Pfifferlinge?

Es gibt 16 Antworten in diesem Thema, welches 1.377 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (24. Oktober 2025 um 18:32) ist von MisterX.

  • Hallo zusammen,

    beim größeren Exemplar bin ich mir ziemlich sicher. Hat eine schöne gelbe Farbe. Ist aber schon sehr alt.

    Beim kleineren bin ich mir da nicht so sicher. Die Farbe ist relativ blass. Der Rand ist eingekrempelt und auch der Geruch ist mir nicht eindeutig genug.

    Was meint ihr? Ich tue mich auch beim eindeutigen unterscheiden von Leisten und herablaufenden dicken Lamellen auch was schwer. Es heißt immer Leisten seien mit dem Fleisch verwachsen, da Teil davon. Aber irgendwie kommt mir das auch manchmal bei herablaufenden Lamellen so vor. Gibt's da noch, um es eindeutig auseinander zu halten? (Ich weiß, das klingt abenteuerlich, dass man das nicht unterscheiden kann).


    Ich suche hier keine Verzehrfreigabe. Die beiden Exemplare bleiben im Wald. Zukünftig will ich in der Lage sein Pfifferlinge zu erkennen. Vielleicht sollte ich sie öfter Mal im Laden kaufen ;)


    Grüße Pilziwald

  • Hallo Pilziwald

    Vielleicht sollte ich sie öfter Mal im Laden kaufen ;)

    Mach das besser nicht, dort sind die in der Regel noch älter und damit auch noch "dunkelgelber".????

    Die Leisten sind gerade bei relativ jungen FK wirklich mit dem Fleisch verwachsen, bei älteren Exemplaren sind die dann auch größer bzw höher und dann brechen die auch weg wie Lamellen . Bei deinem zweiten älteren FK sieht man auch sehr gut die Querverbindungen am Hutboden. Das ist mit ein Erkennungsmerkmal. Und die jungen FK sind in der Regel blasser, aber auch der obige sieht für mich wie ein Pfiffi aus.

    Die Unterscheidung zu dicken Lamellen, fällt mir jetzt schwer nachzuvollziehen. Aber das wäre dann am besten gegenüberzustellen ( wenn man beides zur gleichen Zeit findet). Ich finde Lamellen eigentlich ziemlich gerade radial am Hutboden, während die Leisten seltenst aussehen, wie mit dem Lineal gezogen.

    Ich hoffe, daß damit ein wenig Erhellendes beizutragen.

    Gruß Bernhard

  • Hallo Bernhard.

    Danke für deine Hinweise. Meinst du mit Querverbindungen das hier:


    Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht so recht wie ich meine Schwierigkeiten da beschreiben soll. Ich werde mal ein Bild posten, wenn ich so einen Lamellenpilz finde, den ich meine. Der falsche Pfifferling geht schon ein bisschen die Richtung, was ich meine.


    Grüße

    Pilziwald

  • Hallo Pilziwald

    .... Und die jungen FK sind in der Regel blasser....

    Hallo,

    das stimmt so leider nicht ganz, denn auch junge Exemplare des Nadewald-Pfifferlings (Cantharellus cibarius) sind normalerweise schön gelb gefärbt. Bei dem im Startbeitrag gezeigten Jungexemplar handelt es sich sehr wahrscheinlich um den Blassen Laubwaldpfifferling (Cantharellus pallens), und die haben oder bekommen insbesondere bei Trockenheit eine hellere bis fast weißliche Hutfarbe. In meinem Sammelgebiet kommen beide Arten vor, im buchendurchsetzten Mischwald die oft sehr hellhütigen Laubwaldpfifferlinge, und die Nadelwaldpfifferlinge im sauren Nadelwaldbereich sind im frischen Zustand nicht nur an den Leisten, sondern auch am Hut immer schön gelb gefärbt.

