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(Orangegelber) Scheidenstreifling?

Es gibt 6 Antworten in diesem Thema, welches 540 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (10. Oktober 2025 um 19:46) ist von Günter Hey.

  • Hallo, ich bin neu hier im Forum und schon ne Weile neugierig in der Pilzwelt unterwegs, aber immernoch mit vielen Fragezeichen im Kopf.

    Vielleicht so Niveau fortgeschrittener Anfänger....

    Zwischen Acker und Weg und bei einigen Bäumen, von denen ich zweifelsfrei erstmal nur Birke identifizieren kann stehen einige sehr auffällige und schöne Pilze.

    Leider hab ich die Fotos jetzt bei Kunstlicht gemacht, hatte keine Kamera dabei und mir nur ein nicht so schönes Exemplar zum Bestimmen mit nach Hause genommen. ....und hab auch nicht die beste Kamera, werde bessere Fotos zu machen noch nachholen falls weiterhin Zweifel bestehen.

    Der Hut ist so 8-15cm gross bei den verschiedenen Exemplaren, bei einem sogar eher 20 cm. Er hat, auch wenn man das auf den Fotos nicht erkennen kann, orangebraune/orangegelbe Farben und ist deutlich gerieft. In der Hutmitte deutlich intensivere Farbe als am Hutrand. Er fühlt sich glatt bis fettig an, an einigen Exemplaren sind Velumreste auf dem Hut als ein grosser Kleks (ca 2 cm Durchmesser) die leicht abgehen.

    Im Schnitt bleibt er weiss und riecht für mich...erstmal einfach unauffällig.

    Die Lamellen sind weiss.

    Die Stiele sind so bis max 20 cm , eher so 10-15, genattert und "flauschig".

    Keines der Exemplare hat einen Ring.

    Die Scheide ist deutlich zu sehen. Aussen weiss, innen so ca. gedämpftes orange bis lachsfarben.

    Jetzt würde ich erstmal von allem was ich gelernt habe sagen: Das ist ein Scheidenstreifling.

    Was mich irritiert ist die Basis. Der sollte keine Knolle haben. Für mich ist das jedoch schon leicht knollenförmig, wenn auch nicht übertrieben ausgeprägt.

    Deswegen frage ich mich hauptsächlich:

    1. Habe ich mit der Einschätzung recht dass es ein Scheidenstreifling ist?

    2. Ab wann ist eine Knolle eine Knolle? Ich habe ein Video über den grünen Knollenblätterpilz gesehen in dem dieser aus meiner Sicht auch keine wesentlich dickere Knolle hatte....

    Liebe Grüße an alle Pilzfreunde

  • Herzlich willkommen hier im Forum.....

    Scheidenstreiflinge sind teilweise etwas trivial zum bestimmen -> bei den grauhütigen , enthalten ich meine Meinung.

    Bei deinem Fund mit dem markanten Stieloberfläche, könnte es in diese Richtung gehen;

    Orangebraune oder Safran-Scheidenstreifling (Amanita crocea)

    LG Andy

  • Hey. Bin heute nochmal dran vorbei. Jetzt Fotos bei Tageslicht. (Hab die aber jetzt nicht mehr rausgedreht und aufgeschnitten, ausgehend davon dass es vermutlich eine Art ist.)

    andy Danke für deine Einschätzung. Was meinst du mit "etwas trivial zum bestimmen"? und wieso enthältst du deine Meinung bei den grauhütigen? Könnte man auch zwischen dem Orangebraunen und dem Safran unterscheiden? (Alle Fragen reine Neugier, also wenn Du keinen Nerv hast alle zu beantworten, kein Problem....)

    @alle Und mich würde immer noch interessieren wie ihr beurteilt ob etwas eine Knolle ist oder nicht. Wie gesagt habe ich Fotos gesehen, auf denen z.B. der grüne Knollenblätterpilz nicht sichtbar mehr Knolle hat als der von mir fotografierte vermutete Scheidenstreifling. (Ich weiss nicht ob ich diese hier verlinken darf so rechtlich gesehen.)

