Unbekannter Dickröhrling?

Es gibt 10 Antworten in diesem Thema, welches 738 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (1. Oktober 2025 um 00:00) ist von StephanW.

  • Servus!

    Ich war heute im Wald und habe einen interessanten Röhrling gefunden, leider habe ich nicht herausfinden können, worum es sich handelt. (Ich hoffe die Fotos sind ausreichend, wenig Licht und nur mit dem Handy fotografiert)

    Geruch: Pilzig, angenehm.

    Geschmack (roh): mild. (Natürlich gleich wieder ausgespuckt)

    Hut: silbrig/grau und samtig, ähnlich dem Silberröhrling. Schneckenfrasränder rötlich.

    Stiel: gelber Grund, rötliches Netz. Der Stiel wirkt zum Übergang zum Hut rot, das ist allerdings nur das gestauchte Netz. Das Netz scheint zur Basis hin weniger zu werden/zu verschwinden, jedoch fehlt Information wegen einem Schneckenfrasloch.

    Fleisch: ganzer Pilz gelb. nach Schnitt schnell bläuend, jedoch nur im Hut. Der Stiel ist gelb geblieben, der Stielansatz rötlich (ich hatte den Pilz hier leider schon geputzt gehabt, da ich im Wald noch dachte, dass dieser essbar ist). Die Bläuung ist nach einer Stunde wieder fast vollständig verschwunden, das Fleisch war dann schmutzig grün/gräulich.

    Röhren: das hat mich dann unsicher gemacht. Erst habe ich gedacht ich habe einen Hexenröhrling vor mir, jedoch waren mir die Röhren einfach zu gelb. Die Röhren waren zum Stiel hin leicht orange geflammt, jedoch meiner Meinung nach kein ausreichendes Merkmal. Auf Druck sind die Röhren nach einiger Zeit schwach blau geworden (Foto).

    Vorkommen: gefunden in Purkersdorf, Nähe Wien, Österreich. Der Wienerwald ist bekannt für ein reiches Vorkommen an Buchen und Eichen. Auch einige Kiefern sind hier gestanden, der Boden ist relativ neutral bis basisch. Es war ein gen-Norden ausgerichteter Hang falls das hilft.

    Ich habe mit verschiedensten Mitteln eine knappe Stunde versucht diesen Pilz zu bestimmen, ohne Erfolg bzw. nicht eindeutig.

    Hier noch meine Ansätze:

    Netzstieliger Hexenröhrling: das Netz spricht dafür, die Röhrenfarbe, Hutfarbe und einseitge Bläuung im Schnitt dagegen.

    Blasshütiger Purpurröhrling: Netz passt, Hutfarbe könnte passen, Bläuung nur im Hut im Schnitt passt auch. Die gelben Röhren passen nicht, nicht mal im jungen Stadium. Noch dazu passt der Geruch eventuell nicht.

    Schönfußröhrling: Röhren passen (bis auf das leicht geflammte), Hutfarbe passt, Netz passt +/-. Nicht passen tut die satte gelbe Farbe, milde Geschmack (natürlich nicht ausschlaggebend), der gelbe Untergrund unter dem Netz (sollte an der Basis rot sein, natürlich fehlt da ein bisschen was).

    Silberröhrling: eigentlich passt nur das gelbe Fleisch und die silbrige Huthaut. Das rote Netz spricht dagegen.

    Ich bedanke mich schon mal im Vorraus für eure Geduld und hoffe ihr könnt mir helfen! Ich habe jetzt nicht vor diesen Pilz zu essen, das ist es mir nicht wert. Sollte ich eine geschützte Rarität aus dem Wald entfernt haben, tut mir das natürlich Leid.

    Somit: vielen Dank und guten Fund!

    • Hilfreichste Antwort

    Hallo Krigo,


    Ohne da großes Wissen zu haben würde ich persönlich den Blasshütigen Purpurröhrling sehen.


    LG

    Austria

  • Hallo

    Ich sehe hier auch ein -> Rubroboletus rhodoxanthus - Blasshüttiger Purpurröhrling

    LG Andy

  • Danke für die Hilfe!