    VG Sepp

    Eine Verzehrsfreigabe gibt es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort

  • Hallo Pilziwald,

    ein wichtiges Merkmal ist, dass die Leisten der Pfifferlingsarten im Schnittbild vor allem in Richtung Hutmitte deutlich schmaler sind als das Hutfleisch. Das nennt man Dickfleischigkeit. Das grenzt die Pfifferlinge gut von vielen gefährlichen Verwechslungspartnern ab (Risspilze, Rauköpfe, Hautköpfe), wo die Lamellen so gut wie immer deutlich breiter sind als das Hutfleisch (Dünnfleischigkeit), allerdings nicht vom falschen Pfifferling, der aber nicht gefährlich ist. Beim Leuchtenden Ölbaumtrichterling bin ich nicht sicher, da ich ihn noch nie gefunden habe. Aber viele Verwechslungspartner kannst du mit diesem Merkmal weitgehend ausschließen.

    Natürlich müssen trotzdem alle Merkmale geprüft werden. Mit folgender Liste sollte nichts schief gehen:

    • Hutrand sehr brüchig und spröde, nicht biegsam/elastisch.
    • Stiel- und Hutfleisch weiß bis weißlich. Nie bräunlich, sattgelb oder orange.
    • Stiel glatt, voll, weißlich, hellgelb bis ockergelb, nie bräunlich, nie genattert, nie samtig, nie hohl oder gekammert.
    • Vom Hutfleisch schwer ablösbare, fest verwachsene, am Stiel herablaufende Leisten, immer hellgelb bis ockergelb, nicht orange oder bräunlich, nie rostbraun.
    • Leisten sind schmal, im Schnittbild zum Hutrand hin nicht deutlich dicker als das Hutfleisch.
    • Typischer Geruch (parfümiert, blumig-fruchtig), insbesondere wenn leicht angetrocknet.
    • Geschmacksprobe pfeffrig scharf (immer wieder ausspucken! Keine Geschmacksprobe wenn Rauköpfe nicht ohne Restzweifel ausgeschlossen sind)
    • Einzeln oder gesellig wachsend, nie büschelig.
    • Auf dem Boden wachsend, nur in Ausnahmefällen direkt auf Holz erscheinend - dann als Anfänger am besten meiden
    • Symbiosepilz mit verschiedenen Laub- und Nadelbäumen, nie ohne Baumpartner vorkommend

    Wie immer nur eine Bestimmungshilfe und keine Verzehrfreigabe.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Danke für die weiteren Tipps. Ich habe auf meiner oft gelaufenen Route zwei bis drei Stellen, an denen gelegentlich ein paar Fruchtkörper wachsen, die ich für Pfifferlinge halte. Ich werde mich nochmal intensiver damit beschäftigen. Es wäre schade, wenn ich diese aus Unkenntnis auslassen würde.


    Grüße

    Pilziwald

  • So, ich krame den alten Threads nochmal hoch. Ich habe vor ein paar Wochen da noch ein paar große Exemplare gefunden und da war ich mir wieder unsicher. Sahen schon sehr stark nach Pfifferlingen oder allgemein nach Leistlingen aus. Was mich stutzig gemacht hat, war die Farbe, insbesondere mit angedeuteten Ringen audnder Hutoberseite. Und ich hatte den Eindruck, dass sie auf sehr alten verrottetem Holz wuchsen. Letzteres kann ich nicht hundert Prozent sagen, da es schon sehr alt und verrotret und bröselig war und daher es auch gut sein kann, dass sich das Myzel bzw. Fruchtkörper eher seinen Weg da durch gebahnt hat, statt es als Substrat zu nutzen.

    Ich habe allerdings Anastamosen gefunden. Ist das ein EINDEUTIGES Merkmal für Leistlinge bzw. Pfifferlinge, mit dem man sie sicher identifizieren kann? Oder kommt sowas bei Lamellen ebenfalls mal vor?


    Ich habe diese Exemplare dann nicht mitgenommen, da mir zu viele Faktoren zu unsicher waren. Obwohl ich nach einiger Überlegung mit den Fotos tatsächlich eher beim Pfifferling bin. Aber gerade der scheinbare Wuchs auf Holz und die Ringe haben mich sehr unsicher gemacht.


