenpulverfarbe ist zudem ein wichtiges Abgrenzungsmerkmal von den Trichterlingen mit weißem oder cremeweißem Sporenpulver, worunter es etliche giftige und sogar tödlich giftige Vertreter gibt.

    Da die Wahrnehmung von Gerüchen individuell höchst unterschiedlich ist, taugt eine Geruchsangabe leider nicht als Bestimmungsmerkmal. Ähnliches gilt für Bilder im Internet oder in Pilzbüchern, denn leider ist innerhalb einer Pilzart oftmals die Variationsbreite der Fruchtkörpergestalt so groß, dass eine rein optische Bestimmung mittels einer Abbildung sehr oft nicht sicher möglich ist.

    Auch ich sehe hier den Horngrauen Rötelritterling, dafür sprechen für mich besonders die konzentrischen Wasserflecken auf dem Hut sowie das bereits leicht bräunlich werdende Stielfleisch. Die hier in der Pilzdatenbank als mögliche Verwechslungskandidaten genannten Trichterlinge sowie die Nebelkappe (Clitocybe nebularis) zeigen diese farbliche Veränderung des Fleisches im Alter m. W. nicht.

    Lezte Sicherheit würde mir ein guter Sporenabruck liefern, da ich L. panaeolus selbst noch nie in den Händen gehalten habe.

    Viele Grüße,
    Panikpilz

  • Danke für die Rückmeldungen. Sporenpulver hat noch nicht funktioniert. Der Pilz war zu nass und hat einfach hauptsächlich Wasser abgegeben.
    Würde die Nebelkappe ausschließen, denn wenn es einer von beiden ist, dann L. panaeolus. Die zahlreichen Bilder im Netz lassen sofort eine höhere Ähnlichkeit mit dem erkennen als mit C. nebularis.


  • Würde die Nebelkappe ausschließen, .....

    das ist richtig, denn es handelt sich sicher nicht um Nebelkappen, sondern eben um L. panaeolus. Makroskopisch ist das anhand der Fotos für mich eindeutig.

    VG Sepp

    Eine Verzehrsfreigabe gibt es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort

  • Ich finde Geruch ist ein super Bestimmungsmerkmal, allerdings muss man sich das persönlich verfügbar machen.

    “Die Geschmäcker sind verschieden”. Und Geschmack und Geruch ist letztlich das selbe.

    Braucht etwas mehr Geduld und andere Schritte zur Bestimmung haben Priorität. Dennoch unentbehrlich!

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