Flockenstieliger Hexenröhrling

Es gibt 27 Antworten in diesem Thema, welches 3.061 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (27. September 2024 um 17:48) ist von ibex.

  • Hi zusammen,

    ich habe diesen Pilz oder besser diese 2 Pilze in einem Buchenmischwald gefunden.

    Ich würde auf einen Flockenstieliger Hexenröhrling tippen. Die Röhren sind gelb, die Röhrenmündung orange. Der Hut ist eher dunkelbraun. Der Stiel hat eine rötliche Punktierung auf gelbem Grund, die zur Basis hin intensiver wird. Der Pilz blaut stark bei Berührung.

    Danke für eure Hilfe.

    LG

    Philipp

  • Hallo

    Ein schöner Fund, ich meinte hier folgende Art zu erkennen

    Gelbfüßiger Hexenröhrling, Neoboletus xanthopus

    Kannst ja mal vergleichen.

    BG Andy

  • ich meinte hier folgende Art zu erkennen

    Gelbfüßiger Hexenröhrling, Neoboletus xanthopus

    Lieber Andy

    Ich war der Meinung, den Flocki N. erythropus und den Eichenflocki N. xanthopus könne man makroskopisch nicht sicher auseinanderhalten. Aber ja, ausschliessen möchte ich den xanthopus nicht. In meinen Augen kann ein normaler Flocki aber durchaus so aussehen, wie ihn Phil zeigt. Allenfalls könne das Gelb im Fleisch der Stielbasis oder der Filz um die Stielbasis Hinweise geben, hab ich schon gehört.

    Oder gibts da etwas, von dem ich nichts weiss? Ich bin gespannt.

    LG Andreas

  • Hallo Andreas, du hast natürlich recht. Meine intuition geht rein nur auf meine x gefunden Funde zurück. Phil kannst du ein Schnittbild noch nachreichen?

    BG Andy

  • Hallo Phil

    Ehrlich gesagt: Ich kann da nichts rauslesen. Ich hab nur mal gelesen, dass xanthopus allenfalls ganz unten im Stielfleisch nicht blauen soll. Und ganzganz unten tut das deiner auch nicht. Aber heisst das jetzt was sicheres? Ich glaube nicht. Andy, du bist dran;-)

    LG Andreas

  • Hallo,


    meiner Kenntnis nach kann man die beiden nur durch Gensequenzierung trennen es sei denn sie kommen aus einem reinen Nadelwald. Dann sollte es immer N. erythropus sein. Ich nenne sie, egal wo sie herkommen, einfach nur noch Flocki.


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Hallo Phil

    Ehrlich gesagt: Ich kann da nichts rauslesen. Ich hab nur mal gelesen, dass xanthopus allenfalls ganz unten im Stielfleisch nicht blauen soll. Und ganzganz unten tut das deiner auch nicht. Aber heisst das jetzt was sicheres? Ich glaube nicht. Andy, du bist dran;-)

    LG Andreas

    Genau das war auch meine bescheidene Meinung.

    Hier in diesem Fall sehe ich auch nur ein normaler Flocki im Schnittbild. Als nächsten Schritt würde ich jetzt mal nach den mikroskopischen Daten evaluieren. Aber wie schon Jörg erwähnte wird wahrscheinlich auch das kein eindeutiges Ergebnis führen.

    Rufen wir doch mal Schupfnudel er kann sicher mehr dazu beitragen.

    BG Andy

  • Guten Tag zusammen,


    kann man bei diesem Fund vom Röhrenboden was rauslesen?

    Liebe Grüße

    Murmelchen

    Von mir gibts hier im Forum auch keine Verzehrfreigabe.

  • Hallo Murmel,

    kann man bei diesem Fund vom Röhrenboden was rauslesen?

    leider nein, die haben beide einen gelben. Sie wurden ja früher alle als Flocki (N. erythropus) bezeichnet.


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • "kann man bei diesem Fund vom Röhrenboden was rauslesen?"

    Hallo, ja wenn sie jünger sind, ist der Röhrenboden gelb, dann wird es rot mit orangefarbenem Rand. Das macht dann schon weniger Spaß, da sie dann idR madig sind. Gruß Henry

    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Meine Fotos sind alle gemeinfrei und dürfen für persönliche Zwecke verwendet werden. Es gelten die üblichen Zitierregeln. Bei Weiterreichung bzw. Verwendung für kommerzielle und nichtkommerzielle Publikationen bedarf es einer persönlichen Abstimmung.

  • Hallo Henry,


    seit wann hat irgendein Flocki einen roten Röhrenboden?


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

  • Hi.


