Gemeiner Schwefelporling

Es gibt 17 Antworten in diesem Thema, welches 1.477 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (17. August 2025 um 18:48) ist von ReikeT.

  • Hallo liebe Pilzfreunde,


    mein erster Fund eines Schwefelporlings.

    Ich hoffe dass das zumindestens einer ist, ich hoffe das ihr anhand der Bilder dies bestätigen könnt.

    Ich habe ihn auf jeden Fall gebraten und gegessen, hatte einen kleinen bitteren Beigeschmack, leider kann ich mich auch nicht erinnern an welch Art von Baum er gewachsen ist, aber ich hab das Risiko aufgenommen. An sich war dieser Pilz dennoch mega lecker. Gefunden in Schoeneiche bei Berlin :)

    Liebe grüße

  • Hallo johnpilz,

    Pilze zu verspeisen, die man nicht kennt und danach erst zu fragen, um welche es sich handelt, ist wie russisches Roulette. Wenn einem das Leben etwas wert ist, sollte man das tunlichst unterlassen, denn es könnte fatale Folgen haben.

    Du hast aber tatsächlich einen Schwefelporling gefunden, nur wie der aussieht, erscheint mir der für einen Verzehr schon zu alt und das könnte auch der Grund für die Bitterkeit gewesen sein. Beim Baum dürfte es sich um eine Kirsche handeln.

    Gruß Sepp

    Eine Verzehrsfreigabe gibt es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort

  • Hey Sepp, da gebe ich dir total recht, meine Oma meinte dass das einer ist und sie kennt sich da gut aus. Habe auch erstmal getestet mit einem kleinen Stück und am morgen darauf den rest gegessen.
    Ich wollte hier nur noch einmal die Bestätigung kriegen, da er ja einen kleinen bitteren Nachgeschmack hatte.

    Möchte jetzt etwas tiefer in das Pilzthema eintauchen und die Lektüre hier lesen!

    Danke für die tolle Antwort.

  • Der bittere Nachgeschmack kommt sicher vom Alter. Vom Schwefelporling isst man grundsätzlich nur, die butterweichen Teile des Pilzes und auch nur dann, wenn man sicher weiß, dass er nicht an Eibe gewachsen ist.
    Eibe ist giftig und der Porling nimmt das Gift auf.

  • Hallo John,


    meine Vorschreiber*innen haben ja schon alles geschrieben, was es dazu gibt.

    Dein Handeln ist in meinen Augen verantwortungslos Dir gegenüber und auch Deiner Gesundheit gegenüber. Deine Oma kennt diesen Pilz. Eigene Aussage. Dann sollte sie auch wissen, wenn er bitter schmeckt, dass er dann schon alt ist. Bitter und megalecker? Das paßt in meinen Augen nicht gut zusammen.

    Wenn Du in die Welt der Pilze eintauchen möchtest, dann bitte nicht mit dem Rat Deiner Oma. Besser Du gehts mit anderen Pilzinteressierten in den Wald. Bei einer Pilzwanderung mit guter Führung, da kann man sehr viel lernen. Und so wird es im Laufe der Zeit immer mehr gefestigt und es wird tieferes Wissen vermittelt.


    Also viel Spaß dabei.

    Liebe Grüße

    Murmelchen

    Von mir gibts hier im Forum auch keine Verzehrfreigabe.

  • An Eiche und Buche wäre ein bitterer Geschmack durch Übergang von Gerbstoffen denkbar. An Kirsche, wie wahrscheinlich hier, wäre das ein Grund zur Besorgnis, dass der nicht mehr in einwandfreiem Zustand war.

    In Zukunft bitte vor Verzehr anfragen. Nicht nur wegen dem Zustand, es gibt bei den Porlingen auch eine stark giftige Art.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Hallo Mister X

    An Eiche und Buche wäre ein bitterer Geschmack...

    Ich wüsste nicht dass Buche Gerbsäure hätte , Eiche, Nussbaum, Robinie und Esskastanie schon in unterschiedlicher Konzentration.

    Nur damit sich hier keine falschen Vorstellungen manifestieren. Die Bitterstoffe müssen aber nicht zwangsweise von der Gerbsäure kommen.

    Gruß Bernhard

  • Moin liebe alle,

    Die Fähigkeit von Laetiporus sulphureus, Giftstoffe des Wirtbaums aufzunehmen, wurde mittlerweile wissenschaftlich intensiv untersucht nach zunehmenden Berichten oder Verdachtsfällen, bei denen die Art an Robinie gewachsen Giftstoffe der selben aufgenommen und zu Vergiftungen geführt haben soll. Das Ergebnis dieser Untersuchung ist, dass die untersuchten Frucht-Körper von Laetiporus sulphureus keinerlei Gifte wie Robin, Phasin oder deren Derivate enthielten und damit die These des Giftübergangs widerlegt ist.

    Ich bin gerade im Urlaub und habe daher keinen Zugriff auf die Studie, und erinnere mich nicht, ob auch Frucht-Körper anderer Baumartwirte untersucht worden sind. Wäre nochmal interessant in diesem Zusammenhang.

    Liebe Grüße

    Reike

  • Hallo Reike,

    entspricht genau meiner Erfahrung. Ich habe schon junge Schwefelporlinge von Rubinie gegessen und nie Beschwerden gehabt.