    Ja da passt schon einiges (nur Hut bläut, rote Ränder bei Verletzung, rotes Netz, Hutfarbe). Aber die gelben Röhren sind mir immer noch ein Rätsel, zumal zu diesem Merkmal scheinbar nirgends Information zu finden ist.

    Dann ist das wohl mein erster Satansröhrling Fund! Auch wenn ich mir den eher anders vorgestellt hätte ????

    Schönen Abend!

  • Hallo,

    Dann ist das wohl mein erster Satansröhrling

    wie kommst Du hier auf einen Satansröhrling? Das ist wie oben schon geschrieben wurde der Blasshütige Purpurröhrling.

    Aber die gelben Röhren sind mir immer noch ein Rätsel

    Die Röhren sind immer gelb nur die Poren werden rot. Das ist bei deinem Exemplar schon andeutungsweise zu erkennen. Jung haben alle Rotporer gelbe Poren.


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Hallo Krigo,


    Naja die Röhren sollten eh gelb sein - nur die Röhrenmündungen sind rot.

    Ich würde auch behaupten, dass es eine Altersfrage des Pilzes ist. Dh umso jünger desto weniger Rot an den Mündungen.


    Ich beobachte das gerne und viel bei den Netzhexen - ganz jung gelblich dann Orange, dann rötlich.


    Lg

    Austria

  • Servus!

    Dann ist das wohl mein erster Satansröhrling

    wie kommst Du hier auf einen Satansröhrling? Das ist wie oben schon geschrieben wurde der Blasshütige Purpurröhrling.

    = Blasshütiger Satansröhrling. Für genauere mykologische Nomenklatur müsste man sich gleich auf Latein unterhalten, es handelt sich hier schließlich nur um Trivialnamen.

    Die gelben Poren waren hilfreich, danke. Hätte gedacht bei diesem Wachstumsstadium wären diese schon längst rot.

    Gute Nacht

  • Hallo Krigo,

    Rubroboletus rhodoxanthus ist in der gleichen Gattung wie der "eigentliche" Satansröhrling (Rubroboletus satanas), allerdings als seltenere Nachbarart. Wenn man so will, könnte man Rubroboletus deutsch als Gattung Satanspilze bezeichnen. Übrigens hast du da einen sehr schönen Fund gemacht, ich habe den trotz 50 Jahren Pilzesuchen noch nie gefunden.

    Die Röhrenmündungen werden bei Rotpor-Arten erst rot, wenn der Hut aufschirmt, wahrscheinlich geschieht das unter Sonnenlichteinfluss.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Rubroboletus rhodoxanthus ist in der gleichen Gattung wie der "eigentliche" Satansröhrling (Rubroboletus satanas), allerdings als seltenere Nachbarart. Übrigens hast du da einen sehr schönen Fund gemacht, ich habe den trotz 50 Jahren Pilzesuchen noch nie gefunden.

    Hallo StephanW,

    in meinem steirischen "Hausrevier" ist es genau umgekehrt. Da ist der "Blasshütige" (Rubroboletus rhodoxanthus) zig mal häufiger als der "echte Satan" (Rubroboletus satanas). R. rhodoxanthus steht da während seiner Fruktifikationsphase an unzähligen lichten Stellen im buchendurchsetzten Mischwald (auf Kalk) herum, während sich R. satanas ziert und in meinem Habitat nur sehr selten anzutreffen ist.

    VG Sepp

    Eine Verzehrsfreigabe gibt es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort

  • Hallo Sepp,


    bei mir ist es wieder anders herum. R. satanas finde ich recht häufig, wenn auch nur an zwei Standorten. Rubroboletus rhodoxanthus aber nicht obwohl der in meinem Lieblingspark unter Rotbuchen kartiert ist;(. Von den Buchen gibt es dort nur sieben Stück und daher sollte es ja nicht so schwierig sein.


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Hallo Sepp,

    und bei uns (Region Mittlerer Neckar) steht Boletus satanas teilweise am Straßen- oder Wegesrand zwischen Hundesch***, oder mal auf einer Seebadewiese. Wohingegen sich der rhodoxanthus sehr erfolgreich versteckt.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

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