    Der hat schon ein paar Merkmale, die auf N. xanthopus deuten könnten, aber sicher bestimmen kann ich deine auch nicht am Foto. Man kann noch die Sporengrößen zur Entscheidungsfindung mit einbeziehen (N. xanthopus hat zumeist längere Sporen), aber ich denke mal du mikroskopierst nicht?

    Ich denke Mykologe bezog sich auf die Farbe der Röhrenmündungen, nicht den Röhrenboden? Der Röhrenboden ist bei unseren beiden Flockies immer gelb, nie rot. Hilft bei der Unterscheidung von N. xanthopus zu N. praestigiator/erythropus also nicht. Buche können beide Arten, das grenzt also auch nicht ein leider. Lediglich im reinen Nadelwald kann man sicher N. praestigiator/erythropus dranschreiben, wie ja auch schon geschrieben wurde.


    LG.

    Keine Verzehrfreigaben meinerseits.

  • Hallo miteinander, ich schreibe nicht irgendwo ab, sondern habe es selbst oft gesehen und auch hier eingestellt, allerdings meinte ich die Unterseite an den Mündungen. Mir ist es besonders bei den sehr trockenen Pilzen aufgefallen, dass sich die Randzone des Röhrenfutters an den Röhrenmündungen so verfärbt (Das dürfte jetzt richtig sein.) Der Begriff des Röhrenbodens war mir leider nicht so geläufig, habe ihen aber unter "Röhren" auch bei Wiki gefunden. Man lernt halt immer etwas dazu. Danke. Den Röhrenboden hatte ich übrigens immer mehr grünlich wahrgenommen oder man muss sorgsamer präparieren in Zukunft. LGH

    PS: Die Mikroskopie ist in Arbeit, scheitert aber, wie neulich erwähnt, derzeit noch an der Auswahl eines guten Digitalmikroskops.


    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Meine Fotos sind alle gemeinfrei und dürfen für persönliche Zwecke verwendet werden. Es gelten die üblichen Zitierregeln. Bei Weiterreichung bzw. Verwendung für kommerzielle und nichtkommerzielle Publikationen bedarf es einer persönlichen Abstimmung.

  • Den Röhrenboden hatte ich übrigens immer mehr grünlich wahrgenommen oder man muss sorgsamer präparieren in Zukunft.

    Hallo

    Wenn du die Röhren bei den Hexen löst, bläut es am Röhrenboden. Manchmal mehr, manchmal nur ganz schwach. Dadurch hast du vermutlich so ein Rest von Blaugrün gesehen.

    Hier ein paar Bilder einer Netzhexe incl. Röhrenboden. https://ruegenpilze.de/Netzstieliger%…%20luridus).pdf

    Grüße von der Insel Rügen

  • Danke Uwe, das ist wirklich überzeugend. Es ist auch Rot dabei. Oben wurde beschrieben, dass es in der Gegend dort immer Gelb ist, was die Farbe des Röhrenbodens aussmacht. Offensichtlich variiert das mitunter. Oder das Gelb kann ins Rötliche übergehen. Pilze eben. ;) Beste Grüße Henry

    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Meine Fotos sind alle gemeinfrei und dürfen für persönliche Zwecke verwendet werden. Es gelten die üblichen Zitierregeln. Bei Weiterreichung bzw. Verwendung für kommerzielle und nichtkommerzielle Publikationen bedarf es einer persönlichen Abstimmung.

  • Hallo

    PS: Die Mikroskopie ist in Arbeit, scheitert aber, wie neulich erwähnt, derzeit noch an der Auswahl eines guten Digitalmikroskops.

    Wieso muss es eigentlich unbedingt ein Digitalmikroskop sein? Was gefällt dir z.B. an einem Trinokular mit Mikroskopkamera und einer Software am PC nicht? Ich denke ein normales Mikroskop mit hochwertigen Objektiven kann man Jahrzehnte lang benutzen und man hat seine Freude daran. Weiterentwickeln wird sich ja vermutlich hauptsächlich die Technik der Kamera und die Software. Bei einem hochwertigen, normalen Mikroskop tausche ich dann, wenn sich einiges weiterentwickelt hat, einfach die Kamera/Software und kann den Rest behalten. Oder was ist denn deiner Meinung nach der grosse Vorteil eines Digitalmikroskops? Ich kann auch gemütlich vor dem PC arbeiten und hin- und wieder ein paar Rädchen am Mikroskop zu drehen finde ich jetzt nicht so tragisch. Dann kann ich direkt die Fotos mit der Software knipsen und auch Sporen messen, usw. Für detaillierte Schnappschüsse der Sporen macht man einfach mehrere Fotos mit unterschiedlichem Fokus und stackt diese dann zusammen.

