Ein Waldrundgang, nicht nur mit Pilzen.

Es gibt 7 Antworten in diesem Thema, welches 1.152 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (7. Oktober 2024 um 23:27) ist von Steigerwaldpilzchen.

  • Hallo,


    heute hatte ich meine erste "richtige" Pilzsuche des Jahres. Ich hatte meine zweijährige mit, daher musste ich oft einige Kompromisse eingehen. Oftmals in einer Hand den Korb, auf dem anderen Arm 15kg Mensch zum Herumtragen. Die Effektivität hat etwas darunter gelitten, aber sie fand es schön, das ist viel wert!

    1.) Hier müsste ich ja Stockschwämmchen gefunden haben, aber dafür bin ich zu feige. Damit hätte ich ansonsten wohl bereits gleich zu Anfang einen vollen Korb gehabt.


    2.) Keine Identifizierungsanfrage, nur Begeisterung. Habe endlich eine Stelle mit Steinpilzen seit meinem Umzug in die Region ausmachen können. Konnte insgesamt drei frische, junge und knackige Steinpilze mitnehmen, die heute das Abendessen begleitet haben :)



    3.) Im Nadelwaldbereich war noch absolut nichts sinnvolles zu finden (letztes Jahr haufenweise Maronen).

    Diese Pilze hat jedoch scheinbar jemand vor mir gefunden und angeschnitten. Ich habe keine Ahnung, um was es sich handelt.



    4.) EIn Täubling, eventuell der glänzende Ledertäubling? Schön rotbrauner Hut, vom Habitus sehr "fleischig" im Gegensatz zu vielen anderen, eher dünnfleischigen Täublingen. Normal-pilziger Geruch. Lamellen noch recht elastisch, aber auch noch ein sehr junger, fester Fruchtkörper. Der Stiel war ganz leicht rötlich angehaucht an der Basis. Ich durfte im Wald keine weiteren Bilder machen, meine Tochter hat den Pilz während der gesamten Tour nicht mehr aus der Hand legen wollen und ihn stolz vor sich her getragen, sei es zu Fuß oder im Bollerwagen. Ich plane keinen Verzehr, habe ihn mitgenommen (...keine Alternative) und kann bei Bedarf noch bessere Bilder morgen machen.


    5.) Ein Perlpilz. Eine Pilzsorte, an die ich mich jedoch ohnehin nicht traue. Auffällig war für mich, das ich heute mehrfach frische Perlpilze gefunden habe, die keinen Madenfraß hatten. Kenne die eigentlich nur als Insekten-WG.

    6.) Eine Frucht (?) mit Bewohner. Ich muss mich hier vielleicht als Idiot outen, aber ich habe keine Ahnung, um was es sich handelt. Habe nur dieses Einzelexemplar gefunden und bislang nie bewusst eine zuvor gesehen, Kann einer sagen, was das ist? Habe leider einem Insekt die Heimat genommen, das war unbeabsichtigt.

    8.) Auch hier wieder: Ich oute mich als unwissend. Was ist das? Kann mir da ein Naturkenner behilflich sein?


    Ich hoffe, der Thread ist nicht zuviel Rundumschlag. Wünsche allen eine erfolgreiche Pilzsaison, bei mir geht es erst jetzt wirklich los. Wird evtl. also eher ein kurzes Vergnügen dieses Jahr.

  • Hallo Pilznomade

    Nr. 3 könntest du mal mit dem Fuchsigen Röteltrichterling - Paralepista flaccida vergleichen. Vielleicht noch wichtig zu erwähnen ist, dass sich hier mit Paralepistopsis amoenolens eine giftige ähnliche Art ausbreitet.

    Hast du Nr. 4 noch? Falls ja, hat der nicht mittlerweile bräunliche Flecken am Stiel und einen heringsartigen Geruch? Ich frage, weil ich hier an den Heringstäubling - Russula xerampelina dachte.