    Viele Grüße

    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock


    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Pilze können auch erst nach einer Woche anfangen, deine Leber aufzulösen oder dein Blut zu zersetzen. Auch fatale Auto-immun-Erkrankungen, die nicht therapierbar sind haben die in petto.

    Was Wirtsbaeume angeht kann ich mir Unterschiede im Geschmack noch ganz gut vorstellen, Verträglichkeit eher weniger. Der Pilz hat schließlich sein eigenes Genom aufgrund dessen er den Fruchtkoerper ausbildet und wäre er in der Lage von der Aufnahme von Gerbstoffen zu profitieren, hätte sich wohl längst eine Nische etabliert.

    Edit: Oder wenn nicht eine Nische, dann würde er zumindest nicht vorwiegend auf den “guten” Substraten vorkommen, sicherlich würde da eine Selektion stattfinden, die die “aufnehmer” begünstigt.

  • Die Fähigkeit von Laetiporus sulphureus, Giftstoffe des Wirtbaums aufzunehmen, wurde mittlerweile wissenschaftlich intensiv untersucht nach zunehmenden Berichten oder Verdachtsfällen, bei denen die Art an Robinie gewachsen Giftstoffe der selben aufgenommen und zu Vergiftungen geführt haben soll. Das Ergebnis dieser Untersuchung ist, dass die untersuchten Frucht-Körper von Laetiporus sulphureus keinerlei Gifte wie Robin, Phasin oder deren Derivate enthielten und damit die These des Giftübergangs widerlegt ist.

    Hallo Reike,

    ich meinte hier weniger Giftstoffe als eher Geschmacksstoffe, ob jetzt Gerbstoffe oder andere. Ich bezog mich auf den oft berichteten schlechteren Geschmack an Eiche und Buche vs. Weide oder Kirsche. Wobei da wohl auch wie so oft die Meinungen auseinanderg gehen.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • He Mister X

    Missverständnis. Ich bezog mich auf die Aussage zur giftigen Eibe. Zum Einfluss von Habitat auf den Geschmack kann ich leider nix sinnvolles beitragen.

    Lieben Gruß

    Reike

  • Es wäre wirklich sehr interessant, wenn es in Bezug zur Eibe wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse gäbe.
    Ich gebe immer nur weiter, was ich so gelernt habe und bin sehr neugierig, wenn es dazu Aktualisierungen gibt.

  • Liebe Pilzmenschen

    Wenn ich das richtig interpretiert habe, gibt es hier in einer deutschen Studie den Nichtnachweis von Pflanzengiften in Schwefelporlingen:

    https://www.mdpi.com/1422-0067/23/21/13593?fbclid=IwAR3Wb9gN0x4AIuAkdtVoIkiXGGPpeO1_h5uMAA5rWkMCljDK0YMspV406Ug

    Ich habe das aus diesem Thread im DGfM-Forum: https://forum.dgfm-ev.de/thread/2217-sc…robinie-giftig/ -> Zweitunterster Beitrag von Marc Stadler.

    Dass damit der abschliessende Beweis erbracht ist, glaube ich jedoch nicht. Immerhin steht in der DGfM-Liste der Pilze mit uneinheitlich beurteiltem Speisewert nur : "Laetiporus sulphureus / Schwefelporling: gelegentlich gastrointestinale Beschwerden, gelegentlich allergische
    Reaktionen. Vorsicht bei Funden in Obstplantagen (Spritzmittel)" Kein Wort von Eiben und Robinien.


    LG Myzelio

  • Weitere bekannte Information zum Schwefelporling:

    In manchen Fällen verursacht der Verzehr des Pilzes „leichte Reaktionen wie zum Beispiel geschwollene Lippen“ oder in seltenen Fällen „Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Desorientierung“ bei empfindlichen Personen. Man geht davon aus, dass dies auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen ist, darunter Allergien gegen das Protein des Pilzes oder gegen Toxine, die bei hohen Temperaturen nur bedingt stabil sind. Aus diesem Grund raten viele Pilzsachverständige denjenigen, die Schwefelporling essen, Vorsicht walten zu lassen, indem sie nur frische, junge Exemplare essen und mit kleinen Mengen beginnen, um zu sehen, wie gut sie ihnen bekommen.

  • Das mit der Warnung vor Funden in Obstplantagen wegen möglicher Spritzgifte leuchtet mir voll ein. Gleiches gilt ja auch schon bei Morcheln unter alten Apfelbäumen beispielsweise.

    Bei vielen der Berichte über gastrointestinale Beschwerden kann ich mir auch 2 maßgebliche Gründe vorstellen:

    1) Überalterung (wenn ich sehe, was für vergammelte Maronen ja schon manche Menschen aus dem Wald schleppen... Da ist der Reifegrad vom Schwefelporling mit wenig Erfahrung sicher noch viel schwerer einschätzbar und es werden sicher oft überalterte Fruchtkörper gegessen -> sekundäre Pilzvergiftung)

    2) psychische Effekte (für viele ist das Verspeisen eines Baumpilzes etwas sehr aufregendes, ungewisses)

    Damit schließe ich für mich keinesfalls aus, dass Laetiporus sulphureus tatsächlich auch Unverträglichkeiten auslösen kann. Ich bin zumindest froh, dass ich ihn sehr gut vertrage und meine bisherigen Mitesser ebenfalls.

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