    Heute habe ich z.B. eins der Sporen von Cortinarius elegantior gemacht:


    LG
    Benjamin

    Mit meinen Beiträgen gebe ich lediglich meine persönliche Einschätzung/Meinung ab. Sie sind nur als Vorschläge zu werten und es gibt damit insbesondere keine Verzehrsfreigaben meinerseits. Eine sichere Bestimmung sowie Verzehrsfreigabe kann nur der Pilzkontrolleur bzw. Pilzsachverständige vor Ort geben.

  • Danke Uwe, das ist wirklich überzeugend. Es ist auch Rot dabei. Oben wurde beschrieben, dass es in der Gegend dort immer Gelb ist, was die Farbe des Röhrenbodens aussmacht. Offensichtlich variiert das mitunter. Oder das Gelb kann ins Rötliche übergehen.

    Hallo

    Nein, da ist ein Fehler. Bei der Flockenhexe ist der Röhrenboden gelb und bleibt gelb.

    Bei der Netzhexe ist der Röhrenboden rot und kann zu einem Gelb mit Rottönen ausbleichen.

    Grüße von der Insel Rügen

  • Ich lese und staune. Es gibt noch sehr viel zu lernen. Und die Tatsache, dass es eine gewisse Varianz bei Pilzen gibt, ist faszinierend. Ich danke euch für euren Input. Bisher dachte ich, dass ein Mikroskop für mich nicht so interessant ist. Aber so langsam bekomme ich doch Interesse mit ein gebrauchted Mikroskop zu schießen. ^^

  • Hallo Benjamin, Du hast völlig recht, das geht natürlich so, aber man muss natürlich wieder alles zusammensuchen-Mikroskop, Kamera mit Computerverbindung und Software. Ich hätte lieber eine Komplettlösung, um sicherzugehen. Leider ist mein Obermikroskopie-Spezialist nicht mehr erreichbar und die Nachfolger haben wenig Ahnung. Meine alten Zeiss-Mikroskope hatten nur Adapter für nichtdigitale Kameras; ich hatte sie aber vor 10 Jahren für die Schülermikroskopie abgegeben. Dort können sie zum Lernen noch gut verwendet werden. Vielleicht ist es am besten, eine Firma direkt zu kontaktieren. Ich habe ja schon ein wenig mögliche Angebote eingegrenzt. Beste Grüße Henry

    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Meine Fotos sind alle gemeinfrei und dürfen für persönliche Zwecke verwendet werden. Es gelten die üblichen Zitierregeln. Bei Weiterreichung bzw. Verwendung für kommerzielle und nichtkommerzielle Publikationen bedarf es einer persönlichen Abstimmung.

  • Hallo zusammen,

    wie mir Andreas Gminder mal erzählt hat, gibt es bei Flockenhexen noch ein weiteres, weitgehend unbeachtetes Merkmal. Boletus erythropus (= Neoboletus prestigiator) hat an der Stielbasis auf der Stielrinde weißliches Velum, welches sich die Stielbasis leicht hinaufzieht, so ähnlich wie Schimmel aussieht und manche Speisepilzsammler glauben lässt, der Pilz sei angeschimmelt. Ein passendes Foto habe ich davon gerade nicht parat. Nun könnte man einmal bei Neoboletus xanthopus prüfen, ob dieses Stielbasisvelum vorhanden ist oder nicht. Z. B. bei dem hier präsentierten Fund scheint es ein solches Velum nicht zu geben.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo Henry

    Hallo Benjamin, Du hast völlig recht, das geht natürlich so, aber man muss natürlich wieder alles zusammensuchen-Mikroskop, Kamera mit Computerverbindung und Software. Ich hätte lieber eine Komplettlösung, um sicherzugehen.

    Also ich habe gar nichts selbst zusammengesucht. Ich war bei einem Fachhändler und habe zuerst mal ein paar Mikroskope getestet. Von den zwei, welche mir am besten gefallen haben, habe ich mir dann ein Angebot machen lassen. Dann habe ich mich für eins entschieden, versucht einen möglichst guten Preis auszuhandeln und erhielt eine etwa einstündige Einweisung. Dabei wurde auch die Software auf meinem Notebook installiert und ich konnte alles fixfertig mit nach hause nehmen und dort dann direkt loslegen. Wenn ich ein Problem habe, kann ich mich jederzeit an den Händler wenden, was ich auch sehr wichtig finde.

    LG
    Benjamin

    Mit meinen Beiträgen gebe ich lediglich meine persönliche Einschätzung/Meinung ab. Sie sind nur als Vorschläge zu werten und es gibt damit insbesondere keine Verzehrsfreigaben meinerseits. Eine sichere Bestimmung sowie Verzehrsfreigabe kann nur der Pilzkontrolleur bzw. Pilzsachverständige vor Ort geben.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!