Rosasporiger Nabeling ? Kein Lacktrichterling

Es gibt 19 Antworten in diesem Thema, welches 1.163 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (14. September 2025 um 17:44) ist von Sepp.

  • Hallo

    Wir sind einmal wieder in Südfrankreich, und hier sehen die Pilze immer mal wieder anderst aus.

    So auch dieses Exemplar, aus dem ich nicht schlau werde. Fundort auf einem im Endstadium morschen Pappelstamm, Farbe kräftiges rotbraun mit violettem Stich, Durchmesser 3-5cm, Fast alle flach aufgetrichtert bis trichterförmig. Soll heißen keine eingerollten Ränder, wie bei jungen Lacktrichterlingen, dennoch erschienen sie recht jung. Lamellen auch dichter, als bei den mir bekannten Arten, und vor allem nicht heller werdend beim Abtrocknen im Gegensatz zum Hut. Geruch konnte ich nicht feststellen.

    Dennoch vom Habitus finde ich den rotbraunen Lacktrichterling am passendsten.

    Die letzten beiden Bilder sind 2 1/2 Stunden später entstanden.

    Gibt's dazu Ideen oder Vorschläge?


    Ansonsten gibt's noch den flaumigen Birkenmilchling


    Und noch ein paar ziemlich angefressene glattstielige Hexenröhrlinge


    Einen schönen Abend noch und viel Dank im Voraus.

    Bernhard

  • Lieber Bernhard

    Danke fürs Teilen deiner Funde.

    Du schreibst, die Trichterlinge seien direkt auf dem morschen Pappelstamm gewachsen. Lacktrichterlinge wären aber Mykorrhiza Pilze, dazu scheint mir auch die Lammellenhaltung nicht für eine Laccaria Art zu passen.
    Vielleicht hat noch jemand eine Idee.
    Liebe Grüsse
    Corinne

    Hinweis: Mit meinen Beiträgen und Kommentaren kann ich keine Tipps/Empfehlungen zum Verzehr abgeben.
    Zur Pilzbestimmung für Speisezwecke den Pilzsachverständigen vor Ort konsultieren. Vielen Dank.

  • Hallo Bernhard

    An Lacktrichterlinge glaube ich auch nicht. Aber was? Südfrankreich kann schon andere Arten haben.

    Grüße von der Insel Rügen

  • Hallo,

    Und noch ein paar ziemlich angefressene glattstielige Hexenröhrlinge

    an die glaube ich wegen der deutlichen Schuppen am Stiel beim untersten Exemplar eher nicht.


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Hi Bernhard

    Das sind mit Sicherheit keine Lacktrichterlinge. Einige Gründe die dagegen sprechen hat ja bereits Corinne genannt, des Weiteren sind aber vor allem die Lamellen völlig unpassend für Lacktrichterlinge. Lacktrichterlinge haben dicke entfernt stehende Lamellen, das Bild oben zeigt das Gegenteil.

    Ich musste bei den Fotos gleich an Nabelinge denken. Ich habe mal kurz geschaut und denke, dass der Rosasporiger Nabeling (Arrhenia discorosea) ein sehr guter Kandidat für deine Pilze wäre und daher würde ich mal damit vergleichen. Hier hast du ein schönes Portrait: https://www.pilzforum.eu/board/thread/3…riger-nabeling/

    LG
    Benjamin

    Mit meinen Beiträgen gebe ich lediglich meine persönliche Einschätzung/Meinung ab. Sie sind nur als Vorschläge zu werten und es gibt damit insbesondere keine Verzehrsfreigaben meinerseits. Eine sichere Bestimmung sowie Verzehrsfreigabe kann nur der Pilzkontrolleur bzw. Pilzsachverständige vor Ort geben.

  • Hallo und guten Morgen

    Vielen Dank für die Reaktionen. Ja wegen der Unsicherheit habe ich ja ein Fragezeichen dahinter gesetzt. Es hätte mir klar sein müssen, daß der Lacktrichterling nicht passt.

    ibex ich denke, da bist Du wohl richtig gelandet mit dem Nabeling. Die Beschreibung von Beorn ist wirklich sehr nahe dran. Danke dafür, aber da wir mit 'nem kleinen Womo unterwegs sind, habe ich natürlich nur einen kleinen Pilzführer dabei, der nicht ganz soviel Auswahl bietet. Gefunden habe ich die auf einer Wanderung, und das eine Exemplar,das ich mitgenommen habe, war nach 10 min. schon ausgebleicht. Was sehr passend war, war der Fundort: steiniges Flusstal mit fast ausschließlich Pappeln.

