Mehlräsling vs weiße Trichterlinge

Es gibt 14 Antworten in diesem Thema, welches 1.283 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (21. Juni 2026 um 17:13) ist von Günter Hey.

  • Hallo und guten Tag,

    seit langen versuche ich mich an die bestimmungssichere Kenntniss zwischen dem Mehlräslings und den giftigen Doppelgängern zu erlangen.

    Was ich die ganze Zeit außer acht ließ und nie ausprobiert habe, ist die Sporenfarbe. Dieses scheint ein untrügerisches Merkmal zu sein, auf das man sich eindeutig verlassen kann.

    Ich laß mehrmals von einer Geschmacksprobe 🤔, na ich weiß ja nicht. Sodele diese hier gezeigten Sporenabbildungen sind für mich eindeutig rosa, und somit dem Mehlräsling zuzuorden.

    Den Geruch nach Mehl oder Gurke, kann auch zuhilfe genommen werden. Gibt es außer den Sporen noch andere sichere Bestimmungsmerkmale ?

    Grüße Ralph

    Das Marmeladenbrot ist keine Katze :awardspeech:

  • Guten Tag,

    mit dem rosa oder rosabraunen Sporenpulver sind das sicher keine Trichterlinge. Das heißt noch nicht zwingend, daß es Mehlräslinge sind. Ist der Geruch denn stark mehlig oder spermatisch? Meine Mehlräslinge hatten stärker eingerollte Hutränder und stärker herablaufende Blätter und waren noch weißer. Ich würde eventuell mit dem Marmorierten Rötelritterling vergleichen.

    Viele Grüße,

    Benjamin

  • Ich habe hier noch Bilder die wie ich meine, den Mehlräsling zeigen sollten.

    Grüße Ralph

    Das Marmeladenbrot ist keine Katze :awardspeech:

  • Ich würde darauf hinweisen, dass außer mit Trichterlingen auch eine Verwechslung mit dem Riesenrötling möglich wäre, der auch rosa Sporenpulver hat. stark herablaufende Lamellen würden den ausschließen. Wäre bei den ganz am Anfang gezeigten Pilzen vielleicht auch der Würzige Tellerling denkbar? Bei dem müsste die Huthaut überhaupt nicht abziehbar sein, also nicht mal einen paar Millimeter.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Lieber Ralph

    Es lohnt sich sehr sich intensiv mit den genannten Verwechslungspartnern zu befassen. Dann muss Folgendes gegeben sein:

    - Lamellen mykologenrosa (altrosa bis braunrosa; weil Sporenpulver so). Ganz frische Exemplare haben praktisch weisse Lamellen -> verzichten, falls Essensabsicht besteht.

    - Lamellen sind weich und einfach zerdrück-/verschiebbar mit dem Finger.

    - herablaufende Lamellen (ausser sehr jung -> verzichten, falls Essensabsicht besteht)

    - Geruch stark mehlartig (einige bezeichnen das als gurkig), insbesondere nach dem Verschieben der Lamellen. Achtung: Deine Finger riechen nun so, auch wenn du als nächstes einen Trichterling in der Hand hast...

    - Stielfleich brüchig, fast nicht längsfaserig. Beim Zubereiten brechen statt schneiden gibt zusätzliche Sicherheit!

    - in höchstens zwei Meter Abstand steht ein Steinpilz;-)


    Wenn du sie essen willst, gilt: Jedes einzelne Exemplar prüfen, beim geringsten Zweifel im Wald lassen. Ich sammle sie als guten Mischpilz seit Jahren - aber nur, wenn es schöne, grosse hat und erst wenige Röhrlinge daneben stehen. Solltest du das beabsichtigen, so lasse deine Ernten ein paar Mal durch einen PSV überprüfen.

    LG Myzelio

  • Hallo,

    Kenn ihr den Fingerabdruck-Test? ;)


    Neben dieser puderartigen Hutoberfläche sind der meist nicht zentral sitzende Stiel und die deutlich herablaufenden Lamellen neben dem starken ranzigen Mehl/Gurken-Geruch wichtige Merkmale. Das mykologen-rosa Sporenpulver ist auch ein hartes Merkmal, aber allein darauf darf man sich nicht verlassen. Es gibt neben dem Riesen-Rötling auch noch allerlei andere Rötlinge. Übrigens sporen manche Trichterlinge auch blass(!) rosa ab.

    In der Pilzberatung würde ich keine Mehlräslinge freigeben, da hohen Verwechslungsgefahr besteht und sich der Ratsuchende im schlimmsten Fall das nächste mal vermeintlich sicher wähnt und einen Gift-Trichterling erwischt. Außerdem erachte ich zudem den Speisewert (mehliger Geschmack) für zu gering.

    VG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Kenn ihr den Fingerabdruck-Test? ;)

    Der ist ja cool! Danke, Thiemo. Ist mir zwar auch schon aufgefallen, aber war mir jetzt nicht bewusst, dass das was zu bedeuten hat.

    In der Pilzberatung würde ich keine Mehlräslinge freigeben, da hohen Verwechslungsgefahr besteht und sich der Ratsuchende im schlimmsten Fall das nächste mal vermeintlich sicher wähnt und einen Gift-Trichterling erwischt. Außerdem erachte ich zudem den Speisewert (mehliger Geschmack) für zu gering.

    Verstehe ich völlig, dass du die nicht freigibst. Zum Glück war das bei uns während meiner Mehlräslingslehrzeit nicht so;-)

    Das mit dem Geschmack ist halt so eine Sache. Ich kenne einige Leute, die den Mehlräsling sehr schätzen als Speisepilz. In Frankreich soll er äusserst beliebt sein.