    Grüße Pilziwald

  • Hallo Pilziwald,

    also das sind schon auf alle Fälle Pfifferlinge. Und Du hast auch die Anastamosen als solche richtig erkannt. Gibt es übrigens auch bei anderen Gattungen.

    Jetzt gibt es allerdings auch in der Gattung Cantharellus mehrere Arten. Dein gezeigtes Exemplar könnte auch Cantharellus pallens, also der blasse Pfifferling sein. Ganz genau könnte ich das vom Foto her nicht sagen. Zum einen hat auch Cantharellus cibarius eine gewisse Farbbandbreite. Die beiden überschneiden sich und C. pallens geht auch auf jeden Fall sehr viel eindeutiger. Zum anderen kann C. cibarius in der Kombination hohes Alter/ unter Laub versteckt/ Kälteeinwirkung auch blasser als sonst daher kommen. Und zu guter Letzt ist mKn die Diskussion auch noch nicht völlig abgeschlossen, ob C. pallens überhaupt als eigenständige Art bestehen bleiben wird. So oder so gibt es vom kulinarischen Wert keinen Unterschied.

    Viele Grüße

    Reike


    PS es gibt übrigens auch noch den ebenfalls ähnlichen C. subpruinosus, den Bereiften Pfifferling. Ohne Mikro am Ende nicht immer völlig sicher unterscheidbar...

    Einmal editiert, zuletzt von Hiatamandl (23. Oktober 2025 um 17:44) aus folgendem Grund: Ein Beitrag von ReikeT mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Ich habe allerdings Anastamosen gefunden. Ist das ein EINDEUTIGES Merkmal für Leistlinge bzw. Pfifferlinge, mit dem man sie sicher identifizieren kann? Oder kommt sowas bei Lamellen ebenfalls mal vor?

    Nein, das gibt es bei vielen anderen PIlzen, z.B. beim Rotstieligen Ledertäubling oder beim Nelkenschwindling.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Echte sind es nicht, die werden in dem Alter wässrig/schmierig, bevor sie die Farbe verlieren.

    Oh sehe gerade #1 Beitrag, Bild 3&4 sieht sehr nach echten aus. Hab mich auf Beitrag zehn bezogen.

  • Vielen Dank für Rückmeldungen und Kommentare.

    Ich finde es echt schwer Leisten zu erkennen bzw. die Pfifferlinge gerade aus meinem letzten Post nicht mit irgendwelchen Baumpilzen zu verwechseln. Den falschen Pfifferling erkenne ich hingegen sehr gut (schon oft gefunden). Geht das nur mir so oder ist das normal?

    Ich finde es zeigt aber auch recht deutlich wie wichtig es ist Merkmale kennen zu lernen und sicher zu erkennen. Man ist sich schnell unsicher oder verwechselt etwas. Selbst wenn es für jemand anderen (oder Erfahrenen) eindeutig erscheint und er sich fragt, wie man das denn bitte nicht erkennen kann :cheeky:


    Grüße Pilziwald

  • Ist normal. Das braucht Zeit. Du machst das genau richtig. Und wenn unsicher, und wenn auch nur ein bisschen, lieber nicht essen, das wäre es nicht wert. Wenn Du willst, dass der Lernprozess ein bisschen schneller geht, schließe Dich Pilzexkursionen an, wie sie von PSVs, Vereinen und anderen Sachkundigen hier und da angeboten werden. Weiterhin viel Spaß

  • Geht das nur mir so oder ist das normal?

    Ich war vor gar nicht allzu langer Zeit noch Anfänger und kann dir bestätigen, das ist total normal und ging mir genau so. Ziemlich leicht kann man Leisten erkennen beim Trompetenpfifferling oder bei der Grauen Kraterelle. Da sind sie so schön dick, dass man es schön sieht. Beim Gemeinen Pfifferling und seinen Verwandten (z.B. Blasser Pfifferling) sind die Leisten oft ziemlich dünn, da hat es bei mir auch eine gewisse Zeit gedauert, bis ich den Unterschied leicht sehen konnte.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

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