    Heuler22 auch Dir danke für den Einwand, aber hättest Du einen anderen Vorschlag. Ich weiß, daß meine Bilder nicht viel hergeben, aber ich wollte nicht die halbe abgefressenen Stiele und die Erdreste mitnehmen. Normale flockig eines definitiv nicht. Dieser eine, den Du benannt hast war auch der einzige der so eine leichte Beflockung hatte. Stiel war auffällig gelb und manche leicht gefurcht. Auch die Hutfarbe hatte leichte Gelbtöne und wirkte bereift. Für mich ein Erstfund.

    Genauso wie der beflaumte Milchling. Zuerst hatte ich an Trichterlinge gedacht, weil alle Exemplare einheitlich fast dottergelb aufgetrichtert waren. Bis ich noch ein Exemplar gefunden habe, das auch noch gemilcht hat. Und die Birke stand 10 m weg.


    Dennoch danke für den Input an alle.

    Heute geht's in neue Gefilde, bei schönstes Wetter.

    Gruß Bernhard

  • Hallo Bernhard,


    ich habe den Glattstieligen noch nie in der Hand aber so beflockt darf er nicht sein. Vergleich den doch mal mit Neoboletus xanthopus!


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Bitte ändere noch den Titel des Themas, nicht das noch jemand nach Lacktrichterlingen sucht und dann mit diesen vergleicht. ;)

  • Bernhard 3 12. September 2025 um 15:45

    Hat den Titel des Themas von „Lacktrichterling, aber welcher?“ zu „Rosasporiger Nabeling ? Kein Lacktrichterling“ geändert.
  • Heute geht's in neue Gefilde, bei schönstes Wetter.

    Gruß Bernhard

    Lieber Bernhard
    Somit wünsche ich dir neben schönem Wetter weiterhin schöne und hoffentlich Pilzreiche Ferien ????????
    Liebe Grüsse
    Corinne

    Hinweis: Mit meinen Beiträgen und Kommentaren kann ich keine Tipps/Empfehlungen zum Verzehr abgeben.
    Zur Pilzbestimmung für Speisezwecke den Pilzsachverständigen vor Ort konsultieren. Vielen Dank.

  • Hi.


    Ich hatte S. queletii auch schon mit so Flocken am Stiel. Ist nicht typisch, kann aber vorkommen. Hutfarbe und die feinsamtige Hutoberfläche passen auch gut zu S. queletii. Ich würde den auch so nennen.


    Schlechtes Bild als Beispiel:



    LG.

    Keine Verzehrfreigaben meinerseits.

  • Hallo Schupfi,


    also wenn das vorkommen kann habe ich den vielleicht doch schon gefunden und es nicht bemerkt:/.


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Hi Jörg,

    in deinen Parks haben die Flockies auf den Bildern halt auch oft so komische rote Hüte, wie ich sie von hier gar nicht kenne. Also vielleicht?

    Auffällig ist halt die wirklich lange feinsamtig bleibende Huthaut, die N. xanthopus so nicht hat. Ich hatte hier mal welche nebeneinander gelegt, ich denke man erkennt das (oben queletii, unten xanthopus). Ansonsten kann man natürlich auch immer noch nach der roten Basis im Schnitt gucken (wobei das bei N. xanthopus auch vorkommen kann manchmal...). Sonst kann man noch die Amyloidität testen.



    LG.

    Keine Verzehrfreigaben meinerseits.

  • Hallo Schupfi,


    nur habe ich bei meinen Flockis noch nie eine rote Stielbasis gesehen. Welche Konsistenz hat queletii an der Basis? Da der ja zu Suillellus gestellt wurde vermute ich dass die eher weich ist wie bei Netzhexen.


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Heuler22

    Schupfnudel

    und alle Anderen

    Ihr seid sicher die Fachleute, und ich habe da etwas geraten, weil der Stiel auffällig gelb war, aber auch N. xanthopus wäre durchaus möglich.

