Reifpilze (?)

Es gibt 6 Antworten in diesem Thema, welches 357 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (11. Oktober 2025 um 14:51) ist von Christiane17.

  • Liebe Pilzexperten,

    am Wochenene habe ich ein paar Exemplare gefunden, von denen ich annehme, es handelt sich um weitere Reifpilze.

    Ich wollte sie immer noch einmal im Tageslicht fotografieren, aber das hat leider zeitlich wegen der Arbeit nicht geklappt... Also stelle ich nun die Fotos ein, im Wissen, daß die Farbe nicht gut zu beurteilen ist.

    Ich habe die gemeinsam gefundenen Exemplare mit der gleichen Farbe markiert. Von den rot markierten gibt es wenigstens ein paar Fotos am Fundort. Bei den Schnittbildern habe ich dann leider die Orientierung etwas verloren... und es war leider keine Zeit, das nochmal besser nachzuholen...

    Alle stammen aus Nadelwäldern und wuchsen am Fuss von Nadelbäumen (ich denke, es waren alles Fichten).

    Ich tu mich einfach ein bisschen schwer, die gewellten Lamellen als solche zu erkennen....

    Vielen Dank trotzdem für Eure Tipps! Ich bin gespannt, wo ich daneben liege!

    LG, Christiane

  • Hallo Christiane,

    ja, das sieht schon viel eher nach Reifpilzen aus. Reifpilze haben

    - oft einen runzeligen Hut (daher auch der Alternativname Runzelschüppling)

    - niemals einen schleimig-schmierigen Hut

    - einen reifartigen, vollständig umlaufenden Stielring

    - niemals eine Stielcortina oder gar rostbraune Cortinafäden am Stiel

    - auf der Hutoberfläche oft eine silbriggraue Bereifung

    - keine rostbraun gefärbten Lamellen, auch nicht im Alter

    - keine knollig verdickte oder gar gerandetknollige Stielbasis

    - eine Ton-in-Ton-Färbung ohne größere Farbkontraste

    All das lässt sich im Zusammenhang aus den Beschreibungen in guten Pilzbüchern herauslesen.

    Bleib am Ball, Reifpilze sind außerordentlich lecker, wenn auch leicht zu verwechseln.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Reifpilze haben...

    Vielen Dank für die ausführliche Merkmalsbeschreibung. Da kann ich meine eigene Liste noch um einige Punkte erweitern/korrigieren. Meine Checkliste war bisher folgende:
    *Jung tonblasse Lamellen, gezähnelt, später durch Sporen bräunlich (letzteres scheint nicht zu stimmen)
    *Hut am Hutrand oft grob gerieft oder gerunzelt
    *Häutige Manschette, gerieft, idealtypisch doppelt gerandet mit Laufrille (nicht immer erkennbar), oft schnell abfallend oder vergänglich
    *Reifartige weiße Velumreste auf dem Hut, teilweise mit leichtem Violettschimmer
    *Stil weißlich, jung oft mit leicht dunkleren Längsstreifen
    *Fleisch weißlich, nie gelblich oder bräunlich.
    *Flach im Boden wachsend, lässt sich auffällig leicht und vollständig entfernen
    *Rostbraunes Sporenpulver, dextrinoid
    *Mit KOH in allen Teilen unveränderlich
    *Reagiert in allen Teilen mit Melzers Reagenz amyloid
    *Oft mit Heidelbeeren vergemeinschaftet (manchen Quellen zufolge symbiontisch)

    Jetzt ergänzt um:
    *niemals mit schleimig-schmierigen Hut
    *niemals mit Stielcortina oder rostbraunen Cortinafäden am Stiel (obwohl Gattung Cortinarius)
    *keine knollig verdickte oder gar gerandetknollige Stielbasis

    Darf ich zu "eine Ton-in-Ton-Färbung ohne größere Farbkontraste" noch fragen: Meinst du damit nur den Hut? Weil zum Stiel ist ja schon ein Farbkontrast da.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Ich tu mich einfach ein bisschen schwer, die gewellten Lamellen als solche zu erkennen....

    Ich finde man sieht sie bei dem hier doch ganz gut:

    Hier zum Vergleich ein Bild von der Homepage hier:

    https://www.123pilzsuche.de/daten/details/rei2.jpg

    In einer Quelle (weiß leider nicht mehr wo) habe ich auch gelesen "gezähnelt", was auch ganz gut auf deinen Pilz zutrifft.

    Vorletzte Woche hatten wir einen ganz ähnlichen Pilz bei uns in der Pilzberatung, den ich am Anfang für einen Reifpilz gehalten habe. Insbesondere Fruchtkörperform, Ring und Lamellenfarbe waren äußerst ähnlich. Es war aber keine ausgeprägte Bereifung sichtbar und er wirkte insgesamt etwas brauner in der Färbung, daher wurden wir skeptisch. Ich konnte den Reifpilz mit Melzers Reagenz ausschließen (der Pilz zeigte keine Reaktion). Also im Rückblick war es mit etwas Erfahrung mit der Art schon erkennbar, dass es kein Reifpilz war, aber er war ihm schon sehr ähnlich.

    Also der hat schon Verwechslungspartner. Ärgerlicherweise habe ich damals den Doppelgänger nicht fotografiert. Hoffe der kommt vielleicht diese Saison nochmal.

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  • Ich tu mich einfach ein bisschen schwer, die gewellten Lamellen als solche zu erkennen....

    Hab gerade den anderen Thread gesehen. Hast du dich hierbei auf folgendes Zitat von Rooki bezogen?

    Radialfaserige Hüte. Lamellenschneiden sind gewellt, nicht gesägt.

    Ich glaube er meint, beim Reifpilz sollten die Lamellenschneiden gesägt sein und nicht gewellt wie bei deinem Pilz im anderen Thread. So verstehe ich das zumindest (das Merkmal hab ich so auch auf meiner Liste).

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Wow - liebe Pilzfreunde, VIELEN DANK für Eure stets so hilfreiche, ausführliche und konstruktive Unterstützung!

    Nur damit Ihr's wisst: Das wird alles schön fein konserviert in meiner jeweiligen "Pilzakte", die ich für die Arten führe, und wird nicht in den Tiefen des Forums verloren gehen.

    Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende!

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