Cladonia Strauchflechte?

Es gibt 7 Antworten in diesem Thema, welches 484 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (26. September 2025 um 19:31) ist von Bemoeh.

  • Hallo KaMaMa

    Hallo Martin,

    nun die sehr helle Cladonia Strauchflechte aus der Kirchdorfer Heide. Standort: trockener vollsonniger Heideboden, größere helle Matten bildend. Podetien stark verzweigt, weißlich/gelblich innen hohl, Axeln teils geöffnet (Foto), Podetienenden stark verzweigt mit abgebogenen braunen (Pyknidien) Spitzen. Stämmchen ohne Blättchen. Farbtest: K-/+ negativ?, KC+ gelblich zu braun, C- negativ, P+ rotorange, UV+ weißblau (passt zu C. portentosa). Hatte auch arbuscula vermutet aber Standorttypisch für Heide und Merkmale deuten wohl auf Cladonia portentosa hin?:hmmm: Schwierige Entscheidung.

    Martin, wie ist deine Meinung zu meiner Bestimmung?

    LG Bernd

    1-Flechte auf Heideboden

    2-Flechte auf Heideboden

    3-Flechte auf Heideboden

    4-Axeln teils offen

    5-Podetien hohl

    6

    7

    8

    9

    10-P+ rot

    11-K-/+ negativ

    12-KC+ gelb zu braun

    13-C- negativ

    14-UV+ weißblau

    Einmal editiert, zuletzt von Bemoeh (21. September 2025 um 20:11)

  • Hallo Bernd,

    ich bleibe beim Schlüsseln erstmal bei C. ciliata hängen, da ich hauptsächlich dichotome Verzewigungen zu sehen meine (Bilder 10ff). C. portentosa hätte eher 3-4 Äste pro Verzweigung und gilt meist als P- reagierend. Eine P+rote Variante scheint es aber in atlantischen Gebieten zu geben. Du könntest mal den Pyknidienschleim prüfen (durchschneiden, ausquetschen, meist reicht ein genauer Blick in/auf die angefeuchtet Öffnung), ob der rot ist. Das sollte dann zu C. ciliata passen.

    Beim Überprüfen der ersten Übersichtsbilder stelle ich fest, dass 3-4 Äste pro Verzweigung durchaus hinkommen könnten. C. portentosa habe keine gebogenen Astenden, sondern sparrig in alle Richtungen zeigende Enden der Astspitzen. Ich finde, dass passt nicht richtig gut.

    C. arbuscula ist ebenfalls gelblich gefärbt und hat gebogene Astenden.

    Ich bin von Rentierflechten stets verwirrt und kann nur ein entschiedenes "Vielleicht" beitragen.

    Zu bedenken bleibt - wie üblich bei Cladonien -, dass Arten eventuell auch nebeninenader und durcheinander wachsen können - wovon ich aber erst mal nicht ausgehen würde. Dennoch beim Test darauf achten, immer nur von einem Thallus zu nehmen und die Test mit den Bildern der entsptrechenden Probe zu korrelieren. Sonst kommt nichts Brauchbares dabei raus.

    Hier bin ich überfragt, denn sowas wächst bei mir hier gar nicht - sorry!

    LG, Martin

  • Hallo Martin,

    eine verwirrende Flechtenart, habe mit meiner Restprobe noch einige Experimente durchgeführt und mit Beschreibungen + Fotos (Italic-marins usw.) von C. ciliata verglichen. Besonders P+ leuchrot (Vergleich Stirt) passt perfekt zu C. ciliata. Die braunen Astspitzen zeigen auch alle in eine Richtung. Mein Versuch den Pyknidienschleim auf rot genauer zu prüfen ist nicht recht gelungen. Pyknidien sehr sehr winzig und ev. ausgetrocknet. Habe geschnitten + gequetscht und auch unterm Mikro 100fach geschaut, sagt mir nicht viel, ev. rotbraun gefasert?????? Sende noch einige Fotos mit damit du etwas zum Schmunzeln hast aber mehr habe ich nicht hinbekommen. Am Ende sollte dein Befund C. ciliata der passende sein, für mich erstmalig gefunden. Irritierend ist für mich auch immer die Sichtweise des UV-/+ Test.

    LG Bernd

    15-Großflächiger Fundort

    !6

    17

    18

    19-Pyknidien

    20-Mikro 40fach + Handy

    21- Mikro 100fach

    22- Mikro 100fach

    23- Mikro 100fach

  • Hallo Bernd,

    um den Pyknidienschleim zu prüfen, würde ich ein vorheriges Einweichen der Spitzen in Wasser empfehlen. Dann mit der Lupe einfach mal draufschaun, ob sich die Pyknidien in/um ihre Öffnung rot färben.

    Ich habe mal für die gesucht und ein Foto gefunden, das braune Pyknidien zeigt, mit rotem Inneren:

    Bild A1 Braun-schwarze Pyknidien, aber rotes Inneres (Pyknidienschleim) einer rotfrüchtigen Cladonienart.


    Das Mikroskop würde ich hier nur in äußerster Not anwenden. Da hatte ich mich sicher falsch ausgedrückt.

    LG, Martin

  • Hallo Martin,

    du hast ein gutes Beispielfoto gesendet, ich will es jetzt wissen, eine kleine Probe gibt es noch, werde mal einen neuen Versuch starten. Ästchen sind schon sehr trocken mal schauen was im Wasser passiert.

    LG Bernd

  • Hallo Martin,

    das war jetzt aber eine spannende Herausforderung, die Pyknidien meiner Probe sind extrem winzig. Habe für eine brauchbare Vergrößerung an der Lupe die 20X Okulare einsetzen müssen, dann mehrere Pyknidien angeschaut. Da das Farbempfinden bei Jedermann anders ist tendiere ich aber bei meinen Pyknidien zu einem roten Kern??? Wie würdest du das Farbergebnis einordnen?

    Bin gespannt, Gruß Bernd

    A

    B

    C

    D

    E

    F-?? Anhängseln mit Rätseln?

  • Hi Bernd,

    für mich wirken die Pyknidien auf den Fotos braun, aber du hast ja das Original in Händen.

    In Zweifel wieder ich mich nach der Mehrzahl der passenden Eigenschaften orientieren.

    LG, Martin


    Bei diesem Rentierflechten-Gedöns halte ich mich lieber ganz vorsichtig zurück. :)

  • Hallo Martin,

    nun geht diese Rentierflechte als nicht genau identifiziert, als ev. C.ciliata ins Archiv.

    LG Bernd

    Eine Peltigera-Art auch aus der Kirchdorfer-Heide, gleiche sonnige Fundstelle wie die Rentierflechte ist in Arbeit.

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