    Es war nur so, daß wir am Aufbruch waren und ich dann noch über die ca. 10 Exemplare unter Eiche gestolpert bin. Dann habe ich schnell die schönsten mitgenommen und die meisten Fraßstellen weggeschnitten. Daher die ungenaue Darstellung. Fakt ist, daß der Hut wirklich die ganze Zeit bis zur Zubereitung mit einem Olivton filzig erhalten blieb . Und rot an der Basis kann ich mich nicht erinnern. Auch nicht hart in der Basis. Vielleicht ist das erhellender.

    Aber ich bin so überwältigt von der hiesigen Pilz-Welt, da hätte ich Monate zu tun, die alle zu bestimmen.

    Bye the way: gibt's dazu Ideen? Leider war der Stiel so etwas aufgeplatzt, von daher schwer einzusehen

    .

    Diese merkwürdige Färbung beim anschneiden, immerhin klar rot an der Basis und ziemlich hart. Auch die Porenfarbe wirkte graurot. Bis ich nach einer 1/2 Stunde am Auto war, war der Anschnitt grau.

  • Hallo Bernhard,


    die sehen wie junge Netzhexen aus.


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • ...dir neben schönem Wetter weiterhin schöne und hoffentlich Pilzreiche Ferien ????????

    Corinne

    Genauso ging's heute, auf fast 1100m Höhe im Nordwesten der Ecrins, schönstes Wetter und ein Stückchen fast nur Nadelwald mit geschätzt an die hundert Arten von Pilzen. Ich kenne das nicht von unserer Gegend, die ist dagegen richtig armselig, was Pilze betrifft. Ich hoffe es bleibt ein wenig so.

    Auch Täublinge gibt's hier einige meist gelbblättrige, die habe ich bei uns noch nicht gesehen .

    Gruß Bernhard

  • Hallo Schupfi,


    nur habe ich bei meinen Flockis noch nie eine rote Stielbasis gesehen. Welche Konsistenz hat queletii an der Basis? Da der ja zu Suillellus gestellt wurde vermute ich dass die eher weich ist wie bei Netzhexen.


    VG Jörg

    Hier mal ein Beispiel von N. xanthopus mit roter Stielbasis - sehe ich schon ab und an mal:


    Muss zugeben, dass ich auf die Konsistenz bei S. queletii nicht geachtet habe bisher. S. luridus ist ja ohnehin durch die Maden in 90% der Fälle weich. :P

    Die letzten würde ich auch als typische Netzhexen einordnen.

    LG.

    Keine Verzehrfreigaben meinerseits.

  • Hallo Schupfi,


    an irgendwelche Rotfärbungen an der Basis meiner Parkflockis kann ich mich nicht erinnern. Ich nenne sie so weil die bei mir nicht nur unter Eichen sondern auch unter Rotbuche und Hainbuche vorkommen. Die einzigen Fotos von vermeindlichen Glattstieligen Hexen stammen könnten sind die hier:



    Eine hauchdünne Flockung ist ja zu erkennen aber eine Rotfärbung der Basis nicht.


    Das Thema hatten wir, glaube ich, schon einmal. Vielleicht kann ja Sepp etwas dazu sagen?


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Hi Jörg,


    Die sind für mich klar im Neoboletus Spektrum. Sehen aber durchaus anders aus als meine Park-Neoboleten wie du ja auch schon festgelegt hattest. ;)


    LG.

    Keine Verzehrfreigaben meinerseits.

  • Das Thema hatten wir, glaube ich, schon einmal. Vielleicht kann ja Sepp etwas dazu sagen?

    Hallo Jörg,

    ich kann da leider auch nichts Erhellendes dazu beitragen, aber ich halte deine zuletzt gezeigten Exemplare ebenso wie Schupfi für Neoboleten. Auf dem Kalkboden meines Hausreviers konnte ich bis dato immer nur Netzhexen und Mendaxe ausfindig machen. Mit dem Glattstieligen Hexenröhrling (S. queletii) und dem Gelfüßigen H. (Neoboletus xanthopus) habe ich leider kaum Erfahrung. S. queletii ist mir in meinem Sammelgebiet leider noch nie untergekommen und habe ich nur von 1 oder 2 auswärtigen Funden, die schon eine Weile her sind, noch schwach in Erinnerung.

    Auch den Gelbfüßigen H. (N. xanthopus) habe ich bisher erst einmal bei einer Tour im Burgenland zu Gesicht bekommen. Der scheint Eichen zu bevorzugen, die es in meinem heimatlichen Sammelgebiet kaum gibt.

    VG Sepp

    Eine Verzehrsfreigabe gibt es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort

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