    LG
    Benjamin

    Mit meinen Beiträgen gebe ich lediglich meine persönliche Einschätzung/Meinung ab. Sie sind nur als Vorschläge zu werten und es gibt damit insbesondere keine Verzehrsfreigaben meinerseits. Eine sichere Bestimmung sowie Verzehrsfreigabe kann nur der Pilzkontrolleur bzw. Pilzsachverständige vor Ort geben.

  • Hallo Pilznomade,

    die "Frucht" bei 6) ist ein Gallapfel, verursach möglicherweise durch die Eichengallwespe: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gemeine_Eichengallwespe.

    Viele Grüße,

    Benjamin

    Danke, da fiel der Groschen :D


    Hallo Pilznomade

    Nr. 3 könntest du mal mit dem Fuchsigen Röteltrichterling - Paralepista flaccida vergleichen. Vielleicht noch wichtig zu erwähnen ist, dass sich hier mit Paralepistopsis amoenolens eine giftige ähnliche Art ausbreitet.

    Hast du Nr. 4 noch? Falls ja, hat der nicht mittlerweile bräunliche Flecken am Stiel und einen heringsartigen Geruch? Ich frage, weil ich hier an den Heringstäubling - Russula xerampelina dachte.

    LG
    Benjamin

    Nr. 4 ist relativ trocken mittlerweile. Kann aber keine braunen Stellen entdecken, nehme eigentlich gar keinen Geruch mehr an dem Pilz wahr.

  • Hallo,


    wenn ich eine festen Täubling mit diesem Aussehen bei mir finde, ist die erste Annahme Zedernholztäubling Russula badia agg.


    Das müsste man jetzt weiter verfolgen, z.B. mittels Kauprobe oder Guajakreagenz verifizieren oder verwerfen.


    VG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Glaube Kauen möchte ich nicht mehr :D

    Außerdem war das eine Stelle direkt am Wegrand an einem Pfosten, würde da immer zu sehr an Hundepipi denken.

    Habe das aber zum Anlass genommen, mir mal Reagenzien zu bestellen.


    Lag ich mit meinem Perlpilz und meinen Stockschwämmchen denn richtig und hat jemand eine Idee, was Nummer 8 ist?

  • Glaube Kauen möchte ich nicht mehr :D

    Außerdem war das eine Stelle direkt am Wegrand an einem Pfosten, würde da immer zu sehr an Hundepipi denken.

    Lieber Pilznomade

    R. badia muss man glücklicherweise nicht unbedingt probieren ????

    Aufgrund der markanten chemischen Reaktion mit Guajak (sehr langsam und schwach oliv, dann höchstens mittel blaugrün) kann er gegenüber den möglichen Verwechslungspartner relativ gut eingegrenzt werden. Zur Unterscheidung zu R. integra kann auch der Stiel aufschlussreich sein. Wenn rosa Töne vorhanden sind, ist es keine R. integra, er muss aber auch bei R. badia nicht immer rosa sein. Zum Vergleich zu R. vesca kann wiederum das FeSo4 helfen, welches bei R. vesca orange ausfällt.


    Hier die Guajak Reaktion bei R. badia:

    Hier die FeSO4 Reaktion von R. badia (oben) im Vergleich zu R. vesca:



    Beste Grüsse
    Corinne

    Hinweis: Mit meinen Beiträgen und Kommentaren kann ich keine Tipps/Empfehlungen zum Verzehr abgeben.
    Zur Pilzbestimmung für Speisezwecke den Pilzsachverständigen vor Ort konsultieren. Vielen Dank.

  • Hallo,

    In Bezug auf Russula badia sollte ein besonderes Augenmerk bei der Guajak-Reaktion darauf liegen, dass die Reaktion auf der Stielrinde entschieden negativ (braun bleibend) verläuft, die Lamellen jedoch mäßig positiv reagieren.

    So etwas gibt gepaart mit dem Aussehen kaum Anlass zum zweifeln - ich beiße in diesen Täubling auch äußerst ungern rein.:evil:||


    VG Thiemo

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