    Mein Gedanke dazu ist: wenn jetzt eine pilzerfahrene Person Scheidenstreiflinge essen will, aber weder auf den fehlenden Ring (kann abfallen) noch auf die nicht vorhandene Knolle (kann klein sein) noch auf die Riefen (können auch manchmal da sein) Verlass ist, wie wäre sich diese Person dann sicher den richtigen Pilz erwischt zu haben und keinen Knollenblätterpilz und sich nicht tödlich zu vergiften? Nur über die Kombination der Merkmale? Die Farbe (die ja auch schwanken kann)?

    (Keine Angst ich erwarte keinesfalls Verzehrfreigaben oder so, und ich traue mich eh nur an Pilze die ich schon länger studiert habe. Aber ich frage mich wie man an den Punkt kommen kann, diese zweifelsfrei genug zu bestimmen, weil ich gehört habe dass Leute die essen und weil ich es von meinem Wissenstandpunkt aus sehr unsicher finde. Aber lecker sehen die ja schon aus ;))

    LG LazyFly

  • Aber lecker sehen die ja schon aus

    Hallo

    Aussehen und Geschmack sind verschiedene Sachen.

    Und mich würde immer noch interessieren wie ihr beurteilt ob etwas eine Knolle ist oder nicht.

    Das ist wie mit den Kartoffeln, es gibt kleine, mittlere und riesige Knollen. Manchmal gibt es auch nur knollenartige "Verdickung"!

    Nur über die Kombination der Merkmale?

    Ja, natürlich. Gehe erstmal länger Pilze sammeln. Das ist ein ständiger Lernprozess. Irbendwann erkennst du die fast alle von oben, nicht unbedingt artgenau, aber die Gattung.

    Grüße von der Insel Rügen

  • Hallo Lazyfly,

    hänge dich nicht an der Frage auf, ab welcher Prozentzahl der Stielbasisverdickung man von einer Knolle sprechen kann, das ist hier nicht zielführend. Zunächst einmal ist Amanita crocea orange, Amanita phalloides oliv- bis gelbgrün. Der Hutrand von crocea hat grundsätzlich Riefen, der von phalloides nicht. Crocea hat nie einen Stielring, phalloides grundsätzlich schon. Und die Volva-Innenseite von phalloides ist nicht orange, sondern weiß oder in Ausnahmefällen grünlich.

    Du siehst also: die Summe aller Merkmale, das berühmte "Gesamtbild" macht es, dass der Erfahrene den phalloides erkennt. Aus diesem Grund braucht es den Pilzberater, der in Zweifelsfällen helfen kann. Könnte man den Knollenblätterpilz an dem einen, alles überstrahlenden Merkmal erkennen, bräuchte man keinen Pilzberater und seine Expertise. Wo kommt diese her? Durch jahre-/jahrzehntelanges Suchen und Bestimmen, und Sich-Immer-Wieder-Beschäftigen mit den Pilzen. Durch den Spaß, den es macht, Pilze nach dem Buch und mit anderen Hilfsmitteln zu bestimmen. Anfangs durch die Bereitschaft, sich mit Pilzen nicht nur unter dem Aspekt zu befassen: "Kann man den essen?", sondern aus hobbywissenschaftlicher Neugier. Auch du wärest, mit der passenden Neugier und einem guten Pilzbuch ausgestattet, sicherlich auf die Amanita crocea gekommen, die hier vorliegt. Danach hättest du im Pilzbuch nachgeforscht, welche Scheidenstreiflinge und beringten Amaniten es sonst noch so gibt und wie diese genau aussehen. Du hättest nicht nur die Fotos/Bilder angeschaut, sondern auch mal die wörtlichen Beschreibungen durchgelesen. Und dann hättest du dir vielleicht sogar gesagt: den einen oder anderen davon will ich beim nächsten Pilzrundgang auch mal finden und bestimmen.

    Eines ist jedenfalls ganz sicher: wenn man Amanitas isst und sich nicht wirklich auskennt, spielt man mit seinem Leben. Also sammelt man diese lieber erstmal nicht, sondern andere leckere Arten, die ebenso häufig vorkommen, und bei denen keine Verwechslungsgefahr mit giftigen Arten besteht. Mit Amanitas geht man dagegen nach dem Sammeln und vor dem Essen zum Pilzberater.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

    Einmal editiert, zuletzt von StephanW (10. Oktober 2025 um 15:39)

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