    LG Myzelio

  • Hallo,

    die Sache scheint sehr diffizil zu sein. Nun dann werde ich es mal mit dem Besuch des PSV versuchen. Mit dem Mehl- bzw. Gurkengeruch bei meinen gezeigten Pilzen bin ich mir sicher. Auch die herablaufenden Lamellen die in den Büchern dargestellt werden, scheinen überein zu stimmen. Auch wird der nicht so ganz mittig sitzende Stiel erwähnt.

    Nun, der blaue Hintergrund war wohl doch nicht so optimal. Die Sporenfarbe ist wahrlich nicht direkt als rosa zu erkennen, was natürlich jeder anders interpretieren wird. Schon allein die Ansage: das ist ein rosa Sporenabdruck, kann eine Farbe assoziieren. Aber gegenüber dem Trichterling der ja weißliche bzw. cremefarbige Sporenabdrücke liefert, schon mal sehr hilfreich und kann ein bedeutendes Merkmal sein und somit zur bestimmung beitragen.

    Grüße Ralph

    Das Marmeladenbrot ist keine Katze :awardspeech:

  • Hi Zusammen. Ich hatte in den letzten Monaten den bleiweissen Trichterling gefunden (Mehlräsling gab es dieses Jahr zu hauf). Es sind schon Unterschiede zum Mehlräsling in Form und Grösse (und auch Geruch). Für mich ist aber der Geruch das massbestimmende Merkmal um Mehlräslinge endgültig zu bestimmen (nach Begutachtung stelle ich mir auf den Geruch vor, und wenn ich ihn rieche, ist das meine Bestätigung). Lg Martin

  • Für mich ist aber der Geruch das massbestimmende Merkmal um Mehlräslinge endgültig zu bestimmen

    Hallo Tinu

    Das ist aber eine sehr gewagte Aussage! Alleine sich nur auf den Geruch zu verlassen ist sicherlich nicht der richtige Ansatz.

    Ausserdem gibt es auch weisse Trichterlinge, die nach nassem Mehl oder leicht spermatisch riechen.

    Ein viel wichtigeres Merkmal zu Unterscheidung sollte das Sporenpulverfarbe sein -> dies ist bei Mehlräsling rosa und bei den anderen weissen giftigen Trichterlingen weiss.


    LG Andy

  •  

    Ein viel wichtigeres Merkmal zu Unterscheidung sollte das Sporenpulverfarbe sein -> dies ist bei Mehlräsling rosa und bei den anderen weissen giftigen Trichterlingen weiss.


    LG Andy

    Lieber Andy

    Eine kleine Frage hätte ich hierzu bezüglich den Clitocybe, welches mir im Ludwig aufgefallen war. Clitocybe phyllophila, welcher in gängiger Literatur als blauweisser Firnistrichterling (SPP weiss bis zu einem Hauch cremrosa) bezeichnet wird, heisst im Ludwig rosasporiger Trichterling. Ich bin daraufhin auf diesen Link gestossen:

    Clitocybe phyllophila Rosasporiger Trichterling – Pilzkundlicher Verein Vorarlberg

    Ich war diesbezüglich nie ganz schlüssig, respektive etwas konfus, wie dies im Verhalten aus das SPP zu interpretieren sei, hatte es jedoch versäumt, mutmassliche C. phyllophila mitzunehmen. Du weisst hierzu sicher Rat und genaueres.
    Vielen lieben Dank und liebe Grüsse
    Corinne

    Hinweis: Mit meinen Beiträgen und Kommentaren kann ich keine Tipps/Empfehlungen zum Verzehr abgeben.
    Zur Pilzbestimmung für Speisezwecke den Pilzsachverständigen vor Ort konsultieren. Vielen Dank.

  • Liebe Corinne

    Ich habe diesen Clitocybe phyllophila (Pers.: Fr.) P. Kumm. Noch nie selber absporen lassen, aber in der Tat kann dieser auch cremefarben - rosalich absporen. -> ob das wirklich so rosa ist wie im verlinkten Beitrag, kann ich nicht verifizieren.

    Aus diesem Grund umso mehr -> ist es halt wichtig sich nicht nur auf ein Merkmal zu verlassen.

    Übrigens im Swissfungi heisst der immer noch auf DE -> Bleiweisser Trichterling, Streuliebender Trichterling

    Synonyme: Clitocybe cerussata (Fr.) P. Kumm. Clitocybe pithyophila (Secr.) Gillet

    LG Andy

  • Lieber Andy, klar achte ich auch auf das Aussehen / Wachsform etc. Aber um ihn zu verspeisen will ich nicht auf das SP warten müssen :). ich muss mir aber schon 100 pro sicher sein, das er es ist. Sonst bringe ich ihn dann mit in die Kontrolle :cool:. Lg

  • Danke dir lieber Andy für deine hilfreichen Ausführungen 🙏

    Liebe Grüsse
    Corinne

    Hinweis: Mit meinen Beiträgen und Kommentaren kann ich keine Tipps/Empfehlungen zum Verzehr abgeben.
    Zur Pilzbestimmung für Speisezwecke den Pilzsachverständigen vor Ort konsultieren. Vielen Dank.

  • Hallo in die Runde.

    Mir geht es bei der Geruchsprobe so, dass ich den Geruche der ersten 3 Mehlräslinge deutlich als nasses Mehl empfinde und dann den Mehlgeruch zunehmend weniger deutlich warnehme.

    Nach 5-10 Minuten rieche ich es wieder.

    Gruß G.

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